Auf Reisen schreiben
Leo Nerdette

Orte, wo ich auf Reisen schreiben kann

Schreib-, Küchen- und Wohnzimmertische: Das sind die am häufigsten genannten Plätze, wenn Leute erzählen, wo sie schreiben. Österreicher runzeln da gern die Stirn: „Im Café“, sagen sie. Aber auch Cafés gibt es nicht immer.

Globetrotter müssen beim Schreiben improvisieren. Es soll Länder geben, wo es an Tischen fehlt, auch in Zügen; wo jemand, der alleine sitzt und schreibt oder liest, als „traurig“ gilt und aufgeheitert werden muss; wo Hotelzimmer so niedrig und schmal sind, dass es schwierig ist, im Bett aufrecht zu sitzen, geschweige denn dass Tisch und Stuhl vorhanden sind. Trotzdem will und muss ich auf Reisen schreiben, mich für eine oder zwei Stunden auf ein Thema konzentrieren. Bloggen, Geschichten erfinden, Gespräche notieren…

Welche Lieblingsplätze habe ich also, wenn ich unterwegs bin? An welchen Orten verbinde ich Reisen und Schreiben; tauche ich ab, weg in eine andere Welt. Höre nichts, beobachte und denke mir meinen Teil.

Lieblingsplätze?

Notlösungen, nennen es Andere. Diese Orte sind aber meine Favoriten, geordnet nach Prioritäten. Die Liste habe ich nach meinen liebsten Schreiberinnerungen erstellt.

Auf Reisen: Das Schreibplatz-Ranking

Platz 5: Im Bus/Zug oder Auto

Ich fahre gern Auto. Allein. Schlaue Menschen aber, die meinen, besser, schneller und versierter zu fahren, dürfen mich kutschieren. Und nachdem jeder einzelne, den ich kenne, davon überzeugt ist, der beste Autofahrer zu sein, genieße ich mein Leben als Beifahrerin. In Schweigen.

Wenn sich die Fahrer umsehen, um nachzusehen, warum ich so wortkarg bin, wundern sie sich. Zumindest beim ersten Mal. Wie kann es sein, dass ich auf meiner Tasche in ein Notizbuch kritzle? Es gibt doch genügend Gegend zum Beobachten, interessante Gesellschaft und dann… die Ruckelei! Aber ich schreibe und nehme nicht einmal wahr, wenn der Fahrer weiterzappt – Patty Smith durch Rap ersetzt.

Platz 4: Das Bett

Truman Capote liebte es, Sigmund Freud auch – die Reihe derer, die im Liegen schrieben, ist lang. Tintenflecke auf weißem Laken sind heutzutage ja auch kein Ärgernis mehr. Wer schreibt den noch per Hand, mit Kuli oder Feder? Wir greifen einfach zum Nachtkästchen hinüber. Dort liegt Tablet oder Laptop zum Arbeiten bereit. Wir führen ohne der Ahnväter Probleme die Tradition weiter: Im Bett entstehen Geschichten, ja sogar Romane! Das bewies schon Marcel Proust.

Das berühmteste Bett, in dem ich schrieb?  Frida Kahlos Schlaf-, Mal – und Werkstatt… Ihr Bett mussten Arbeiter in das Museum Bellas Artes tragen – mitsamt der Künstlerin. Sie konnte nicht mehr gehen, sollte und wollte der Ausstellung aber beiwohnen.

Auf der berühmten Kante saß ich Jahrzehnte später, notierte und wartete. Es dauerte eine Weile, bis sich die Menschenmenge vom Schlafzimmer in den Garten verlief.

Platz 3: Terasse mit Ausblick

Reisen und der Allgäu, GebirgspanoramaGebirgspanoramen regen die Phantasie an. Vor allem dann, wenn sie in das Licht eines Sonnenuntergangs  getaucht sind. Dafür verbringe ich schon einmal ein paar Stunden auf einer zugigen Terasse: Finger frieren, der Atemhauch rieselt fröstelnd auf das Tischtuch und der Tee vor mir wärmt schon lange nicht mehr.

„Komm schon, wir gehen!“

Nicht doch! Ein Satz geht noch, nur noch einer… warte, da fällt mir ein… nein, fallen mir zwei… oder waren es drei…

Wer auf mich wartet, kann nur hoffen, dass die Sonne bald verschwindet.

Platz 2: Des Menschen ureigene Unterlage

Für Strand, südlichere Gefilde oder die Wüste hat sich dieser Ort leider als ungeeignet erwiesen: Tablets und Laptops laufen warm. Das kann auf Oberschenkeln ziemlich ungemütlich werden.

Dafür muss man gar nicht weit reisen: Teliko Tarnovo, Bulgarien, schafft schon mal 40 Grad Celsius im Sommer. Im April heizte sich mein Tablet dermaßen auf, dass es sich von selbst ausschaltete. Gut so! Denn meine Oberschenkel rauchten…

1. Auf dem Koffer

Flughäfen, Grenzübergänge und Bahnhöfe: ein spezieller Fall. Sie haben des öfteren keine Sitzplätze. Grenzgängern und fahrendem Volk darf es nicht zu bequem gemacht werden!

Tijuana, Mexiko, Grenzübergang zu San Diego, USA, ist keine Ausnahme. Eines Nachts verweigerte der US-Zollbeamte Reisenden den Wartesaal. Der Grund: Das Computersystem sei zusammengebrochen. Wir müssen draußen warten.

Warum?

Vorschrift.

Wie lange?

So lange die Reparatur dauert.

Tijuanas Grenzübergang verlässt niemand nachts freiwillig. Selbst hartgesottene Mexikaner nicht. Wir scharrten uns um die Grenzstation, harrten der Dinge. Die meisten stehend. Von 22 Uhr bis vier Uhr morgens.

In diesen Stunden habe ich meinen Koffer schätzen gelernt! Notizbuch und Stift auch.

Ich hatte viel zu schreiben.

Und du? An welchen Orten schreibst du?

Was sind deine Lieblingsorte? Wo geht dir das Schreiben leicht von der Hand?

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Adventskalender im Fenster
Leo Nerdette

Welcher Adventskalender passt zu uns?

Adventskalender…

Oh nein! Adventkalender… so ist es richtig.

Nie und nimmer!

Und das ist erst der Anfang. Wir haben noch nicht einmal die Angebote für den diesjährigen Redaktions-Adventskalender angeschaut, schon sind wir – die Redaktion, Nebiga und ich – mitten in der Diskussion. Beide Wörter bescheren uns bei näherer Recherche eine Riesenauswahl in der Suchmaschine, aber die Tendenz neigt sich gen Adventskalender mit Fugen-s. Gemeint ist das kleine s in der Mitte.

Der Grund: „Adventskalender“ nennen Deutsche wie Schweizer jenen Kalender, an dem im Advent täglich ein Fenster/Türchen geöffnet werden darf. Nur die Österreicher fügen zwischen t und k kein s ein.

Niemals?

Na ja, bei Christkindl jedenfalls auch nicht.

Eigentlich zwängt Homo Austriacus das s immer gern dazwischen: Bei der Zugsverspätung genauso wie beim Schweinsbraten…

  • nur beim Adventkalender – da nicht.

Wie der Adventskalender sich durchsetzte

AdventskalenderWir vermuten, das hängt damit zusammen, dass Anfang des 19. Jahrhunderts die Evangelische Buchhandlung Friedrich Trümpler in Hamburg zum ersten Mal einen Adventskalender druckte. Und damit, dass der Münchner Verleger, Gerhard Lang, mit seinem 1903 gedruckten Kalender Im Lande des Christkinds als der Begründer des Adventskalenders gilt. Ein Jahr später veröffentlichte dann die Stuttgarter Zeitung einen Adventskalender – und schuf auf diese Weise ein saisonales Phänomen für den Massenmarkt.

Der Brauch, bebilderte oder später sogar mit Schokolade gefüllte Druckprodukte in den Räumen aufzuhängen, kommt demnach aus Deutschland. Er eroberte in konzentrischen Kreisen die deutschsprachigen Länder. Wer seine sprachliche Eigenständigkeit also bewahren wollte, musste den Brauch umbenamsen. Auch wenn es bedeutet, ein s weglassen zu müssen.

Zählhilfe in der Fastenzeit

Die protestantischen Haushalte waren diejenigen, die begannen, die Tage bis Weihnachten mithilfe einer Art Kalender zu zählen. Zunächst hängten die Lutheraner 24 Bilder nach einander an die Wand oder bastelten ihren Kindern Papierschächtelchen, die sie mit Plätzchen füllten.

Ein Schächtelchen, ein Plätzchen pro Tag – aber sonst mussten die Kinder in der Adventszeit genauso fasten wie die Erwachsenen.

Andere malten 24 Kreidestriche an die Tür. Die Kinder durften  täglich einen davon wegwischen.

Strohhalme dagegen waren der Katholiken Ding: Sie legten 24 Halme in die Krippe; abgezählt, damit sie täglich einen entfernen konnten. Das war etwas Besonderes, denn die Tage zur Vorweihnachtszeit waren ausgefüllt: Man schuftete sowieso von morgens bis abends, doch im Advent kam noch die Vorbereitung dazu.

Das Zählen der Tage war daher oft das einzige kurze Innehalten des Tages. Ein Moment der Vorfreude. Kinder wie Erwachsen dachten daran, wofür sie all die Mehrarbeit auf sich nahmen.

Christi Geburt – ja.

Aber in ihren Köpfen entstanden auch die Bilder von Gänsebraten, Rotkraut, von Kuchen, Klößen, Knödeln und Kekserl/Plätzchen.

Schuld waren natürlich ihre vom Fasten darbenden Bäuche. Die Gläubigen träumten wegen ihnen  davon, in sich hineinstopfen zu können, was sie die Tage schlachteten, schnitten, rührten, kochten, brieten, backten und verzierten.

Warum hält sich der Brauch heute noch?

Na ja, so alt ist er jetzt auch wieder nicht.

Das nicht, aber hast du schon mal gepinterestet? Oder bei Amazon nachgeschaut? Adventskalender sind überall! Es gibt kein Entkommen!

Bei Amazon zum Beispiel findet der Suchende die Adventskalender sogar in Rubriken eingeordnet, weil man sonst den Überblick verliert:

  • Schokolade und Süßigkeiten, einmal für Kinder und einmal für Erwachsene;
  • Beauty, natürlch mit Schönheitsprodukten für SIE und IHN,
  • Tee und Getränke
  • Gewürz- und Schlemmerkalender
  • Geschichten und Bilder für Groß und Klein
  • Erotik
  • Schmuck
  • Spielzeug
  • Alkoholische Getränke
  • Knabberkalender
  • Zum Selbstbefüllen
  • für Heimwerker

100 Jahre und wir können Adventskalender mit allem befüllt kriegen, was es so gibt.

adventskalender selbst gebastelt

Und für die Selbstbastler (Pinterest) gibt’s die Utensilien als Fülle noch in extra Rubriken dazu.

Adventskalender sind so hipp wie eh und je! Wir wollen nicht darauf verzichten, genauso wenig wie auf Weihnachten, auch wenn man selbst vielleicht gar nicht gläubig ist.

Das liegt an der Nostalgie. Wir wünschen die Harmonie herbei.

A geh! Die gibt’s eh nicht! Am meisten wird zu Weihnachten g’stritten!

Heißt es zumindest. Aber nicht im Advent, im Advent nicht! Da ist noch Ruhe.

Jeder Tag ein Erlebnis

Bei Gerhard Lang – damals – bestand der Adventskalender noch aus einem Bogen mit 24 Bildern zum Ausschneiden und einem Bogen mit 24 Feldern zum Aufkleben. Damit den Kinder die Zeit bis zum Weihnachtsabend nicht so lang wird, sollten sie jeweils ein Bild ausschneiden und in ein Feld kleben.

Und wenn sie schon dabei waren, konnten sie gleich

  • die Strohsterne basteln, die noch fehlten.
  • die Großmutter anbetteln, dass sie noch eine Geschichte erzählte.
  • den Apfelnikolo und den Zwetschenkrampus basteln.
  • die Bilder malen, die sie schenken wollten.
  • die Kekse verzieren, die Muttern buk.

Jedes Fenster, jedes Türchen barg eine Reihe von Möglichkeiten, von Erlebnissen und von Erinnerungen, die der Familie blieben. Sie waren nicht bloß Schokolade.

Sie waren gemeinsam verbrachte Zeit.

Ein Adventskalender mit Schokolade kommt für die Redaktion also nicht infrage?

Nee.

Genauso wenig wie der Pfeffer- und Salz-Kalender für Gourmets nehm‘ ich an – und auch nicht der Nagellack-Adventskalender mit 24 Trendfarben.

Richtig. Wenn du mich fragst… wir können uns eh nicht für einen gekauften entscheiden. Am besten wir machen uns den Kalender selbst!

Und wie?

Das siehst du am 1. Dezember! Hier im Blog.

Schau rein!

smiley

 

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Nebiga

Energie aufladen für den Endspurt!

Ein Moment zum Energie aufladenBevor es richtig losgeht mit meinem Märchen, brauchen wir noch einen Moment: Wir müssen unbedingt Energie aufladen.

Mit Fasching haben wir nämlich nicht gerechnet, als wir die 28 Days of Blogging Challenge angenommen haben. Die Redaktion hat uns auch nicht erinnert. Was uns jetzt in Schwierigkeiten bringt.

Bleibt heute die Frage: Wie bringen wir uns doch noch in die richtige Stimmung zum Schreiben? Noch 4 Tage!

Wie können wir Energie aufladen?

Unsere Antwort: Eine Partie Blödelscrabble…

Die können wir nur empfehlen!

Scrabble am Computer geht auch. Manche sagen, es macht einen Ticken weniger Spaß, aber wir sind keine Experten.

Wir wissen nur eins: Lachen macht den Kopf leicht…

Bei dieser Gelegenheit auch ein Dankeschön an alle, die überhaupt ermöglicht haben, täglich zu bloggen.

Unser ganz besonderer Dank gilt unserem Scrabblepartner! Er meinte auch heute noch:

Ihr schafft das!

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5 Tage Challenge
Leo Nerdette

5 Tage Challenge: Was hab‘ ich nu gelernt?

Jetzt ist es soweit: Die Fünf Tage Challenge ist vorbei.

Die Challenge in der 28 Days of Blogging Herausforderung, bei der ich das Internet als gesammelten Wissensschatz nutzen wollte. Tatsächlich ist sie leider schon zu Ende. Und ich habe nur ganz feine Kratzer auf der Oberfläche hinterlassen.

Dabei wollte ich viel tiefer bohren!

Jetzt aber der Reihe nach…

  • Habe ich jeden Tag etwas Neues im Internet gelernt?
  • War ich mit meiner Aufgabenstellung zufrieden?
  • Wie lange habe ich dafür täglich gebraucht?

Ja. Nein. 15 bis 20 Minuten.

Mit der Aufgabenstellung war ich unzufrieden, weil… (Tiefer Atemzug)

Es hätte noch so viel anderes gegeben! Ich hätte anderen Pfaden folgen können, wäre ganz woanders gelandet. Eine Viertelstunde sich treiben lassen – das wäre großartig gewesen! Die klare Aufgabenstellung hat mich viel zu sehr eingeschränkt. Punkt. Was hätte ich nicht alles entdecken können, wenn ich mich gelassen hätte!

Schon nickt die hauseigene Redaktion streng: Genau das, meine Liebe, genau das wollten wir mit der Aufgabenstellung verhindern! Dass du ohne Sinn und Verstand herumsurfst!

:p

Was hast du denn jetzt für deine Leser?

Ergebnis der 5 Tage Challenge

1. Tag: Eine neue Autorin finden

Gefunden habe ich Zadie Smith. Sie ist herrlich frech, witzig und eine unglaubliche Denkerin mit Einfühlungsvermögen. Außerdem mag ich die Mischung, die sie mitbringt – sie scheint eine wandelnde, interkulturelle Erfahrung zu sein. Meine Bücherliste habe ich gleich einmal verlängert.

2. Tag: Info zu einer Stadt, die ich immer schon besuchen wollte

Das war die Recherche, die ursprünglich am wenigsten Zeit beanspruchte, weil ich ja wusste, welche Stadt ich suchte. Aber mit Wikipedia wollte ich mich dann doch nicht begnügen. Das wäre zu leicht gewesen. Die Stadt, von der ich Genaueres lernen wollte, war Varanasi auch Benares oder Kashi. Näher informiert habe ich mich über die Ghats – die Treppen am Ufer des Ganges.

3. Tag: Ein Kunstwerk, das mir immer schon gefallen hat

Ein bisschen Freiheit habe ich mir bei der Interpretation der Aufgabenstellung dann doch gegönnt! Das Kunstwerk gehört der Paracas Kultur an. Was mich daran besonders interessiert? Die Paracas Kultur steckte alle kreative Energie in die aufwändigsten, farbenprächtigsten Textilien. Die Begräbnisgewänder waren mit bedeutungsschwangeren Stickereien verziert. Die gesamte Gesellschaft war an der Herstellung der bis zu 26m langen Tücher beteiligt. Von dieser Kultur ist außer den Textilien wenig erhalten geblieben. Mary Frame aus Kanada ist DIE Expertin dieser Textilien und dank Google Books bin ich jetzt um einiges schlauer.

4. Tag: Näheres über einen Alltagsgegenstand

Dafür habe ich am längsten gebraucht. Die Schwierigkeit daran war, dass mir kein Alltagsgegenstand einfiel, nach dem ich zu recherchieren Lust hätte. Bis ich wieder auf „Archeologisches“ verfiel.

Was kann es für eine Globetrotterin Anderes sein als das Rad?

Eine der ältesten Erfindungen der Welt, die 4000 v. Chr. aufkam. Besonders fasziniert hat mich das Dharma-Rad, das „Rad der Lehre“ – es repräsentiert die buddhistische Lehre. Ein Klick nur und ich war in einem philosophisch-theologischem Thema. Ausgangspunkt: ein Alltagsgegenstand.

5. Tag: Eine Idee, die mir schon länger im Kopf herumspukt

Die Idee, tja, diese ganz spezielle Idee blitzte wieder aus dem Halbvergessen auf, weil ich über einen Artikel im Wired Magazin – natürlich online – gestolpert bin: Lässt sich der perfekte Mensch bald ausdrucken? Um es kurz zu machen: Nein, auch 3D-Drucker stoßen an ihre Grenzen – und wenn es nur ökonomische sind! Wieder was gelernt.

Doch die eigentliche Idee poppte schon beim Lesen des Titels auf:

Was, fragte ich mich, steckt hinter der Sucht, „perfekte“ Menschen schaffen zu wollen? Sei es nun Frankenstein, ein Roboter, gedrucktes Papier, Klone oder Kinder.

Was daraufhin hätte folgen müssen: eine gründliche Internetrecherche.

Fertig wäre ich damit heute aber nicht mehr geworden!

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Im Internet gelernt
Leo Nerdette

Internet: Schon etwas Neues gelernt?

Das Internet hat durchaus seine Daseinsberechtigung. Darauf muss ich jetzt einmal hinweisen!  Auch wenn ihr zum Himmel blickt – „Na klar , was denn sonst,“ denkt und „Erzähl uns etwas Neues,“ sagt.

Da draußen gibt es Leute, die das Internet für eine Zeitfressmaschine halten. Vielleicht ganz praktisch zum Online-Shoppen, zum Ticket kaufen, Reise buchen, im Kontakt mit Familienmitgliedern und Freunden bleiben oder sich durch den Tratsch und Klatsch über Prominente klicken.

Bei all diesen Tätigkeiten frisst das Internet Aufmerksamkeit, genauso wie das gute, alte Fernsehen.

Diese Leute ärgert dieser Gebrauch des Internets, sie sprechen von Sucht, Aufmerksamkeitsdefizit und Erfahrungsarmut.

Zeitfressmaschine Internet

Stimmt das aber mit der Zeitverschwendung? Zahlen helfen manchmal, deutlicher zu sehen: Im Durchschnitt verbringen die Deutschen täglich zwei Stunden und acht Minuten im Netz – 20 Minuten mehr als noch 2015.

Unter 30-Jährige bringen es auf fast doppelt so viel Internetzeit: Sie surfen täglich etwas mehr als vier Stunden. 4 mal 7 = 28 Stunden also. Diese Zahlen stammen von der ARD/ZDF Online Studie. Die Postbank hat ebenfalls untersucht, wie lange Deutsche im Internet sind. Sie kommt auf 40 Stunden pro Woche – und das bereits 2015.

Gehen wir trotzdem von 28 Stunden pro Woche aus. Was machen wir in den 28 Stunden im Internet?
Infografik: Das machen die Deutschen im Netz | Statista

Netzwerken und Online-Shoppen wie es scheint, ein bisschen Streamen und Spielen, dazwischen noch schnell Finanzielles regeln oder telefonieren.

Oberflächlich betrachtet hat der Urvater des Internets, Tim Berners-Lee, durchaus erreicht, was er wollte:  Die Mehrheit nutzt soziale Netze.

Doch eigentlich wollte er nicht nur Personen miteinander verbinden, sondern vor allem den Informationsaustausch erleichtern.

Er wollte, dass die Wissenschafter mithilfe des Internets schneller voneinander lernen. Er wollte Forscher zusammenbringen, die an ähnlichen Themen arbeiteten. Er wollte, Lernen erleichtern. Die Idee ist nach wie vor großartig. Die Gelegenheit haben wir dank Internet sogar noch immer. Die Frage ist, ob wir sie wahrnehmen.

Jeden Tag etwas Neues

Die Herausforderung für uns: Entdecke jeden Tag etwas Neues – allerdings etwas, das Bedeutung für dich hat!

Das heißt nicht, dass wir die  zwei bis vier Stunden ununterbrochen nach etwas Bahnbrechenden suchen sollen. Nur einen Teil davon sollten wir dafür verwenden, über etwas nachzuforschen, das uns immer schon interessiert und nichts mit unserer Arbeit zu tun hat.

Damit es mir leichter fällt, habe ich für die nächsten 5 Tage ein Programm aufgestellt:

  1. Entdecke einen neuen Autor, Blogger oder Dichter.
  2. Lerne etwas über eine Stadt, die du schon immer besuchen wolltest.
  3. Lese etwas über ein Kunstwerk, das dir immer schon besonders gefallen hat.
  4. Erkundige dich über einen Alltagsgegenstand (Woher kommen die Löcher im Käse z. B.).
  5. Erforsche eine Idee, die schon länger in deinem Kopf herumspukt.

Da ich aber nicht bloß Herumsurfen will, habe ich noch zwei action item, wie es so schön Neudeutsch heißt hinzugefügt – zwei zusätzliche Aufgabe also:

  • Im Notizbuch die Fakten notieren!
  • Im Blog verarbeiten.

Wenn du bei dieser Internet Challenge mitmachen willst, melde dich unter redaktion@nebiga.net

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Blogs über Ernährung
Leo Nerdette

Ernährung: 3 Blogs zum Schmöckern

Ernährung ist ein weites Feld – ein sehr weites. Wenn ich meine Kochbuchphase habe – d. h. auf meinem Sofa kuschle, die Katze zu meinen Füßen, ein Kochbuch nach dem anderen durchblättere, die Gerichte bestaune und überlege, ob sich der Aufwand lohnt – die Phase gibt sich wieder… aber wenn ich sie habe, merke ich gar nicht, was gerade IN ist. Ernährungstechnisch meine ich.

Kochbücher kaufe ich nach meinen Vorlieben. Mich entspannt Kochen. Es ist ein Freizeitvergnügen. Und weil ich nicht viel Freizeit habe, bleibt es auch eines, ein Vergnügen, meine ich. Über die richtige, die einzig wahre Ernährung mache ich mir eher weniger Gedanken. Selbstgemacht, frisch und gut – das sind so meine Kriterien. Vegan, Low Carb, Trennkost, Fleischdiät, Clean Eating, welche Lebensmittel welche Krankheiten auslösen… davon handeln meine Kochbücher nicht.

Recherche: Zur richtigen Ernährung

Heute habe ich mich einmal völlig anders mit Ernährung auseinander gesetzt: Ich habe mir Blogs vorgenommen, die sich ausschließlich mit Ernährung und Essen beschäftigen. Mit der „richtigen“ Ernährung um genau zu sein. Diätblogs, Ernährungsberatungsblogs, Rezeptblogs für gesundes, kalorienarmes Essen. Der Grund? Ich musste mich schlau machen – sonst klappt das nicht mit meinem Artikel.

Das Resultat: Ich habe drei Blogs gefunden, die ich gut finde:

1. Quark und so

Hier bloggt Johanna Bayer, Wissenschaftsjournalistin und Buchautorin. Sie liebt Essen, Ernährung und Esskultur – und weil sie das alles so liebt, ärgert sie sich, wenn die Medien Unsinn verzapfen. Ihr Motto: Sie will aufdecken, was Medien ernährungstechnisch so anrichten. Dabei hinterfragt sie, zeigt Fehler auf – und weil sie eine erfahrene Wissenschaftsjournalistin ist – belegt sie ihre Thesen. Das gefällt 25.000 bis 35.000 Besuchern monatlich.

2. Heavenlynn Healthy

ist ein typischer „Gesunde Ernährung“ Blog mit einer Rezept-Rubrik. Die Rezepte wirken frisch und gut, die Gerichte sind mit verlockenden Fotos präsentiert.  Was nach an die – gefühlt – 100 Blogs toll war: Lynn erspart einem Dogmatismus. Sie ernährt sich wegen ihres sehr hohen Blutdrucks hauptsächlich pflanzlich, aber eben nicht ausschließlich. Fleisch und Milchprodukte kommen auch vor. Ihr Blog verströmt eine Leichtigkeit. Das gefällt mir. Trotzdem: Honig isst sie wegen der antibakteriellen Wirkung. Hmm… Ich esse Honig, weil er mir schmeckt.

3. Esspirationen

Diät- und Abnehmblogs gibt es zuhauf. Manche machen Mut, zeigen wie die Kilos purzeln – oder auch nicht, bieten Diätpläne, begleiten Abnehmwillige mit Coachprogrammen… bei allen bin ich skeptisch: Auch wenn im Blog behauptet wird, abnehmen solle Spaß machen. Irgendwie kommt die Moralkeule dann doch wieder. Die Ernährungsberaterin und Foodbloggerin Tina Hildebrandt macht es anders: Sie verlockt mit Rezepten und Kochkursen… Genussmomenten und Glücksnahrung.

Warum ich gerade diese drei Blogs zur Ernährung so erfrischend finde? Sie vermitteln, was ich mit Kochen verbinde:

Die Freude am gutem Essen.

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Ein Fest für einen Freund.

A Moment Before You’ll Find Friends

Kein Märchen? Das ist der Grund. (Hier klicken!)
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Nebiga

Was bitte schön ist Glück?

Die Halbzeit von 28 Days of Blogging ist erreicht: Wir haben täglich gepostet. Manchmal war es knapp vor Mitternacht, aber wir haben es hingekriegt. Wir sind heute einmal so richtig zufrieden mit uns. Alle lehnen wir uns einen Augenblick zurück, denke ich. Alle, die bei dem Blogging-Marathon mitmachen.Wir betrachten, was wir geschafft haben, nicken uns zu, klopfen uns auf die Schultern und fühlen uns wohl. So wohl.

Ist das jetzt Glück?

Was Pech ist, weiß ich schon. Das hat mir Frau Wolle erzählt.  Wer’s auch noch wissen will, hört ihr am besten zu:

Glück ist: Liebe, Geld und Überleben

In diesem irischen Märchen fehlt zum Glück nicht wirklich viel: Etwas Liebe – ja – und eine Truhe mit Goldstücken. Ach – und den Wölfen weicht man am besten auch noch aus. Aber sonst…

Irlands durchschnittliches Glück lag 2005-2014 bei 7,5 von einer Skala zwischen 1 und 10.

Wo so etwas nachzulesen ist?

In der Weltdatenbank des Glücks, dem Archiv der Forschungsergebnisse zum subjektiven Empfinden von Freude. Dort sammeln die Glücksforscher dieser Welt die Resultate ihrer Studien. Sie haben einen Index entwickelt, mit dem sie das durchschnittliche Glücksempfinden der verschiedenen Länder bewerten. Irlands Glücksempfinden ist seit dem Beginn der Messungen Anfang der 70er Jahre um 3 Prozentpunkte gesunken.

Scheint so als würde Liebe, Geld und Überleben doch nicht ausreichen.

Deutschland liegt übrigens bei 7, 2. Der Spitzenreiter aber ist Costa Rica – mit dem durchschnittlichem Glücksempfinden von 8.9.

Ist ja auch kein Wunder! In Costa Rica scheint das ganze Jahr die Sonne; es gibt Meer, Freude und Tanz. Im Süden lebt es sich einfach besser, sagen die Leute. Am ehesten die, die dorthin auf Urlaub fahren.

Ja Costa Rica ist schön. Aber Costa Rica ist auch arm, sehr arm. Ein Vergleich: Das Bruttoinlandprodukt (BIP) des Landes liegt unter 50 Milliarden US-Dollar. Deutschland verfügt über 3, 73 Billionen US-Dollar.

Warum sind die Costa Ricaner also glücklicher?

Was wir heute über Glück wissen

Am besten fragen wir Ruut Veenhoven, den „Glücksprofessor“, der die Happiness-Datenbank gegründet hat. Er antwortet auf fünf Fragen. Als denn:

1. Was ist Glück?

Glück ist die subjektive Wertschätzung des Lebens. Mit anderen Worten, wie gut gefällt einem das Leben, das man führt.

2. Kann man Glück überhaupt messen?

Nachdem das Glück als etwas definiert ist, das wir im Kopf haben, kann es durch den Einsatz von Fragen gemessen werden. Eine gängige Frage ist: Alles in allem, wie zufrieden bist du zurzeit mit deinem Leben als Ganzes? Die Skala reicht von 0 – extrem unzufrieden bis 10 – extrem zufrieden. 

3. Wie glücklich sind wir?

Das divergiert von Land zu Land: Bei 7, 2 – dem deutschen Ergebnis – können wir davon ausgehen, dass die meisten Deutschen sich meistens glücklich fühlen.

4. Was macht uns glücklicher oder weniger glücklich?

Hier spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: kollektives Handeln und individuelle Verhaltensweisen, einfache Sinneserfahrungen und höhere Erkenntnisse, stabile Eigenschaften der Person und ihres Umfelds, aber auch Launen des Schicksals.

(Mit einfachen Worten: Dieser Bereich ist ein gigantisches Forschungsgebiet. In jedem Land gibt es andere Faktoren. Viel Arbeit für die Glücksforscher!)

5. Ist größeres Glück möglich?

Ein Großteil der wissenschaftlichen Arbeit über das Glück wird von der Hoffnung getragen, Wege zur Schaffung größeren Glücks für eine größere Zahl von Menschen zu finden.

Hoffnung und Glück also: die beiden gehören offenbar zusammen. Wir hoffen, dass wir mehr Glück haben.

Doch bleiben wir bei heute: Wie steht es jetzt? Wie zufrieden sind wir alles in allem mit unserem Leben als Ganzes?

Wenn ihr so fragt…

SEHR ZUFRIEDEN!

Wie glücklich seid ihr heute? Das Kommentarfeld ist weiter unten! :)

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Wassermangel
Leo Nerdette

Hab‘ da mal ’ne Frage! Wassermangel?

Spektakulär, wie die  schwarzen Plastikbälle dem Wassermangel Kaliforniens den Kampf ansagen. Massenweise kullern sie in die Trinkwasserspeicher… 96 Millionen Schattenbälle (shade balls) haben zum Beispiel die Aufgabe, die Einwohner von Los Angeles vor der chronischen Dürre im Land zu schützen.

Seit zehn Jahren setzen die Energieversorger die hohlen Kugeln ein. Bilder davon gehen schon mal um die Welt… Medien schreiben, drehen Videos über den spektakulären Wasserschutz.

Hand in Hand geht die Frage nach Kaliforniens Wassermangel. Jedes Jahr brennen ganze Wälder ab. Nachrichten von der Windrichtung, der Evakuierung von Familien und Löschhubschraubern sind üblich.

Was ist die Ursache von Kaliforniens Wassermangel?

Schuld, sagen die Medien, ist die Landwirtschaft! In Kalifornien werden Avocados, Mandeln, Walnüsse und Pistazien angebaut. Gerade Avocados und Mandeln gelten als die Schuldigen, weil sie besonders viel Wasser verbrauchen.

Trinkwasser ist eigentlich ein kostbares Gut – besonders in Kalifornien; jedoch auch in der gesamten Grenzregion zwischen USA und Mexiko dörrt das Land aus; sind von den Flüssen mittlerweile nur noch Rinnsale übrig.

Der Wassermangel resultiert daraus, dass man Trinkwasser eben nicht als wertvoll behandelt: Die Bauern – sie besitzen schon einmal 120 Hektar Mandelbäume – sehen es seit Jahren als ihre wichtigste Aufgabe, Wasser ranzuschaffen; Brunnen zu bohren, die so tief sind, dass sie an genügend Grundwasser kommen, um das Überleben der Bäume zu gewährleisten. Seit 150 Jahren zapfen sie Grundwasser ab –  mittlerweile haben sie schätzungsweise 160 Kubikkilometer versprengt, gut dreimal das Volumen des Bodensees.

Von Politik propagierte Maßnahmen

Die medienwirksamen Schattenbälle sollen diesem Raubbau und dem mittlerweile augenfälligen Wassermangel etwas entgegensetzen. Sie spenden Schatten, verhindern das Verdunsten der Wasservorräte und halten das gespeicherte Nass sauber.

Die schwarzen Wunderdinger können „unerwünschte chemische Reaktionen“ eindämmen, indem sie Sonnenstrahlen an sich abprallen lassen. Trinkwasser, das der Sonne  ausgesetzt ist, wird brackig. Das gilt es zu verhindern.

Kaliforniens Wasservorräte müssen lange halten: Es regnet in den Wintern wenig.

Eine andere politische Maßnahme ist es, Mexiko mehr Wasser abzukaufen. Zwar hat das Land ähnliche Probleme mit der Trockenheit wie die USA, aber der reiche Nachbar erhält es von der korrupten mexikanischen Regierung eher als die eigenen Leute.

Wasser ist durch die Globalisierung schon längst zu Handelsgut geworden. Wer kann sich leisten, Wasser zu verschwenden? Mexikaner nicht. Sie kaufen ihr Trinkwasser in garafones. Wasser ist kein Allgemeingut mehr. Es ist heute Ware, wie alles andere auch.

Wovon allerdings kaum jemand spricht: Silikon Valley

Ist von Wassermangel die Rede, spricht allerdings niemand gern von Rechenzentren. Silikon Valley liegt in Kalifornien.

Wenn Computer laufen, laufen sie heiß.

Ein Rechenzentrum ist ein ganzes Feld voller Computer, übereinander und hintereinander gereiht: 30 000, 70 000, 100 000 – die Zahlen purzeln nur so. In Kalifornien stehen an die 800 Rechenzentren. Wie viele Server sind da wohl zurzeit in Betrieb? Eingedenk des Gesetzes von Intel-Gründer Gordon Moore geht man heute davon aus, dass sich die Menge von Hardware (Computer) wie auch der zu verarbeitenden Daten alle 18 Monaten verdoppelt. Das alles muss gekühlt werden!

Luft allein genügt da nicht mehr!

Deshalb haben sich 2006 etliche Computer-Plantagen-Besitzer in Sillicon Valley wie Hewlett-Packard, IBM oder Sun Microsystems zusammengetan, um neue Wege zu finden, wie sie ihre kostbaren Geräte temperiert halten. Dabei ist ihnen aufgefallen: Wasser ist wirkungsvoller als Luft. Etwa 462 mal! Eine nicht zu unterschätzende Zahl bei Rechenzentrumskosten von etwa 37 Millionen per Megawatt, das für die Luftkühlung gebraucht wird. Der Bau eines Wasserkühlungssystems schlägt dagegen mit nur 30 Prozent davon zu Buche, rechnete Charles Doughty von Iron Mountain vor.

Einzige Herausforderung war es, die „natürlichen“ Feinde Wasser und Computer zusammenzubringen.

Für Ingenieure keine unlösbare Aufgabe!

Google & Co kühlt mit Wasser

2015 sah es folgendermaßen aus: Kaliforniens Rechenzentren verbrauchen grob geschätzt so viel Wasser wie in 158. 000 Olympia-Schwimmbäder passen. In einem Land, wo Politiker Kellner auffordern, kein Wasser mehr automatisch anzubieten! Wo Wassermangel zum Alltag gehört!

Auch Musterschüler Google kühlt seine Rechenzentren mit Wasser. Der riesige Data-Center-Betreiber verwendet, wie das Unternehmen gerne betont, allerdings nur aufbereitetes Wasser aus verschiedenen Quellen.

Eine Google-Anlage in Douglas County (USA) bereitet Abwasser auf, eine andere in Belgien bezieht ihr Kühlwasser aus einem Industriekanal. Das Unternehmen ist stolz darauf, Wasser zu recyclen. Es zeigt sich zuversichtlich, „für die meisten Fälle seiner Wassernutzung nachhaltige Lösungen finden zu können“.

Das klingt nach einem vorbildlichen Plan.

Ich aber frage einmal:

800 Rechenzentren…

Wie viele der Betreiber sind umweltbewusster als Landwirte?

*Foto: www.latinamericascience.org

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Thema spannend machen
Leo Nerdette

Wie du dein Thema in Nullkommanix spannend machst

„Ein Thema, gebt mir ein konkretes Thema! – Dann findet sich schon ein Weg, es spannend zu beschreiben.“

Die berühmte Angst vor dem weißen Blatt ist bei mir nichts anderes, als dass mir das Thema eines Artikels noch nicht wirklich klar ist. Ich weiß nicht, wo ich ansetzen, wie ich es aufbereiten soll. Schuld daran ist meistens Zeitdruck und mangelhafte Information. Nebiga scheint diese Entscheidungsschwäche weniger zu haben. Bei ihr kommt das Thema und die Erkenntnis, wie sie es aufbereiten soll, von selbst – über das ausgewählte Märchen, sagt sie. Ich aber plage mich, frage mich

  • Was könnte meine Leser interessieren?
  • Worüber rege ich mich selbst auf?
  • Ist es wert, es aufzuschreiben?
  • Was will ich rüberbringen?
  • Wie erreiche ich möglichst viele Leser?

Dass ich trotzdem einen brauchbaren Weg finde, mein Thema aufzubereiten, grenzt an ein Wunder. Ist aber keines!

Das Wissen, wie ich mit meinem Thema umgehen soll, verdanke ich drei Recherche-Tools. Sie zeigen mir den richtigen Ansatz, vermitteln mir jene Perspektive, die für Leser gerade jetzt spannend ist. Mit diesen Tools kristalliert sich das Thema und meine Herangehensweise endgültig heraus.

3 Recherche-Tools zum Thema-Aufpeppen

twitter.com

Gibt es einen Blogger, an dem der Zwitscher-Dienst vorbeigegangen ist? 140 Zeichen und der Link dazu. Das genügt. Für die meisten User ist er ein Tool, mit dem sie mit ihrer Community in Kontakt bleiben können und die aktuellsten Ereignisse verfolgen. Als wichtiges, strategisches Werkzeug ist Twitter aber noch immer unterschätzt.

Das Tool ist ideal, um herauszufinden, was die Menschen bewegt. Hashtags sind die eine Hilfe. Wem du folgst die andere. Deshalb pflege ich meinen Account akribisch: Ich folge Quellen, die mich mit wertvollen Informationen in meinem Fachgebiet versorgen. Dadurch sind auch meine Retweets lesenswert. Es geht bei Twitter tatsächlich um Qualität. Eigene Texte sind das Plus, das Aufrechterhalten des qualitativen Informationsflusses ein Muss. Mit Twitter bleibe ich auf dem Laufendem und kann den Followern „Mehrwert“bieten – was heißt: Es macht ihnen Spass, mir zu folgen.

feedly.com

Dieses Zeitungs- und Magazin-Portal ist großartig! Man stellt sich selbst einen Pressespiegel zusammen. Ein Pressespiegel ist eine Sammlung von Artikeln zu einem für dich wichtigen Thema. Diese Art von Bericht ist sehr alt; schon der römische Imperator Marc Aurel hat sich solche News-Sammlungen kommen lassen. Informationsvorsprung war sein Ziel.

Bei feedly.com wählt man Nachrichten von genau jenen News-Lieferanten aus, die für das Blogthema relevant sind. Jeden Tag gibt es die neuesten Berichte. Ein Blogger weiß mithilfe des Portals genau, worüber gerade medial diskutiert wird.

Answer the Public

Wie soll ich den Artikel am besten schreiben? Welchen Aspekt soll ich noch hineinbringen? Die Antwort findet man mithilfe dieses Themen-Tools. In einem wunderbaren Diagramm zeigt es in Nullkommanix, was die Menschen zu einem Keyword fragen. Wen? Natürlich die größte Suchmaschine – Google – höchstpersönlich. Diesem Tool verdanke ich einige Ideen!

Gebt zum Beispiel das Thema eures Blogs ein.

Ihr werdet Fragen finden, auf die seid ihr noch gar nicht gekommen!

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Letzte Seite als Abschied
Nebiga

Letzte Seite: Wo ein Abschied ist

Mein Liebes,

bald ist es soweit! Der Abschied fällt mir schwer, er ist jedoch unausweichlich: Wir werden uns trennen müssen!

Natürlich ahnte ich von Anfang an, dass es mit uns so einmal enden wird… wir uns auseinander leben und Adieu sagen. Abschied ist unvermeidlich – in jeder Beziehung. Das sagt mir meine Erfahrung genauso wie wann der richtige Zeitpunkt für die Trennung ist. Ich weiß einfach, wann es Zeit ist.

Jetzt bald. Es dauert nicht mehr lange. Dir geht die Luft aus. Du willst dich ausruhen, sagst du; mich drängt es weiter. Besser ist es, wir gehen unserer Wege, damit sich nichts Unausgesprochenes zwischen uns aufstaut.

Doch bevor wir endgültig Abschied nehmen, möchte ich dir danken.

Danke für die gemeinsame Zeit, unsere Reisen, deine Ausdauer! Wir verbrachten ein tolles gemeinsames Jahr, vertrauten uns. Deshalb will ich nicht schweigsam das Unausweichliche erwarten. Ich will, dass du weißt, was für ein großartiger Kerl du bist; was ich an dir in unseren gemeinsamen Monaten schätzte.

Die Liste zum Abschied ist lang

Was an dir unvergleichlich ist? Das ist

  1. deine unerschütterliche  Geduld. Nie hast du dich über Wiederholungen, Routine oder meine Wutausbrüche beschwert. Du hast mich gesehen, wie ich bin. Mich gewähren lassen, mich nur manchmal abgelenkt, so dass ich mich beruhigen konnte.
  2. wie du zuhören kannst. Egal wie absurd meine Thesen waren, du hast sie dir zunächst einmal angehört, um sie zu verstehen.
  3. deine Hilfsbereitschaft: Du warst immer für mich da, selbst in meinen düstersten Momenten.
  4. deine Kreativität: Manchmal, wenn ich mich rettungslos verrannt habe, hast du eine Idee in mir entzündet. Du hast mich aus jedem Labyrinth geholt.
  5. wie abenteuerlustig du bist! Überall hin hast du mich begleitet… wir haben in diesem Jahr die Welt bereist. Du bist nicht ein einziges Mal zurückgeblieben.
  6. deine Widerstandskraft. Ich habe dich der Hitze und Kälte, der Nässe und Trockenheit ausgesetzt. Ein Hund hat dich gebissen. Doch du hast nicht gemurrt, bist stetig an meiner Seite geblieben, hast niemals schlapp gemacht. Unerschütterlich warst du! Ein Held!
  7. deine Freundschaft! Du bist ein Freund, ein richtiger Freund! Schweigst nicht still, wenn ich mich selbst verliere; weichst unangenehmen Fragen nicht aus, stellst sie auch dann, wenn du weißt, dass ich dich dafür einen Moment hassen werde.
  8. deine Ehrlichkeit. Ich kann dich fragen, du wirst mir ehrlich antworten. Dein Ego beschönigt nicht, du antwortest, wie es ist.
  9. deine Toleranz. Anderen leihst du dein Ohr genauso, unterschiedslos: Du hörst wirklich jedem zu.
  10. deine Großzügigkeit. Stets hast du mir ausgeholfen, wenn ich Hilfe brauchte. Nie hattest du genug davon.

Nun aber ist es soweit!

Ich muss gehen. Das ist die einzige Möglichkeit! Nur so bleiben wir Freunde, zermürben einander nicht und freuen uns darauf, dass wir uns wieder treffen. Ich verspreche nichts, denn es kann Jahre dauern.

Schlage ich dich eines Tages aber auf, schwelgen wir gemeinsam in Erinnerungen.

Ja, das würde mir gefallen. Dir doch auch, oder?

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