Hades und Persephone
Nebiga

Persephone: Eine Göttin setzt sich durch

Was bisher geschah: Hades offenbarte Persephone seine Gefühle auf die ihm eigene Weise. Die Göttin der Jugend und Frische reagierte anders, als der Gott es erhofft hatte. Ihr, so sagte sie, fehle das Sonnenlicht! Damit verbannte sie Hades in das gräuliche Zwischenreich der Verliebten: Er liebte und wollte seine Angebetete bei sich haben; gleichzeitig wusste er, dass er seiner Göttin diesen Wunsch nicht erfüllen konnte. Pendelte zwischen „Himmelhoch jauchzend“ und „zu Tode betrübt“; zwischen Festhalten und Verlieren.

Oben in der Welt lief die Zeit hurtig weiter: Persephones Mutter Demeter – Göttin der Fruchtbarkeit und des Ackerbaus – war in ihren Garten zurückgekehrt. Die mütterliche Verzweiflung war unermesslich. Demeter trauerte, sorgte sich, wie es ihrem Kind im Totenreich erging; wütete, weil die Götter ihr nicht halfen, Persephone zürückzuholen. Diesen Gefühlen waren die Felder der Menschen ausgeliefert:  Es gab Tage, da ertranken die Triebe in Demeters Tränen. An anderen versengte die Hitze ihrer Wut die Saat.

Hunger breitete sich aus. Die Menschen opferten, flehten die Göttin an. Demeter aber hatte kein Erbarmen. Schließlich pilgerten die Menschen zu Zeus, um seine Hilfe zu erbitten.

Hoher Besuch in der Unterwelt

Der Göttervater seufzte. Ihm blieb nichts anderes mehr übrig: Er musste seinen Bruder Hades in der Unterwelt besuchen und Persephone zurückfordern. Der Herr der Unterwelt war jedoch ganz und gar nicht in der Stimmung, Befehle entgegenzunehmen. Schon gar nicht von seinem Bruder!

  • Sie bleibt!

knurrte er.

  • Persephone ist meine Königin!

Zeus widersprach, verwies auf seine Macht. Die Brüder verhandelten – hart, so hart, wie es eben nur Brüder können. Wenn Götter aber streiten, brodelt die Lava unter den Seen und der Boden bebt. Die Erschütterung breitete sich in Wellen aus, erreichte den Granatapfelbaum. Persephone pflückte gerade einen Apfel, als sie das Beben unter ihren Füßen spürte. Natürlich lief sie los. Sie wollte nachsehen, wer den Hades dermaßen erschütterte. Kurz bevor sie die Brüder erreichte, hörte sie ihn schon – grollend, resigniert:

  • Na gut, du bekommst sie zurück:  Sie vermisst das Sonnenlicht. Gib mir eine Weile, mich zu verabschieden! Das kannst du nicht verwehren…
  • Lass dir nicht zu lange Zeit! Ich schicke den Götterboten, sie zu holen.

Persephone entscheidet sich

Eilig verließ Zeus die unwirtliche Stätte, ließ Hades einfach stehen. Ihn, dem erst nach und nach aufging, was er versprochen  hatte – und was es bedeutete: Er würde Persephone verlieren; sie nie wieder sehen. Ihr Lachen nicht mehr hören… die Dunkelheit seines Reiches breitete sich jetzt schon in ihm aus; Schatten umfingen sein Herz.

Er lauschte in die Stille. Diesmal genoß er sie nicht; sie drohte ihm…

Wie sollte er sie aushalten?

Persephones Stimme zerriß der Stille dunklen Schleier:

  • Du, ich…

Diesmal noch. Hades wandte sich der Geliebten zu.

  • Zeus war hier.

seufzte er.

  • Ich weiß!

sagte Persephone. Sie brach den Granatapfel in ihren Händen auseinander und trat näher. Mit jedem Schritt steckte sie einen Kern in den Mund. Vier Schritte machte sie, dann war sie bei ihm.

  • Du darfst doch in meinem Reich nichts essen!

Persephone legte einen Finger an Hades Lippen.

  • Schschsch

Was blieb ihm anderes? Er schloß sie in die Arme.

So kam es, dass Persephone die Götter zwang, ihr Licht und Schatten zu gönnen. Denn selbst Zeus musste die Gesetze der Welt achten – und so bestimmt er:

  • Kehre jedes Jahr für vier Monde in Hades Reich zurück!

Die erste Fernbeziehung begann…

Wie’s in Familien aber so geht, nimmt Demeter dieses Arrangement bis heute übel. Jedes Mal, wenn Persephone zu ihrem „rücksichtslosen Gatten“ in die Unterwelt geht, schmollt sie. Eine tote Zeit kriecht über die Erde. Sobald die Göttin der Frische aber wieder zu ihr zurückkehrt, ist alles vergessen – auf den Feldern beginnt’s wieder zu blühen und gedeihen.

SO – und nur so, das sag ich euch, kamen die Jahreszeiten auf die Welt!

Advent, Advent – ein Lichtlein brennt! Erst eins, dann zwei, dann drei,

jetzt vier!

Frohes Fest!!! 🙂

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Frau Holle lässt es schneien
Leo Nerdette

Warum schneit es so wenig, Frau Holle?

Der Pfad zu Frau Holle erfordert Überwindung. Auch ich musste springen – vom Brunnenrand in unbekannte, schwarze Tiefe. Die alte Dame erklärte es mir: Würde ich mich weigern, könne ich das Interview vergessen. Ihr Zuhause sei eben unten! Sie käme selten nach oben und wenn, dann hätte sie Besseres zu tun als mit Journalist*innen zu sprechen. Besonders im Winter.

  • Die Rauhnächte kommen bald und ich weiß sowieso nicht, wo mir der Kopf steht.

Mir blieb also nichts Anderes übrig: Ich bin ins Unfaßbare gesprungen und – praktisch sofort – in Ohnmacht gefallen.

Drum weiß ich auch nicht genau, was bei meinem Sprung passiert ist. Auch dass ich die Diktier-App anhatte, hilft uns nicht. Zuerst rauscht die Aufnahme, dann zwitschern Vögel, eine Biene summt und wir hören einen Plumps. Irgendwas ist auf eine weiche Unterlage gefallen, denn es plumpste gedämpft. Das war ich, vermute ich.

Bei Frau Holle unten

Denn als ich wach wurde, roch ich zuerst einen Hauch Hyazinthen und Gras; durchzogen von gebackenem Brot. Ich konnte auch den Holunderblüten ausmachen. Frühlingsdüfte! Ich öffnete die Augen und sah Frau Holle sofort:

Sie saß vor dem Haus auf der Sonnenbank, hielt einen Ast Holunder im Arm. Ich war erleichtert! Frau Holle war nur eine weißhaarige Frau mit roten Wangen und einem Zwinkern in den Augenwinkeln. Sie entsprach nicht einem einzigen der Schreckensbilder, die in der Welt oben kursieren: Ein Monster mit Fangzähnen zum Beispiel, wirrem Haar und mit strengem Geruch.

Vor mir saß jedoch eine Dame. Ihre Haare hatte sie aufgesteckt; der Kragen ihrer Bluse war gestärkt. Damenhafte Umstände machte Frau Holle jedoch keine:

  • Fangen wir gleich an, wie gesagt, ich habe nicht viel Zeit!

Tja dann, Frau Holle – äh – bekannt sind Sie ja durch die Brüder Jakob und Wilhelm Grimm geworden. Die beiden Märchenforscher haben Frau Holle in den Kinder- und Hausmärchen veröffentlicht. Wie leben Sie mit diesem Ruhm?

  • Hier herunten? Nicht anders als zuvor.

Hat sich gar nichts verändert?

  • Doch, wenn Sie so fragen: Ich bekomme nicht mehr viel Besuch; eigentlich verirren sich höchstens Medien hierher. Hängt das mit diesem Buch zusammen?

Ähem…

Wer glaubt noch an Märchen?

Ich fürchte, das muss an etwas Anderem liegen, Frau Holle. Das Buch war eher gute Werbung.

  • Was? Mit dieser alten Geschichte? Was ist mit dem Jungen, der mir auch geholfen hat? Jakob, ja Jakob vom Wanderzirkus. Von dem könnt ihr erzählen. Aber nein, ihr wiederholt diese Geschichte von den Grimms wieder und wieder, wie eine Schallplatte, die einen Kratzer hat. Ach nein, ich vergesse … heute hört keiner mehr Platte, heute streamt ihr.

Über Jakob gibt es einen Film. Kennen Sie den noch nicht? Dadurch wurden Sie auch solchen Menschen bekannt, Frau Holle, die nicht lesen. Eigentlich müssten sie Ihnen die Bude einrennen. Schon allein für ein Selfie!

  • Selfies… So etwas kommt mir nicht ins Haus!

Aber…

Bettenmachen bei Frau HolleIch sehe sie ständig. Kaum schüttele ich die Kissen, stürzen sie aus dem Haus, springen unter den Schneeflocken herum, knipsen, knipsen und knipsen. Vor diesem Baum, hinter jenem Strauch, unter dem Denkmal und auf dem Weihnachtsmarkt. Mit Mütze, Felljacke und in Schals gemummelt. Zehn Minuten vielleicht, höchstens! Danach gehen sie ins Haus.

Was stört Sie daran? Die Menschen freuen sich halt, Frau Holle!

  • Mir  ziehen sie den letzten Nerv. Ich mag nicht mehr. Die Kissen sind schwer, ich bin alt. Ich schüttele sie zwar, werde aber so schnell müde. Früher haben die Menschen Schneemänner gebaut, sind herumgetollt, Schi gefahren, Eis gelaufen, haben eine Schneeballschlacht gemacht – was weiß ich. Stundenlang! Das war Freude – die Freude, die mir Energie gab.

Vielleicht holen Sie sich doch wieder Hilfe, Frau Holle. Damit Sie besser schütteln können.

  • Weißt du, wie Hilfe heute aussieht? Die wischt mehr im Handy herum als meinen Boden. Ganz zu schweigen von den Kissen. Wenn sich alle schon bei meinen Verschnaufpausen beschweren, dass es so wenig schneit! Nein, nein… kennen Sie vielleicht ein Kind ohne Smartphone?

 Puh… leider, Frau Holle. Mir fällt da keines ein!

Dann bin ich neben dem Brunnen aufgewacht. Neben mir das Handy, einen verkohlten Laib Brot und den Ast eines Hollunderbusches.

Frau Holle hatte wirklich wenig Zeit.

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Granatapfel
Nebiga

Hades: Verliebt in der Unterwelt

Was bisher geschah: Hades. der Herr der Unterwelt überredete die junge Göttin Persephone, ihn  in sein Reich zu begleiten. Sein Trick? Er versprach ihr Wissen über die Schatten und die Dunkelheit. Außerdem versicherte er, sie würde zum Abendbrot zurück sein, vorausgesetzt natürlich sie würde in seinem Reich nichts essen. Was er verschwieg? Die Unterwelt kannte weder Tag noch Nacht – Zeit ist im Dunkeln ein dehnbares Gut.

Aber was machte das schon? Unter Göttern spielt es doch keine Rolle, ob man zum Abendbrot desselben Tages oder Monate später zurück kam. Was würde Persephone schon verpassen? Sie schien auperdem nicht an die Oberwelt zu denken. Die junge Göttin hielt mit ihm Schritt; ließ sich nur von ihm helfen, wenn sie sich an einem schmalen Grat entlang hanteln mussten, und fragte. Fragte viel.

Alles schien sie zu begeistern – und Hades erklärte es ihr: Dunkelheit und Schatten, Erdschichten und woran sie Granat-, Gold- und Diamantadern erkennen konnte; zeigte ihr unterirdische Seen und  Tropfsteinhöhlen. Er stellte ihr sogar Charon – den Fährmann – vor – griesgrämig wie er war. Die Göttin Charon, Fährmann der Unterwelt der Jugend brachte selbst diesen zum Lächeln. Sie verbreitete Freude, wo immer sie auftauchte. Auch wenn die Schatten diese nicht spüren konnten – Hades erfüllte sie.

Das unterirdische Reich wuchs dem Gott noch stärker ans Herz – und er genoß Persephones Nähe. Sobald Hades bemerkte, dass seine Angebetete im Dunkeln fror, legte er den Arm um ihre Schultern. Sie aber tauchte unter diesem durch, lief vor und deutet auf eine Gesteinsader:

  • Granat nicht?

fragte sie. Ein anderes Mal forderte sie Hades heraus: Kletterte über schroffe Felsen, zwängte sich durch Tunnel und rief, er solle schneller machen. Dann wieder schmiegte sie sich an – schlüpfte jedoch weg, sobald sie etwas entdeckte, das sie noch nicht kannte.

Der Gott wusste nie, was kam. Es machte ihn… wahnsinnig!

Hades braucht Rat.

Den Fährmann um Rat zu fragen, wäre Hades früher niemals in den Sinn gekommen, aber  jetzt musste er sich eingestehen: Er brauchte Rat und es gab in der Unterwelt niemanden sonst, dem er sich anvertrauen wollte. So rief der Gott Charon in einem ruhigen Augenblick zu sich.

  • Sag mir, was fühlt Persephone für mich?

fragte er – geradeheraus wie er es seinen Leuten gegenüber gewohnt war. Charon schaute verdutzt und brummte:

  • Herr, wie soll ich das Herz einer Göttin kennen?
  • Wie kann ich es herausfinden? Was kann ich tun?
  • Fragt sie. Nur Persephone selbst weiß, ob sie Euch mag, Herr!

Einen solchen Rat zu befolgen, kostet Überwindung – besonders einem Gott. Hades erwog das Für und Wieder – mehrmals und länger als üblich! Schließlich machte er sich auf, seiner Angebeteten seine Gefühle zu offenbaren. Es war an der Zeit, fand er.

Ein Baum in der Unterwelt

Er entdeckte Persephone vor einer Felswand. Sie zeichnete mit einem Stück Kohle, folgte der Struktur einer Granatader und zeichnete Äste, Blätter, Früchte. Die Göttin war so vertieft, dass sie nicht bemerkte, wie Hades näher trat. Er räusperte sich.

  • Siehst du, welch schöne Äpfel diese Granate wären,

sagte Persephone, ohne sich umzudrehen. Hades kämpfte mit sich: Wie sollte er sich einem Rücken erklären? Die Göttin deutete auf ihr Wandbild:

  • Hier sind die Blätter; Schatten lassen sie leben… Dort die Früchte! Es wird ein Baum, denke ich.

Endlich wandte sie sich um – und Hades blieb der Atem weg. Ihre Augen leuchteten, wie er es noch nie zuvor gesehen hatte. Feuer brannte in ihnen, Leidenschaft. Sie hatte gemalt, funkelte  vor Leben. Wie konnte er dagegen an?

Wie sollte er sich erklären?

GranatapfelDoch Götter haben Ideen, auf die Sterblichen nie und nimmer kommen würden. Dem Herrn der Unterwelt kostete es einen Wink – und aus der Felswand brach ein Baum. Die Zeichnung erwachte zum Leben: Stamm, Äste und Zweige entstanden aus den Kohlestrichen, Früchte aus dem Granat:

  • Hast du ihn dir so vorgestellt?

fragte er. Persephone blickte ihn bewundernd an.

  • Dass du das kannst!

rief sie. Für diesen Blick würde er die Unterwelt in einen Garten verwandeln! Aber er sah ihren Augen an, dass es nicht nötig war. Persephone hatte verstanden. Das Schweigen wurde ihm lang:

  • Und?

bohrte er. Die Maid betrachtete ihre Hände, wischte die Kohle an ihrem Kleid ab.

  • Wie hast du dir das gedacht?

sagte sie plötzlich.

  • Wie soll der Baum hier unten überleben? Er braucht Wasser, Erde – Sonnenlicht.

Advent, Advent – ein Lichtlein brennt! Erst eins, dann zwei, dann drei…

Geduld! Wie’s weiter geht, erfährst du am am vierten Adventsonntag!

Schau‘ dann wieder rein! Ich freu‘ mich auf dich 🙂

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Was auf der Suche nach Herberge niemand erwähnt

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Auf der Suche nach der Herberge
Nebiga

Was auf der Suche nach Herberge niemand erwähnt

Die Gasse lag staubig im Dunkeln. Zwischen der dritten und der fünften Sur in Cholula, Mexiko, duckte sich das Haus der Nonnen hinter einer hohen, mit Glasscherben besetzten Mauer. Herberge sollte es sein für diesen Tag. Ein einziges Fenster leuchtete.

Das Tor zum Haus war jedoch festlich geschmückt. Ein Weihnachtsstern prangte in der Mitte eines Kranzes aus Reisig, in dem Orangenscheiben, Zimtstangen, Anis und goldener Bänder steckten. Auf der gegenüber liegenden Straßenseite wartete Pepe. Er lauschte dem Krachen der Feuerwerkskörper, die Jung und Alt am Hauptplatz der Stadt zündeten; sein Blick folgte den spritzenden Blüten am Himmel; Funken spiegelten sich in seinen Augen.

Jetzt müssten sie bald kommen…

Ein Pilgerzug bittet um Herberge

Erste Pilger bogen um die Ecke. Mehr und mehr Menschen folgten  – Nachbarn, Freunde und sogar ein paar Mitglieder der Kirchengemeinde, die einige Straßen weiter wohnten. Auch sie hatten sich dem Zug angeschlossen; sie wollten heute im Nonnenhaus Herberge suchen. Aus Neugier vermutlich.

In der Mitte des Pilgerzugs schlenderten Kinder: Maria und José, Engel, Esel und Ochs. Sie trugen Kerzen. Hinter ihnen spielten Musikanten und verstummten erst, als die Gruppe vor dem Tor des rot gestrichenen Nonnenhaus stehen blieb.

Die Kinder bildeten eine Gasse. Für José. Er trat vor und klopfte ans eiserne Tor. Die Musikanten stimmten an:

  • Im Namen des Himmels bitte ich um Herberge
  • denn weiter kann sie nicht mehr, meine geliebte Frau…

Im Nonnenhaus ging Licht an, sogar vorne am Tor. Die Metalltür öffnete sich einen Spalt. Der Pilgerzug sang:

  • Hier ist keine Herberge, geht weiter
  • Ich darf euch nicht öffnen, ihr könntet Gauner sein

Fast 500 Jahre ist es her

Im Nonnenhaus wohnten schon lange keine Nonnen mehr. Sie waren eines Tages plötzlich ausgezogen, ohne es der Gemeinde zuvor mitgeteilt zu haben. Das Haus stand danach eine Weile leer, bis Anfang des Jahres die Fremden eingezogen waren.

Pepe grinste, erinnerte sich an die junge Frau, die eines Tages in seiner Schreinerwerkstatt auftauchte und mit starkem Akzent um einen Besuch bat. Ein Tisch sei zu reparieren. Er wollte zuerst sehen, ob sie Geld mitgebracht hatte.

Sie war entsetzt. Wie konnte er an ihr zweifeln? Pepe zuckte nur mit den Schultern.

Eroberung Mexikos

Diego Rivera: Mural im Palast von Hernán Cortés in Cuernavaca, Morelos

Gauner gibt es überall! Das weiß in Mexiko jedes Kind. Auch dass diese selten auf den ersten Blick zu erkennen sind. Denn Gauner behaupten, was ihnen beliebt, auch, dass sie etwas Besonderes sind, Götter sogar. Sie schleichen sich unter dem Vorwand ein, Handel treiben zu wollen, bringen stählerne Waffen und Krankheiten mit und vernichten letzendlich Landstriche, Völker, ein riesiges Reich.

In nicht einmal 50 Jahren starben im 16. Jahrhundert nach der Eroberung des Aztekenreichs etwa 22, 5 Millionen Menschen – Mayas, Azteken,  Zapoteken, Mixteken, Huasteken und noch viele mehr, deren Namen heute kaum einer mehr kennt. Ursache waren die Fremden, die Spanier – Hernán Cortés und alle, die ihm folgten. Dieses Wissen steckt tief im mexikanischen Bewusstsein.

Gerüchte, die schneller fliegen als Tatsachen

  • Weißt du, wer von den Männern der Ehemann ist?
  • Womit verdienen die ihr Geld?
  • In der Kirche habe ich die noch nie gesehen.
  • Sie essen Tortillas. Ich hab‘ den Jungen beim Einkaufen zugesehen.
  • Ist das der mit dem Gold im Haar?

Am Anfang hatte Pepe nur die Gerüchte gehört. Manche  Nachbarn – Kinder wie Erwachsene – machten sich den Spaß, klingelten an dem roten Tor und fragten nach den Nonnen.

  • Hier gibt es keine Nonnen

antwortet die junge Frau. Die ersten paar Male noch verwundert, später genervt. Das wussten die Nachbarn. Doch der Satz klang so verrückt aus dem Mund der Fremde . Sie war jedoch lernfähig: Bald schon kam der Satz wie aus der Pistole geschossen, korrekt – mit fremder Betonung, aber ohne Verlegenheit.

Es blieben der Straße nur noch die Gerüchte – Mutmaßungen, Vorurteile… Pepe hörte eine Menge davon, hielt sich weiterhin vom Nonnenhaus fern. Schwieg meistens, wenn die junge Frau kam. Sie war geduldig geblieben; besuchte ihn täglich vor und nach der Arbeit; fragte, wann er sich denn endlich den Tisch ansehen würde.

  • Morgen,

sagte er; drei Monate lang. Sie fragte, er vertröstete. Bis sie eines Tages sagte:

  • Ich bin Nina. Versprich es mir in die Hand!

Da blieb ihm nicht anderes übrig: Pepe machte sich schließlich auf – zum Haus über der Straße, dem Nonnenhaus.

Wenn ein Tisch zu reparieren ist

Der Tisch war kein leichter Fall gewesen: Wackelig in den Beinen, aus dem Leim gehende Einlegearbeiten und eine an den Kanten stark abgenutze Tischplatte. So lernte er das Leben im Haus kennen;

  • Wohngemeinschaft

nannte es Nina. Pepe verlor den Überblick: Stets waren Leute da. Ob sie als Besuch galten oder im Nonnenhaus zuhause waren, konnte er meistens nicht sagen. Nina, ihr Junge mit den blonden Haaren und der Andalusier – die lebten bestimmt hier. Die junge Deutsche, die beiden Schweizer, der Texaner, die Peruanerin… wer weiß?

Während Pepe Kanten schliff, Einlegearbeiten ausbesserte und den Beinen das Wackeln austrieb, beobachtete Nina, was er tat und  löcherte ihn mit Fragen:

  • Habt ihr schon einen Christbaum für Weihnachten ?
  • Was gibt es am Weihnachtstag zu essen?
  • Wie feiert ihr Heiligabend?

Natürlich hatte seine Familie schon eine Pinie geschmückt. Seit dem 1. Dezember stand sie bereits im Haus. Später, erklärte er, hätte sowieso niemand mehr Zeit dafür;

  • später gehen wir von Haus zu Haus. Wir besuchen uns gegenseitig, neun Tage lang. Jeden Tag  kommt ein anderer dran. Wir klopfen bei Freunden, Nachbarn oder Verwandten, suchen Herberge und wenn wir eingelassen werden, feiern wir.

So viel hatte er das ganze letzte Jahr zusammengenommen nicht geredet.

Herrschende bestimmen Rituale

Im Troß der spanischen Eroberer reisten auch Missionare. Sie wollten die Götzenanbeter zum wahren Glauben bekehren. Mit wenig zimperlichen Methoden. Diese forderten nahezu ebenso viele Opfer wie die eingeschleppten Krankheiten.

Die Mönche hatten eine klar definierte Aufgabe: In zehn Jahren sollten sie die Heiden zu christlichen Arbeitern umerziehen.  Sie duldeten natürlich keine andere Religion neben dem Christentum. Das spirituelle Leben der Einheimischen war in ihren Augen sowieso keine Religion, sondern heidnischer Aberglaube und Hexerei.

Die Augustiner waren da keine Ausnahme. Der Bettelorden des Spätmittelalters hatte im 16. Jahrhundert schon längst das „Bettel“ verloren. Man errichtete das Kloster Alcolman nahe Mexiko Stadt – mit Hilfe derjenigen, die man bekehren wollte. Doch damit scheiterten die Mönche anfangs. Die Azteken liebten Feste und Feiern und hatten das ganze Jahr bereits verplant – ständig gab es heilige Feste zu Ehren ihrer Götter, auch wenn die Einheimischen keine Menschen mehr opferten.

Also mussten sich die Augustiner etwas einfallen lassen. Sie widmeten kurzerhand ein mehrtägiges Fest im Dezember um. Zwei Dinge führten sie ein:

  1. La Posada – statt der Prozession zum Altar einheimischen Gottes, ließen sie Maria und Josef Herberge suchen.
  2. La Piñata – bunte, mit Früchten und Erdnüssen gefüllte Figuren aus Krepp bestimmten die anschließenden Feiern. Auf sie schlugen die Einheimischen mit Stöcken, bis die Köstlichkeiten herausfielen.

In der Gasse 11 Poniente

La Posada - das Fest kann beginnen

Das erwartet die Herbergssuchenden – beachtet die dunklein Krug! Der ist mit Ponche – Punsch – gefüllt.

Zwischen der 3 und der 5 Sur standen an jeder Staßenseite neun Häuser. Damit kamen genug Häuser zusammen, so dass jedes nur alle zwei Jahre die Pilger bewirten brauchte.

Doch als das Nonnenhaus leer stand, ging die Rechnung nicht mehr auf. Die Fremden traute sich niemand zu fragen.Keiner nahm an, dass Nina mitmachen würde. Als Pepe aber den fertigen Tisch übergab, sagte er:

  • Keine Bezahlung, Nina. Richte dein Haus als Herberge aus.

Pepe  zählte die Pilger, die gekommen waren. Es waren mehr als irgendwo sonst in Cholula. Zufrieden sang er die letzte Strophe. Nina öffnete das Tor vollständig, hielt es auf, ihren Jungen an der Hand:

  • Tretet ein, heilige Pilger, ihr bekomm diese Ecke
  • so ärmlich die Wohnung ist, ich gebe sie von Herzen

An ihr vorbei zogen die Pilger, die Kinder, die Nachbarn, Freunde – auch Pepe. Sein Tisch, der reparierte Tisch bog sich vor Köstlichkeiten. Manche Speisen kannte er nicht. Sie sahen fremd aus. Trotzdem wusste er:  Sie alle werden alles probieren!

So bitten Pilger um Herberge

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1. Kerze – Hades sucht eine Frau fürs Leben

4. Fenster: Barbara, die sich weigert

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Beitragsbild: Cornelis Massijs, Ankunft der Heiligen Familie in Bethlehem

Barbara, die sich weigert
Leo Nerdette

Die eine Barbara, die sich weigert

Barbara war nie „recht“. Das fing schon früh an. Ihr Vater Dioscuros konnte sich nicht mehr erinnern, wann, aber er wusste noch, dass sie ein wunderschönes und eigentlich verträgliches Baby gewesen war. Schön anzusehen fand er sie auch mit neun, aber …

Pferde sind nichts für dich, Barbara! Was schleichst du im Stall herum? Geh und hilf Mutter beim Kochen! Was heißt, du willst nicht? Ich habe es gesagt – und basta. Geh!

Eine Augenweide war sie mit elf, aber…

Was steckst du deine Nase schon wieder in die Schriften? Die sind nichts für dich. Davon bekommst du nur Falten… füll deinen hübschen Kopf mit Nützlichem. Stick etwas!

Wunderschön sah sie mit dreizehn aus, aber

Wo treibst du dich herum? Du hast nicht in die Stadt zu gehen? Was? Du diskutierst? Mit wem? Am Marktplatz? Hattest du jemanden mit? Nein? Bist du wahnsinnig? Du ruinierst meinen Ruf! Geh auf dein Zimmer! Zwei Wochen will ich dich nicht sehen!

Als fünfzehnjährige war sie die Schönste der Stadt, jeder junge Mann – und auch so mancher alte – renkte sich den Hals aus, als er ihr nachsah, wenn sie auf den Marktplatz lief, aber

Der Sohn des Apothekers hat um deine Hand angehalten. Was heißt, du willst nicht? Wir haben nicht ewig Zeit. Du wirst früh genug faltig und alt. Wie? Ich kann mir die Mühe sparen, einen Mann für dich zu suchen? Was, bitte, heißt das? Du heiratest! Wen ich will!

Heirat als Ausweg?

Mit 18 hatte sich nicht nur die Kunde von Babaras Schönheit über das ganze Land verbreitet, sondern auch ihr Ruf, alle Anträge abzulehnen. Was natürlich noch mehr junge und alte Männer in das Haus des Vaters trieb und noch mehr Streit brachte. Barbara ließ sich nicht erweichen.

Sie wolle nicht heiraten – nicht einen einzigen dieser Männer. Sie überlegte, Jesus zu heiraten. Und eines Tages teilte sie ihrem Vater ihren Entschluss mit.

Waaas? Ist das nicht der Jüngling am Holzkreuz? Dieses Kreuz, das die Christen anbeten? Bist du völlig übergeschnappt? Was für Unsinn redet dir diese Sekte ein? Diese Verrückten, diese Gotteslästerer! Dorthin gehst du nicht mehr. Ich verbiete es!

Doch selbst Väter lernen dazu. Da Dioscuros wusste, dass seine Tochter sein Verbot kaum einhalten würde, ließ er einen Turm bauen. Einen Turm ohne Türe, mit nur zwei Fenstern und sperrte sie ein.

Hier bleibst du, bis du Vernunft angenommen hast!

Barbara weiß, ihre Vernunft ist eine andere

Für ihren Vater „vernünftig zu sein“, da weigerte sich Barbara – und darüber hinaus: Sie fand einen Weg, sich taufen zu lassen, dem Turm beizukommen und zu fliehen. Ein Hirte verriet ihren Fluchtort – worauf ihr wahres Martyrium begann. Dieses endete damit, dass Dioscuros höchstselbst seine Tochter enthauptete.

Erleichterung brachte ihm weder die Quälerei noch seine schändliche Tat: Barbara verweigerte sich als Geschundene genauso wie als Tote. Sie wollte nicht „funktionieren“:

  • Ein Kirschzweig, den sie berührt hatte, begann mitten im Winter zu blühen.
  • Heuschrecken fraßen den verräterischen Hirten.
  • Den Vater tötete ein Blitz, genau nach seinem tödlichen Streich.
  • Die Menschen beten zu ihr und flehen um Schutz – und das über Jahrhunderte hinweg.
  • Ja, Barbara schlich sich sogar in den Volksmund, vor allem den süddeutschen:

Margaretha mit dem Wurm, Barbara mit dem Turm, Katharina mit dem Radl, das sind die drei heiligen Madl.

Sind die Zweige der Barbara ein Zeichen der Rebellion?

In der römisch-katholischen Kirche beäugten Historiker Barbara ebenfalls skeptisch. Sie passte eigentlich nicht. Nicht unter die Heiligen.

Hatte sie tatsächlich gelebt?

Bekannt seien ja nur die Legenden, historisch nachweisen ließe sich nichts. So kritisierten die Heiligsprech-Experten den Status der rebellischen Barbara. Sie strichen deshalb im Zuge der Liturgiereformen des zweiten vatikanischen Konzils (1962-1964) die  heilige Barbara aus dem römischen Generalkalender.

Doch die Dame ist populär! Sie lässt sich nicht stillschweigend streichen. So beobachtet am 4. Dezember der Vorbeifahrende auch heute noch in manchen Regionen Vasen mit Zweigen im Fenster. Abends von einer Kerze beleuchtet.

Außerdem blieb Barbara die Schutzherrin der Architekten, der Glöckner, der Maurer, der Zimmerer – und all der anderen Bauarbeiter. Sie gewährt weiterhin als Patronin aller Berufe, die mit Feuer zu tun haben, ihren Schutz – auch der Artillerie.

Die Kirche wurde ihr einfach nicht Herr!

Ihr Gedenktag blieb daher in einigen Regionalkalendern erhalten: in Österreich zum Beispiel, in Polen, Portugal, Slowenien, Frankreich und Italien. Barbara wehrt sich weiterhin hartnäckig. Sie kämpft immer noch an vielen Fronten.

Warum lässt sie es nicht gut sein?

In Theorie… weil sie eine Andere ist, eine viel Ältere.

Es heißt, sie gehöre eigentlich zu den keltischen Göttern. Sie sei Borbeth, eine der drei Bethen.

Die Römer hätten ihr einfach einen anderen Namen gegeben:

„Barbara“ – die Ausländerin.

Beitragsbild: Saint Barbara of_Nicodemia - Jan van Eyck (1437)

 Tipp für den 4. Dezember

Im Mühl- und auch im Waldviertel, Österreich, steht ab 4. Dezember nahezu in jedem Haus ein Strauch aus Barbarazweigerl. Er soll spätestens am Christtag zu blühen beginnen.

Früher schlossen die Bauern daraus, ob es eine gute Ernte geben wird. Barbara zeigt aber mit den blühenden Zweigen auch, wer von der Familie im nächsten Jahr Glück haben wird: Dafür stellt man einen Zweig pro Familienmitglied in die Vase und schmückt ihn mit einem Wollfaden – für jedes Familienmitglied in einer anderen Farbe.

Macht euch heute also auch auf! Heut ist ein milder Tag – genießt euren Waldspaziergang! Nehmt eine Gartenschere mit und schneidet ein paar Zweige. Weicht sie über Nacht in Wasser ein und stellt sie in eine Vase.

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Hades am Eingang seines Reiches
Nebiga

Gott Hades sucht die Frau fürs Leben

Zeus, der Göttervater der Griechen, teilte die Welt unter sich und seinen Brüdern auf. Damit es gerecht zugehe, ließ er das Los entscheiden, welchen Teil wer bekommen sollte. Sein ältester Bruder, Hades, zog die Unterwelt. Andere wären mit diesem Los unglücklich gewesen. Sie hätten sich sogar beschwert, Gott Hades aber war zufrieden. Ihm sollte nun ein gigantischen Reich gehören – ein unterirdisches zwar, jedoch eines von besonderer Schönheit, durchschimmert vom Zauber der Dunkelheit.

Der Gott zog sich sofort auf seine neuen Ländereien zurück; machte sich mit ihnen, ihren Grenzen und den Bewohnern vertraut und regierte. Er nahm seine Pflichten ernst: Den Seelen der Verstorbenen ein Zuhause zu geben, war eine davon. Streit zu schlichten, eine andere. Außerdem galt es, die Schätze der Erde zu beschützen und über die wenigen Zugänge in sein Reich zu wachen. Nicht jeder durfte in die Gefilde der unteren Welt: Nur Seelenschatten und Träume. Über sie herrschte er:

Gerecht, sagten die Griechen, nannten den Gott aber auch den Unbeugsamen, den Furchtbaren.

Wenn es seine Pflichten erlaubten, streifte Hades durch die Lande; an den Felsufern der Seen entlang; zwängte sich durch Kalk-Passagen, über Schluchten in Tropfsteinhöhlen, die wie Paläste hochragten. Wände schimmerten, durchzogen von Granat-, Kohle- oder Gneisadern; Diamanten funkelten. Es gab so viel zu entdecken! In den Gewölben der Höhlen hielt der Gott an, atmete tief ein; ließ den Geruch durch seine Nase strömen – den nach Moder, Erde und Stein. Er genoß die Weite; lauschte in die Ruhe seines Reiches.

Doch manchmal sang diese in seinem Kopf – und er erinnerte sich: An die Freude… das Licht und die Farben der Oberwelt. In einem solchen Augenblick wünschte sich Hades eine Frau.

Eine Göttin sollte es sein

Dann wusste er, es war an der Zeit, seinen Bruder zu besuchen. Vom Himmel aus ließen sich die Frauen der Welt besser begutachten und Zeus war nie abgeneigt, einen Blick zu riskieren: Die Brüder lugten dann auf die Erde hinunter.

Vom Himmel herab

  • Was sagst du zu der?
  • Zu blond.
  • Und die?
  • Was soll ich mit einer Nymphe?
  • Hmmm, aber die. Die wär‘ doch was? Sieh‘ dir bloß diesen Hintern an! Was meinst?
  • Eine Sterbliche? ZEUS, sie soll meine Königin werden!
  • Na, wenn du nicht… Ich wäre nicht ab… ohh… sie bückt sich…

Wenn er bloß einmal bei der Sache bleiben könnte! Hades fuhr seinem Bruder an:

  • Zeig‘ mir nur die Göttinnen, die noch keinen Gatten haben!

Doch so einfach, wie der Gott es sich vorgestellt hatte, war es nicht: Selbst als er eine fand, die ihm gefiel und die sich nicht vor einem näheren Kennenlernen sträubte, gab es eine Hürde, die keine nahm: Keine wollte mit ihm in die Unterwelt, geschweige denn dort bleiben.

Hades kehrte allein zurück in sein Reich; machte weiter wie bisher: Herrschte, schlichtete, wachte, streifte umher – und lauschte der Stille.

Bis eines Tages… Lachen seine Ruhe störte. Es perlte an sein Ohr und riss ihn aus den Gedanken. Nach dem Lachen hörte er eine Stimme:

  • Lasst mich! Ich klettere da jetzt hoch! Da oben war ich noch nie!
  • Ach was, ihr redet ja wie Mutter…
  •  Ohhh – dieser Blick – und erst das Licht! Wartet nicht auf mich, hier male ich!

Natürlich musste Hades nachsehen, was los war. Jemand befand sich an der Grenze SEINES Reiches – und es dürfte sich um keine Seele handeln. Genau dort, wo das Dunkel der Unterwelt auf das Licht der Oberwelt traf, spähte er aus der Höhle nach draußen. Er blinzelte; es dauerte eine Weile bis sich seine Augen an das Licht gewöhnten.

Da sah er sie zum ersten Mal: Persephone, die göttliche Maid.

Und was Hades sah!

Persephone war die Jugend, die Frische selbst. Sie war der Wind, der zart durch die Haare streift oder das Morgenrot, das die Dämmerung vertreibt. Alle Menschen, ja sogar die Götter, waren in sie verliebt; ein bisschen jedenfalls: so ähnlich wie in den Anfang eines Abenteuers; wie in den Funken einer Idee.

Dieses göttliche Wesen saß nun vor ihm auf einem Felsen, ein Blatt auf dem Schoß und malte. Er konnte sich nicht satt sehen. Alles war ein Fest für seine Augen: Die Farbkleckse auf ihrem Kleid genauso wie ihr zerwuscheltes Haar und die bloßen Füße.

Diese Göttin war für ihn gemacht. Endlich hatte er sie gefunden!

Er musste handeln, aber wusste so schnell nicht, wie. Glücklicherweise kommt auch Göttern hin und wieder der Zufall zu Hilfe: Diesmal in Form von Donnergrollen.

Persephone war so vertieft in ihre Malerei, dass sie es nicht zu bemerken schien. Es blitzte. Ihre Begleiterinnen riefen von fern. Doch erst als der Regen auf das Blatt tropfte, sah Hades sie aufspringen. Das Blatt an ihre Brust gepresst blickte sie sich um; näherte sich dem Busch vor der  Felsspalte, hinter der  er lauerte. Ihr Ellenbogen berührte den Strauch.

Da griff Gott Hades zu.

Advent, Advent – ein Lichtlein brennt! Erst eins…

Geduld! Wie’s weiter geht, erfährst du am zweiten Adventsonntag 😉

Schaut rein! Ich freu‘ mich auf euch 🙂

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Großmutter erzählt
Nebiga

Großmutter erzählt nachts in der Stube

Dass eine Großmutter erzählt, gehört praktisch zum Berufsbild. Sie ist diejenige, der wir die Märchen verdanken – und die diese an die Enkelgeneration weitergibt. So ist die Idee. Aber woher stammt die eigentlich? Weil… wenn ich mich so umschaue… Omas heute gehen lieber in Yoga- oder Bauchtanz-Kurse und sind ständig unterwegs. Sie haben wenig Zeit im Lehnstuhl zu sitzen und den Kindern Geschichten zu erzählen.

Noch weniger entsprechen sie dem Bild, das die Brüder Grimm von ihrer Geschichten-Quelle malten. Sie wollten die Behauptung, die Märchensammlung sei rein deutsch und von nirgends her erborgt untermauern und erfanden für den zweiten Band der Kinder- und Hausmärchen eine idealtypische Erzählerin: die Viehmännin. Eine

  • Bäuerin aus dem nah bei Cassel gelegenen Dorfe Zwehrn.

Tatsächlich handelte es sich bei der vermeintlichen Bäuerin um eine zwar arme, aber gebildete Schneidersfrau mit hugenottischen Wurzeln. Die Brüder Grimm bedienten also ein schon vorhandenes Bild, um an Leser zu gelangen. Eines, das bereits im Verschwinden begriffen, aber noch im Bewusstsein der Leute vorhanden war.

Vom Berufsbild der erzählenden Bäuerin

Winter ist’s, der Schnee liegt auf den Hängen und glitzert in der Dämmerung. In der Küche ist gut geheizt. Die Öllampe spendet Licht. Kinder zausen Wolle, die Magd kämmt sie.

Drei Frauen sitzen an ihren Spinnrädern. Sogar die Altbäuerin hat ihres hervorgeholt. Sie bückt sich zum ersten Flachsbündel, reicht es der ersten Frau, streckt sich nach dem zweiten, gibt es der anderen, greift zum dritten und setzt sich auf einen dreibeinigen Schemel.

Die Bäuerin beginnt zu spinnen und die Frauen tun es ihr nach. Holzpantoffel klopfen dumpf auf den Boden, Spinnräder surren, Daumen und Zeigefinger ziehen den Faden…

  • Großmutter, bitte! Erzähl‘ uns was!

Die Frauen nicken zustimmend. Sie waren schon am Morgen vom Nachbarhof aufgebrochen; drei Stunden dauerte es, um zu kommen. Sie sind gekommen, um zu helfen. Nebenbei  hören sie Überliefertes oder Erlebtes über Ehe, Geburt, Krankheit, Leben, Tod und — die Liebe.

Die Altbäurin lächelt, dreht das Rad und zwirbelt Flachs zum Faden. Es ist als hätte sie nicht gehört. Trotzdem verstummen die Kinder. Die Magd legt ein paar Scheite in den Ofen, die in der plötzlichen Hitze knacken und  knistern. Dann räuspert sich die Bäuerin müde.

  • Es war einmal…

— so fängt es an:

Und die Großmutter erzählt

Altbäurin mit SpinnradVielleicht ist es ein Märchen, vielleicht eine Geschichte aus dem Dorf, vielleicht beides in einem. Großmutter hat eine Vorliebe für Märchen und Erzählstoffe, die mit ihren umtriebigen Händen Schritt halten.

Sie bevorzugt als Erzählzeit das Präteritum, verwendet gern die indirekte Rede und Wörter, die heute nicht mehr jede* kennt. Während sich das Spinnrad dreht und ihre Hände beständig zwirbeln —

  • Schnurr, schnurr, schnurr, dreimal gezogen, war die Spule voll

— spricht sie mit ruhiger, entspannter Stimme. Manchmal verweilt sie, übt sich in epischer Breite. Dann wieder spricht sie genauso, wie ihr Spinnrad sich dreht – monoton, stetig, wiederkehrend.

Wenn Großmutter erzählt, bricht ihre Stimme schon einmal. Man merkt ihr das Alter, den häufigen Gebrauch an. Doch solange es an diesem Abend Flachsbündel zu spinnen gibt, solange verstummt diese Stimme nicht.

Wie hört man einer Altbäuerin richtig zu?

Während Großmutter erzählt, sehen die Frauen und Kinder sie nie an. Sie sind in ihr Tun vertieft, spitzen jedoch ihre Ohren. Kein Wort darf ihnen entgehen! Je gebannter ihre Augen auf ihre Arbeit gerichtet sind, desto intensiver lebt ihr Geist in der Geschichte – und die Großmutter erzählt.

Die Holzpantoffeln klopfen, das Feuer knackt. Die Zuhörer*innen spüren die Furcht, das Erstaunen, die Liebe und Freude der Held*innen in sich. Trotzdem hören sie niemals auf zu arbeiten.

  • Je selbstvergessener der Lauschende, desto tiefer prägt sich ihm das Gehörte ein. Wo ihn der Rhythmus der Arbeit ergriffen hat, da lauscht er den Geschichten auf solche Weise, daß ihm die Gabe, sie zu erzählen, von selbst zufällt. (Walter Benjamin in seinem Essay über das Erzählen )

Bald nämlich wird eine* von ihnen erzählen müssen: Die Großmutter ahnt, dass ihr die Zeit ausgeht. Sie ist mittlerweile erschöpft; weiß,  dass sie bald keine Wolle mehr spinnen kann. Ihre Geschichten aber möchte sie weitergeben. Sie sollen weiterleben, jenseits von Geburt und Tod.

Tipp: Märchenerzähler*innen zuhören

Märchenerzähler*innen sind so unterschiedlich wie Schneeflocken. Deshalb solltet ihr genau so vielen lauschen, wie ihr finden könnt. Zur Winterzeit erzählen sie übrigens an allen möglichen Orten: auf Weihnachtsmärkten, in Schulen, in den Städtischen Büchereien, in Geschäften, beim Weihnachtsessen… hört euch einfach um! Es zahlt sich aus!

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Wer bringt die Geschenke
Leo Nerdette

Geschenke – Wer bringt sie denn nu?

Ach Weihnachten! Stille, erholsame Zeit. Tage der Geschenke und der Nostalgie! Wir wissen alle, wie sie sein sollen…

  • Schnee fällt; im Kamin prasselt Holz; daneben steht eine Tanne, mit Glaskugeln und Bienenwachskerzen geschmückt. Über dem Kamin hängen Socken – naja, eher wollene Kniestrümpfe, aber sei’s drum – und auf dem Tischchen steht ein Teller mit Plätzchen für den Weihnachtsmann…
  • Weihnachtsmann? Seit wann bringt ein Weihnachtsmann Geschenke? Lieferant ist doch das Christkind. Es fliegt an Heiligabend vorbei, arrangiert die mitgebrachten Gaben und den Baum. Wenn alles fertig ist, läutet es ein goldenes Glöckchen und verschwindet. Manche Kinder erhaschen vielleicht noch einen Schimmer der Flügel.
  • Christkind? Jesus liegt zu Weihnachten in der Krippe und ist ein Baby. Wie soll er Geschenke tragen? Außerdem ist er das Kind, zu dem die Heiligen Drei Könige pilgern und das sie mit Weihrauch, Myrre und Gold beschenken. Da ist es nur logisch, dass die auch die Kinder der Welt…

Weltweit reden im Dezember  Leute von „Weihnachten“ und haben ein genaues Bild vor Augen. Die meisten setzen alles daran, dass es genauso aussieht wie zu ihrer Kinderzeit! Als besonders eifrig erweisen sich diejenigen, die selbst Kinder haben. Doch: Wenn der eine von Weihnachten spricht, muss der andere noch lange nicht verstehen, was er genau damit gemeint hat.

Das sorgt für eine gehörige Portion Wirrwarr.

Die fünf wichtigsten Gabenbringer

Je nach Land oder Region bringt nämlich eine andere Figur die Geschenke, ja selbst die Tage variieren, an denen sie  welche verteilen sollen: Kinder können am 5., 6., 13. am 24. und 25. Dezember Geschenke kriegen oder eben erst am 6. Januar. Historisch gesehen hatte sich das Datum mehrmals geändert. Es gibt Generationen, bei denen war der Gabentag in der Kindheit ein anderer, als in der Jugendzeit.

Wir von Märchen für Globetrotter haben uns die Mühe gemacht, Buch zu führen. Damit in diesem Jahr niemand den Überblick verliert – hier sind also die fünf wichtigsten Gestalten, die an Weihnachten Geschenke bringen:

Väterchen Frost:

Väterchen Frost bringt Geschenke

Väterchen Frost von Ivan Bilibin (1932)

In den slawischen Ländern, vor allem in Russland, existiert diese Märchenfigur schon lange. Eigentlich ist es Herr Winter – jener altehrwürdige Eisbringer, der vor allem in Sibirien seine Kräfte spielen lässt.

Väterchen Frost nennt einen langen, dicken und weißen Bart sein eigen und führt ein magisches Zepter. Was er mit dessen Spitze berührt, gefriert. Er wohnt übrigens tief im Nadelwald des Nordens und fährt am Neujahrstag einen von drei Schimmeln gezogenen Schlitten voller Geschenke aus. Post können ihm Kinder auch schicken. Obwohl…

Generell macht er eher einen eisigen Eindruck. Vermutlich wegen seines grauen, mit Blautönen durchwebten Pelzmantels. Allerdings färbt der sich mit zunehmenden westlichen Einfluss langsam rot.

Die Hexe Befana

Hexe Befana verteilt die Geschenke

Die Hexe Befana von ho visto nina volare

Diese Figur stellt angeblich eine Parallelgestalt zur alpenländischen Perchta dar, ist ein Überbleibsel der  keltischen Bethen (Perchten), die speziell am Ende der Rauhnächte – nämlich in der Nacht zum und der Tag des 6. Januar – auftreten. Die Bethen segneten Haus, Hof, Mensch und Vieh und als Zeichen, dass sie da gewesen waren, hinterließen sie drei Kreuze an den Türen.

In Abwandlung geht die Geschichte der Befana so: Als Schönpercht – gute Hexe – sucht sie in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar eigentlich das Jesukind, muss aber von Haus zu Haus fliegen, weil sie den Stern verpasste, der die Heiligen Drei Könige leitet. Dabei bringt sie Geschenke – und manchmal straft sie. Je nachdem, wie brav die Kinder das Jahr über waren.

Christkind

Christkind im Struwwelpeter -1845

Christkind von Heinrich Hoffmann aus Der Struwwelpeter (1845)

Tja – eigentlich ist das Christkind ja evangelisch. Das muss jetzt mal gesagt werden, auch wenn es unter den Katholiken weit verbreitet ist.

Dass das Christkind an Heiligabend die Gaben vorbeibringt, war ein Einfall Martin Luthers. Dem Reformator  war die vorher auch in seinem Hause übliche Bescherung am Nikolaustag ein Dorn im Auge. Dieser Brauch widersprach seiner Ablehnung der Heiligenverehrung.  Deshalb verlegte er den Tag für die Geschenke auf Heiligabend. Ursprünglich war sein Gabenbringer der „Heilige Christ“, wie Luther das Jesuskind nannte.

Offenbar war den Leuten diese Vorstellung etwas zu theoretisch. Sie wollten „Handfesteres“ – einen weiblichen Engel zum Beispiel. Im 17. Jahrhundert setzte sich diese Vorstellung  durch: In weihnachtlichen Umzugsbräuchen ziehen Maria, Josef und das Jesuskind durch die Straßen, begleitet von weiß gekleideten Mädchen mit offenem Haar als Engel, angeführt vom Christkind.

Deswegen legt in manchen Ländern ein weiblicher Engel die Geschenke ab, in anderen kommen sie dagegen mit dem Kind in der Krippe.

Hl. Nikolaus oder Sinterklaas

Sinterklaas und der Zwarte Piet von Daan Hoeksema (1879–1935)

Sinterklaas und der Zwarte Piet von Daan Hoeksema (1879–1935)

Endlich mal einer zum Anfassen! Sprich, es gibt ein paar historische Tatsachen – der Mann hat offenbar wirklich gelebt. Nikolaus von Myra wurde zwischen 270 und 286 n. Ch. in einer Stadt Lykien geboren, gestorben ist er am 6. Dezember 326. Als Abt und Bischof nahm man ihn 310 im Zuge der Christenverfolgungen gefangen und folterte ihn. Aufgrund seines Martyriums sprach ihn die katholische Kirche später heilig.

Um ihn ranken sich natürlich auch einige Legenden. Eine davon ist die, dass er sein ererbtes Vermögen unter den Armen verteilt, eine andere, dass er in einer bitterkalten Winternacht seinen Mantel einem Bettler gab. Dass solches Verhalten so ziemlich jedem Bischof der Zeit zugeschrieben wurde, spielte keine Rolle, als man ihn heilig sprach.

Die Legende vom geteilten Mantel hatte zudem einen Vorteil: Sie machte ihn zum geeigneten Mann, der den Armen und Kindern im Winter Geschenke bringt.

In den Niederlanden heißt der heilige Nikolaus „Sinterklaas“ und landet am letzten Samstag im November mit seinem Reisegefährten, Zwarter Piet, in den Hafenstädten Hollands. Das ist jedes Mal ein Fest, wenn er mit seinem Schimmel an Land reitet. Die Kinder stellen Schuhe vor die Türe, in denen ihr Wunschzettel liegt

Am Abend des 5. bringt Sinterklaas die Geschenke, die er noch mit einem Gedicht versehen hat. Und weil Sinterklaas auch noch Humor hat, gibt’s für die Familien viel zu lachen.

Die Heiligen drei Könige

Die heiligen drei Könige Ravenna

Mosaik in der Basilica di Sant’Apollinare Nuovo in Ravenna: „I tre Re Magi“. Foto von Nina Aldin Thune

In Spanien zum Beispiel kommen traditionell die Heiligen Drei Könige (Reyes Magos) und bringen ihre Geschenke. Auch sie entstammen der Legende: In der Bibel folgen Sterndeuter dem Leitstern – von Königen ist genauso wenig die Rede wie von ihrer Zahl.  Trotzdem haben sie sich als Gabenbringer durchgesetzt. Ihr Nachteil ist, dass die Kinder bis zum 6. Januar warten müssen, bis sie beschenkt werden. Ärgerlicherweise harren die Kleinen manchmal sogar vergeblich: Unartige Kinder bekommen statt der Geschenke nur Kohlestücke.

Die drei Könige kommen in Spanien schon auch einmal auf Kamelen angeritten und sind offenbar ausgehungert. Die Kinder müssen Wasser und Brot für sie vor die Tür stellen und finden dafür am Morgen des 6. Januars die Geschenke vor.

Mit diesen fünf Gabenbringern behalten alle den Überblick. Diese Figuren haben sich über den Erdball in leicht abgewandelter Form verbreitet. Der Weihnachtsmann ist auch eine Variante: Er ist ein Sammelsurium aus verschiedensten Elementen des  Heiligen Nikolaus und Väterchen Frost.

Für die Kinder sollten wir uns aber für eine Gestalt einigen – und an einem Strang ziehen. Nur so zur Vorsorge…

Sonst antwortet die nächste Generation auf die Frage: „Wer bringt die Geschenke?“

Klar! Amazon.

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