Diätplan für erfüllte Tage
Leo Nerdette

Ultimativer Diätplan für erfüllte Tage

Unweigerlich kommt er, der Aschermittwoch – und mit ihm die Fastenzeit. Denkst du jetzt an deine Bikinifigur? Oder suchst du nach einer schnellen, zeitsparenden Möglichkeit überflüssige Pfunde zu verlieren? Keine Sorge, du bist nicht allein…

Für euch, die ihr in den nächsten Wochen alles zu tun gedenkt, damit ihr wieder los werdet, was ihr in den letzten Wochen, Monaten, Jahren in euch hineingestopft habt, haben wir diesen Diätplan erstellt.

Den einzig wahren… den ultimativen Diätplan!

Unsere erkärte Mission: Wir wollen Menschen helfen, sich von unnötigem Ballast zu befreien. Auf dass sie sich wieder freier bewegen, klarer denken und öfter freuen können!

Diätplan für schlaue Köpfe

Eines schicken wir jedoch noch voraus: Wie alle Diäten ist auch diese kein Honigschlecken! Du musst hart arbeiten und einige Durststrecken überstehen. Daher solltest du gut überlegen, ob du dich unserem Plan anschließt.

Grundsätzliche Fakten

  • 6 Wochen: Sie reichen völlig aus, nachhaltig zu entschlacken.
  • 112prozentige Erfolgsgarantie: Vorausgesetzt du hältst den Diätplan tatsächlich durch.
  • 1 klarer Diätfahrplan pro Woche
  • Punktesystem für Sport
  • 30-50 Prozent Steigerung des Glücksquotienten sind garantiert.

Bestandsaufnahme

Am Beginn eines Diätplans steht eine umfassende Analyse des Ist-Zustands. Daher gilt es zunächst zu sammeln,

  • wie viele Stunden deiner Freizeit verbringst du online?
  • Gliedere diese Stunden in Geräte: Smartphone, PC, Tablet, TV…?
  • Analysieren wie lange du welche Medien nutzt: Facebook, Twitter, Netflix, Pinterest, Instagram, mit deinem Blog…
  • Mache dir eine Liste dazu
  • Dieser stellst du eine andere Liste gegenüber: In ihr hältst du fest, wie viel Zeit du mit Freunden, der Familie, Sport, in der Natur, auf Reisen verbringst – ohne irgendein Gerät.

Hast du die Bestandsaufnahme beendet, formulierst du dein Ziel. Die Stundenanzahl, die es für dich ermöglicht, entspannt deine Freizeit zu genießen. Doch sei dir bewusst: Alles, was höher als 1-2 Stunden täglich liegt, gefährdet die Zufriedenheit eines jeden Menschen.

Durchführung

  1. Schritt: Du folgst dem detaillierten Wochenplan.
  2. Schritt: In einen Kalender notierst du in Stichworten, was du bewältigt hast, woran du gescheitert bist.
  3. Schritt: Du zeichnest dazu, wie du dich fühlst: 🙂 oder 🙁 oder 😉
  4. Schritt: Jede Woche fasst du zusammen, was du in ihr anders gemacht, was du kennengelernt hast und was dir daran Freude macht.
  5. Schritt: Du verzeichnest, um wieviel leichter du dich fühlst.

 Woche eins

Wie bei jeder guten Diät, muss sich dein Körper erst darauf einstellen, dass der Entzug von Gewohntem droht. Daher gibt es am ersten Tag nur Gemüse ohne Fett… In unserem Fall

  • darfst du durch zwei Netzwerke streamen, aber nicht interagieren: Kein Gefällt mir, kein Teilen, keine Kommentare. Kurz, nur schauen bzw. hören!
  • Es gibt kein Zeitlimit!

Am zweiten Tag gibt es

  • nur noch Netflix, ein Computerspiel oder deinen Blog/Lieblingsblog oder Ähnliches.
  • Keine sozialen Netze!
  • Zeitlimit: 3 Stunden.

Die folgenden Tage darfst du nur noch in soziale Netze,

  1. wenn du deinen Freunden mitteilst, dass du eine Diät machst.
  2. sie um Hilfe bittest, weil du Zuspruch brauchst.

Das Zeitlimit für alle Online-Tätigkeiten gemeinsam: Maximal 1,5 Stunden.

In dieser Woche musst du dich organisieren, deshalb sind noch keine Aktivitäten geplant. Doch wir haben Beispiele, wie du dich in der plötzlich frei gewordenen Zeit beschäftigen kannst:

  • Gestalte deinen Wochenplan besonders schön.
  • Überlege detailliert, was du mit der neu gewonnenen Freizeit tun könntest
  • Schreib‘ eine Liste von jenen Aktivitäten, die du immer schon machen wolltest, wozu du aber nie gekommen bist.
  • telefoniere viel mit Freunden,
  • schreib‘ Briefe – keine Mails 😉
  • lies ein Buch oder auch zwei

Wenn du den Drang nach einem Blick auf dein Smartphone verspürst: Lass den Moment vorüber gehen, ohne eine Aktion gesetzt zu haben. Genieße die Stille – und widme dich deiner unmittelbaren Umgebung.

Woche zwei bis fünf

Das Zeitlimit geht Schritt für Schritt auf 0 Minuten hinunter.

Das klingt schlimmer als es ist! Du arbeitest dich ja langsam vor.

Wie du es schaffst?

Zunächst einmal ist es wichtig, konsequent zu sein: Ausreden gelten nicht – auch wenn du dir plötzlich einbildest, unbedingt noch ein Dokument in der Freizeit abarbeiten zu müssen! Arbeit bleibt im Büro, Studium auf der Uni! Zuhause arbeiten gibt es nicht. Genauso wenig wie es erlaubt ist, länger in der Arbeit zu bleiben, nur weil du deine Online-Zeit vermisst. Die Freunde triffst du persönlich oder eben nicht!

Es gab übrigens eine Zeit vor Google Maps, SnapChat oder Facebook.

Wenn du gar nicht mehr weiter weißt, frag deine Eltern. Wie haben sie in der Präcomputerzeit überlebt? Haben sie überhaupt gelebt? Wie konnten sie Lokale finden, wenn ihnen Google nicht den Weg wies. Woher bekamen sie ihre Bücher, als es Amazon noch nicht gab? Wie beantworteten sie ihre Fragen – so ganz ohne Suchmaschine?

Überlebensnotwendig ist es jedoch für dich, Balance zu halten! Für jede Minute weniger Online-Zeit, gibt es eine Stunde mehr Aktivität aus deiner in der ersten Woche erstellten Liste.

0 Minuten. Das musst du dir vorstellen: 0 Minuten…

Ein großes, fast rundes 0…

Die letzte Woche

Mit Null endet der Diätplan jedoch noch nicht. Null ist eine Leistung, eine großartige – ja!

Nur – der nächste Schritt führt dich weg von der Aktivität hin zur Stille. Die Seele baumeln lassen – das ist deine Aufgabe in dieser Woche, 7 Tage lang…

Nein, du musst deine Wohnung nicht putzen. Deine Mutter besuchen? Das geht doch nächste Woche noch! Regale, Papiere, Schränke ordnen… Sorry! Nein, Das einzige, was erlaubt ist:

Ruhe, Stille, Nachdenken.

Das ist es.

Du wirst sehen: Voller kriegst du deine Tage nicht!

 

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Reden wir über Flüchtlinge
Nebiga

Gut. Reden wir über Flüchtlinge

Flüchtlinge kommen als Welle, als Flut und marschieren auf Grenzen zu. Sie stürmen Zäune, wälzen sich durch Staaten und lösen Krisen aus; sie  ängstigen Frauen, Kinder und die, die schon immer dort leben, wohin sie jetzt eben flüchten. Bilder wie diese entstehen in den Köpfen durch Monologe; Monologe in U-Bahnen, die  wildfremd Entrüstete Passanten entgegenschleudern. Monologe, die an Stammtischen, am Tresen im Café nebenan genauso wie beim Essen unter Freunden abgenickt werden – ja, sogar unter Freunden. Monologe, die jene, die tagtäglich mit Flüchtlingen arbeiten, mundtot machen. Ihr Mund ist ausgetrocknet von ständigen Widerworten, ihren Beschreibungen, wie sie das Leben mit Flüchtlingen erleben. Widerworte, die oft ungehört verhallen.

Andere Wörter schwirren herum, haben offenbar mehr Gewicht. Bekannte Kriegs- und Angstterminologie, Sätze wie Man wird doch noch sagen dürfen; Es ist nun mal eine ganz andere Kultur; die verstehen unsere Werte nicht; Flüchtlinge lungern herum, respektieren nicht… In der Presse  können wir alle Begriffen nachlesen, falls uns eine Platitüde oder ein Angstbild abhanden gekommen ist: Wort für Wort – und die Bilder verdichten sich, die Furcht dahinter wächst proportional mit. Sie hindert daran, im Sprachgewühl nach ihm oder ihr zu suchen, dem/der einen, dem „Flüchtling“: Wer kommt? Wer flieht? Wie ist der Mensch denn so?

Flüchtlinge sind… Kriegskinder, Asylanten

vielfältige FlüchtlingeZum Beispiel Fadi, der Junge, der vor mir sitzt und seine Zwillingsschwester liebevoll auf den Arm boxt, weil sie etwas Kluges sagt. Zwei Kurden aus dem Iran. Ismahan mit ihren bunten, weiten Röcken, ihren freizügig offenen Blusen, die alle mit Riesenblumen bedruckt sind. Rhana trägt in der Klasse nur Tschador. Beide Frauen kommen aus Somalia – zicken sich täglich an und arbeiten niemals in derselben Gruppe zusammen. Basil, der Bulgare mit seinen feingliedrigen Händen und seiner ungewöhnlichen Sprachbegabung, hat seinen Platz mitten in der Gruppe afghanischer Jungs gefunden. Es dauert gewöhnlich bis dieser Tisch sich füllt. Die Jungs kommen nicht pünktlich, verstehen nicht, warum das überhaupt von ihnen gefordert ist; Basil ist immer da. Der schon ältere Sami zählt gern vermeintliche Erfolge bei Frauen. Er telefoniert mitten im Unterricht „mit seiner Mutter“ und kommt morgens nicht gut aus dem Bett. Und Amit? Amit, der Syrer, setzt seine Mütze nicht ab. Er kam am Morgen nicht dazu, sich zu frisieren.

Wer wissen will, wie „Flüchtlinge“ ticken, muss warten können. Warten, bis sie diskutieren.

„Nein“, antworte ich auf eine beliebte Frage, die ich die Monate zuvor umgangen habe. „Nein, ich glaube nicht an Gott!“

Wer gerade tuschelte, die Augen zum Fenster hinaus schweifen ließ, verstohlen in seinem Handy wischte – vergisst sein Tun. Dieses Thema interessiert, betrifft die Jugendlichen; sie finden es zu wichtig, um es ignorieren zu können.

„Das gibt es nicht“, entgegnen die einen – entrüstet. Tarik nickt jedoch heftig, zustimmend. Er glaube nicht mehr an Allah, sagt er: „Der Glaube an Gott löst zuviele Kriege aus.“

Ausnahmslos hören sie zu, wollen ihre Ansicht kundtun, wollen gehört werden. Hände winken mir zu, andere unterbrechen einfach. Selbst die wenigen Frauen in der Klasse beteiligen sich, vertreten sich, finden Worte. Sie alle fühlen sich sicher genug dazu. Ein Gefühl, an dem wir zusammen arbeiten, seitdem sie hier in der Klasse sitzen. Dieser Raum ist ein vertrauter, sicherer Raum. Dieses Gefühl kommt allerdings nicht von heute auf morgen. Nicht nach den Erlebnissen ihrer Flucht; nicht nach Jahren der Unsicherheit in ihrem Land. Vertrauen muss wachsen. Ein Jahr ist dafür auch schon mal nicht lange genug.

Sobald wir über Gott, über Frauen, Männer, Geschlechterrollen und Lebensstile diskutieren können, ohne dass jemand aus Angst verstummt, weiß ich, dass diese Flüchtlinge angekommen sind. Dass sie ihren weiteren Weg in der Gesellschaft suchen und ihren Platz finden werden.

… auf der Suche nach einem besseren Leben

FlüchtlingSie haben nicht das Recht, hier zu sein. Sie halten sich nicht an die Gesetze, sind Kleinkriminelle und werfen ein Zwielicht auf diejenigen, die wirklich Hilfe brauchen. Verdächtig sind Marokkaner, Griechen, Bulgaren, Albaner, Mexikaner… Slawen und Lateinamerikaner generell und auch noch alle anderen, die aus ihrem Land auswandern, nur um ein besseres Leben in einem anderen zu suchen. Diebsgesindel nannte man sie in der Zwischenkriegszeit und gemeint waren oft die jüdischen Einwanderer aus dem Osten. Wirtschafts-Flüchtlinge heißen sie heute. Sie flüchten ja nur aus wirtschaftlichen Gründen und landen bei uns, die wir doch auch nicht genug haben, sagen die „guten Bürger“ verärgert, verunsichert. Das Ziel dieser Flüchtlinge sei es einzig und allein den Sozialstaat auszunützen.

Zu diesen guten Bürgern zählt sich auch der Busfahrer, der seine Aushilfstour im kleinen Café des Ortes unterbricht. Er hat sein ganzes Leben lang gearbeitet. Sogar jetzt, in der Pension, hilft er noch aus. Weißhaarig sitzt er mit seiner frisch gebügelten Uniform am Holz-Tresen, vor sich den Cappucchino und lamentiert. Darüber, dass das Geld hinten und vorne nicht reicht, dass der Staat zuviel Steuern abzwickt, um es dann den Flüchtlingen hinterher zu tragen. Dass eben diese Flüchtlinge ja nur kommen, weil sie wissen, dass für sie gesorgt ist. Sein Sermon ist nicht zu überhören: Das Café ist zu klein, als dass man sich taub stellen könnte. Bald beteiligen sich andere Gäste, auch die Kaffeebesitzerin, an seiner Einschätzung der Weltlage – in Deutschland, in der EU. Sie stimmen zu, tragen mit ihren kleinen Alltagsgeschichten bei. Quintessenz: Dem kleinen Mann gehe es generell nicht gut, er müsse jetzt auch noch für die Flüchtlinge aufkommen, nur weil Angela sie eingeladen hat.

Die Sonne brennt mir unbarmherzig ins Gesicht. Ich wende der Fensterfront den Rücken zu, sehe direkt zum Tresen hin.

Wie schlecht es den Leuten in Deutschland heute tatsächlich geht, illustriert der Busfahrer mit der Geschichte über seinen Neffen, von Beruf Rettungsfahrer. Wegen der hohen Steuern, der Schichtarbeit und der unübersichtlichen Verwaltung in den Krankenhäusern sei es kein leichtes Leben. Hier in Deutschland. In Norwegen aber! In Norwegen sei alles besser!

Die Vertretungen sind hervorragend organisiert, die Mitarbeiter werden über ein gemeinsames Pool verwaltet. Das funktioniert bestens! Der Lohn ist natürlich wesentlich höher, denn die Norweger haben noch einen Sozialstaat. Steuerlich sieht es auch gut aus. Weil der Neffe Deutscher ist, fallen diese nicht so hoch aus.

„Ein Wirtschaftsflüchtling also“, unterbreche ich.

Aber nicht doch: Das ist etwas ganz Anderes!

Flüchtlinge brechen Gesetze

Das Thema Flüchtlinge spaltet sogar Immigranten, Freunde. Sie haben in einem anderen EU-Land studiert, arbeiten jetzt dort und leben noch zusammen in der WG. Der Riss geht mitten durch – es steht 2:2 am Tisch. Ich bin das Zünglein an der Waage, höre mir an, worüber die Freunde streiten.

„Flüchtlinge – refugees – halten sich nicht an Gesetze, kommen illegal ins Land“, ärgert sich das eine Paar. „Die sind nicht so wie wir.“

Wir sind hierher gekommen, wir arbeiten, wir haben Papiere, wir verdienen genug, zahlen Steuern. Wir haben das Recht, hier zu sein.

„Flüchtlinge müssen erst dahin kommen, wo wir schon sind“, hält das andere Paar dagegen. Sie brauchen Sicherheit, natürlich gehen sie in das Land, wo sie sich am sichersten fühlen. Bulgarien, Ungarn, Griechenland – das sind keine sicheren Länder, schon gar nicht, wenn Flüchtlinge sich registrieren müssen. Die Situation sei doch ähnlich, ist wie unsere, betonen sie. Immigranten und Flüchtlinge seien fremd im Land!  Warum könnt ihr das nicht sehen?

Abend für Abend versuchen die einen die anderen davon zu überzeugen:

das patt beim Thema Flüchtlinge

  1. Immigranten sollten zumindest Verständnis dafür haben, dass Flüchtlinge unsicher und misstrauisch sind; sich nicht registrieren lassen wollen. Man bräuchte doch nur die eigene Lage genauer ansehen. Auch für Immigranten gilt, was Hannah Arendt über Flüchtlinge schrieb: Wir haben unsere Sprache verloren und mit ihr die Natürlichkeit unserer Reaktionen, die Einfachheit unserer Gebärden und den ungezwungenen Ausdruck unserer Gefühle. Unsere Identität wechselt so häufig, dass keiner herausfinden kann, wer wir eigentlich sind. […] und das bedeutet den Zusammenbruch unserer privaten Welt. (Aus: Hannah Arendt: We Refugees) Dieses Gefühl ziehe Misstrauen nach sich.
  2. Das andere Paar, darunter die Juristin der Freundesrunde, beharrt auf das Einhalten des Schengenabkommens. Darauf, dass Flüchtlinge sich an den Außengrenzen registrieren lassen, damit die EU-Staaten das Wandern unter Kontrolle halten können. Solange Flüchtlinge dies vermeiden, seien sie illegal im Land. Gesetzesbrecher – und damit abzuschieben.

Ein Patt.

„Wie definiert die Runde eigentlich, wer ein Flüchtling ist?“, frage ich. Wir suchen im Internet.

„Als Flüchtling bezeichnet man eine Person, die ihre Heimat gezwungenermaßen verlassen musste und in absehbarer Zeit nicht dorthin zurückkehren kann“, heißt es in Wikipedia. Ob dies aus Kriegs-, Verfolgungs- oder Wirtschaftsgründen passiert, ist in dieser allgemeinen Definition völlig unwichtig. Die Würde des Menschen, seine Sicherheit, seine Existenz ist ausschlaggebend. Menschenrecht zählt.

Im juristischen Sinn der Genfer Flüchtlingskonvention aber ist nur Flüchtling, wer

[…] aus der begründeten Furcht vor Verfolgung aus Gründen der Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen seiner politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit er besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will; oder der sich als staatenlos infolge solcher Ereignisse außerhalb des Landes befindet, in welchem er seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte, und nicht dorthin zurückkehren kann oder wegen der erwähnten Befürchtungen nicht dorthin zurückkehren will. (Artikel 1 Genfer Flüchtlingskonvention)

Erst wenn wir verstehen, dass Gesetze von Menschen gemacht und Abkommen von Juristen getroffen worden sind und sich verändern lassen, erst dann dürfte unsere Verantwortung völlig klar sein:

Im Zentrum muss der Mensch stehen, der flüchtet: Ein Flüchtling eben.

Ohne Welle, Flut oder Krise.

@SCommIntercultural
Wenn die Wölfin heult
Nebiga

Wenn die Wölfin heult

Die Wölfin folgte ihrem Pfad. Sie huschte lautlos; ihr graues Fell verschwamm in der Dämmerung. Die gab ihr Deckung, als sie die Autoschlange entlang durch die Wüste schlich. Ihre Nase schnüffelte unentwegt am Boden, sie blendete Dieseldämpfe und die irritierenden Auspuffwolken aus, um der schwachen Spur zu folgen. Der Spur aus Blut und Tod.

Im Brachland an der Grenze zwischen El Paso und La Ciudad de Juarez wälzte sich der Freitagabendverkehr träge vorwärts, kam zum Stehen. Die Luft flimmerte vor Hitze, obwohl nur noch schwaches Licht an die untergehende Sonne erinnerte. Die Motoren der Kleintransporter, der camionetas, heulten auf, Räder quietschten, sobald der Tross sich neuerlich in Bewegung setzte. Wie die Wölfin strebten die Fahrer der mexikanischen Grenzstadt La Ciudad de Juarez zu. Die Wölfin aber würde die Stadt niemals betreten. Ihr Pfad sollte dort enden, wo alles anfing: an den rosa Kreuzen am Rande der Stadt.

Auf dem Heimweg

Puta Madre!„, fluchte Jimena, obwohl sie niemand hören konnte. Sie  reihte den Nissan ihres Patrons in die lange Blechschlange ein. Was blieb ihr anderes übrig? Dies war die einzige autopista von der Grenze zur Stadt. Der Wagen saß eingekeilt fest. Es ging höchstens im Schritttempo weiter. Jimena schwitzte. Einmal wegen des Windes, der den feinen Staub der Wüste mit seinem heißen Atem auf ihre Haut peitschte. Aber auch, weil der Patron wartete, er brauchte den Wagen heute Abend. Warten machte ihn unberechenbar, aggressiv.

die Werkstätten an der Grenze LateinamerikasDabei hatte Jimena sich extra beeilt; hatte nach der Arbeit darauf verzichtet zu duschen, damit sie den Grenzverkehr am Freitag vermeiden konnte. Fast wäre sie unbehelligt am Tor der Werkstatt an der Grenze – einer der maquilladoras – angelangt, da hatte sie der Vorarbeiter zurückgepfiffen: Sie hätte ihren Arbeitsplatz nicht ordentlich hinterlassen, das müsse sie korrigieren. In Wirklichkeit wollte er ihr auf den Hintern starren, ihr zwischen die Beine greifen, während sie sich bückte, um imaginäre Kabelreste aufzuheben. Sich an ihr befriedigen. Das kannte sie schon. Doch heute hatte sie es eilig gehabt; den Vorarbeiter schnell abgefertigt, Versprechungen gemacht. Ihr Patron wollte doch den Wagen und den wöchentlichen Lohn!

Ihre Kollegen mit ihren Schrottkarren, die mit den maquilladora-Arbeiterinnen überfüllten Busse und die Straßenhändler sorgten bereits am späten Nachmittag für einen zähflüssigen Verkehr. Aber immerhin musste niemand im Stau stehen. Jimena hatte gehofft, genau diese Zeitspanne abpassen zu können, damit sie den Wagen rechtzeitig zurück bringen konnte. Doch diese Hoffnung war dahin: Eine Stunde später nur verstopften diejenigen die autopista, die drüben – in El Paso – arbeiteten. Sie kehrten in ihre Häuser diesseits der Grenze zurück, in die unzähligen Ein-Zimmer-Wohnungen von La Ciudad de Juarez – weltberühmt für die beiden Drogenkartelle, die die Stadt beherrschen; bekannt für die Verbrechen, die in ihr verübt werden.

Ohne Ausnahme hatten es alle eilig; fluchten, weil es so langsam vorwärts ging; sie auch in ihren klimatisierten Autos schwitzten. Nachts wollte ín La Ciudad de Juarez keiner mehr auf den Straßen sein. Besonders aber Frauen nicht.

Im falschen Alter

justicia para nuestras hijasJimena wusste, dass sie zu den gefährdeten Mädchen gehörte: Zwei Jahre noch, dann würde sie die Altersgrenze überschreiten. 13 bis 24 Jahre – älter werden die Mädchen in den maquilladoras nicht, hieß es. Für die Frauen der Stadt waren dies die Jahre, in denen sie ihre Töchter jeden Morgen musterten, sich den Tag über immer wieder in Erinnerung riefen, mit welchem Rock, mit welchem T-Shirt ihr Kind aus dem Haus gegangen war: Damit sie im Falle einer Suchanzeige vorbereitet waren. Denn die Mädchen verschwanden – wurden reihenweise entführt. Es spielte keine Rolle, ob am Tag oder am Abend.

Manche der Mädchen tauchten als Leiche wieder auf: im Brachland, verscharrt im Sand. Brandmale auf der Haut, die Unterlippe oder andere Körperteile abgebissen, vergewaltigt, gequält, stranguliert, verstümmelt. 1993 wurden die ersten Leichen entdeckt. Heute gehen die Toten in die Hunderte; verschwunden aber sind mehr als 4000 Mädchen. Wie viele von ihnen verwesen, verscharrt in der Wüste, im weiten Grenzland? Niemand weiß es, die Polizei fragt nicht nach und sucht nicht.

Das magische Alter in Ciudad de Juarez war 24. So alt wollte jedes Mädchen werden. Später verschwanden keine jungen Frauen  mehr. Drogenkuriere schon, aber keine Mädchen aus den maquilladoras. Doch die Aussicht, das richtige Alter zu erreichen, war für die Mädchen in den Fertigungsstätten gering, Jimena selbst rechnete nicht damit, Glück zu haben. Sie wusste nicht, wann es sie erwischen würde, lebte ständig mit der Angst. Diese kroch überall hin, verstopfte jede Pore ihrer Haut wie der heiße Staub, der durch die heruntergekurbelten Fester wehte. Nach ihr würde niemand suchen oder sie gar vermissen: Sie hatte keine Familie in der Stadt, auch nicht im Bundesstaat Chihuahua. Sie kam aus Chiapas, aus dem armen Süden Mexikos.

Als Jimena wieder einmal anfuhr, um einen halben Meter weiter zu kommen, sich mit dem Unterarm die schwarzen Pony aus der Stirn strich, die vor Schweiß feuchten Augenbrauen mit einem Finger zu trocknen suchte, nahm sie die Bewegung wahr. Das konnte nicht sein! Doch ja, neben dem Nissan trottete eine indígena. Sie zog einen Einkaufswagen vollgefüllt mit Plastiksäcken und Lumpen mit sich. Trotzdem passierte sie mühelos ein Auto nach dem anderen, zog an ihnen vorbei. Ihre bloßen Füße klatschten gleichmäßig auf den rauhen Stein, versanken im heißen Sand.

Jimena fluchte noch einmal, laut und heftig. So langsam fuhren sie also!

La Huesera, die Knochenfrau

Die Alte war der Polizei gut bekannt: Jeden Abend kam sie aus der Wüste, jeden Morgen wanderte sie zurück. Seit über zwanzig Jahren schon. Sie trottete unbeirrbar, jeden Tag, einen Weg, den niemand kannte. Ganz zu Beginn hatte einer von den jungen Ordnungshütern sie aufgehalten. Woher sie komme, wohin sie gehe, was sie hier zu suchen habe, hatte der frischgebackene Kollege gefragt. Sie hatte nicht geantwortet, sogar dann nicht als er mit „Gewahrsam“ drohte. War sie stumm? Konnte sie kein Spanisch? Bei indígenas kam das häufig vor.

Das Misstrauen wuchs, als er die schwarzen Plastiksäcke und Lumpen im Einkaufswagen durchsuchte: Neben Stofffetzen und Plastikflaschen fand er Bärenknochen, Krähenleichen, Schlangenhäute, Gebeine toter Wölfe und  – Menschenknochen. Damals waren die ersten Frauenmorde entdeckt worden. Für einen übereifrigen Polizisten war damit der Fall klar: Er nahm die Frau auf die Wachstation mit.

Was dann geschah, bildet heute noch Stoff für die Legenden der Stadt: Er und seine Kollegen vergaßen die Knochenfrau völlig. Es war, als wäre sie eine vertraute Erscheinung, als würde sie mit ihrer Umgebung verschmelzen, als wäre sie – Alltag. Die Erinnerung an sie verblasste mit jeder Stunde. Verschwamm. Keiner nahm sie mehr wahr; keiner musterte sie, sah ihre bernsteinfarbenen Augen, beachtete das wirre Haar oder roch den warmen Geruch, den sie verströmte.  Ein Duft von Wolfsfell, das in der Sonne gelegen war. Keiner erinnerte sich, was genau er untersuchen sollte, was er sie fragen wollte. Selbst der junge, übereifrige Kollege nicht. Für dieses bei der mexikanischen Polizei durchaus nicht unübliche Phänomen des Vergessens war diesmal jedoch eines nicht nötig: Geld. Nur Zeit.

Am Ende des Tages schob die Knochenfrau den Einkaufswagen mitsamt Inhalt aus der Station. Sie hielt sich nicht lange vor dem Tor auf, trottete weiter auf der staubigen Straße aus der Stadt in die Dämmerung. Vor sich schob sie den mit Knochen gefüllten Einkaufswagen.

La Huesera hält niemand auf. Sie erfüllt ihre Mission.

Nachts singt eine Frau

Tatsächlich hat die indígena mit den bernsteinfarbenen Augen viele Namen: La Huesera – die Knochenfrau – war nur einer. La Trapera – die Fängerin – ein anderer. Vor allem liebte sie einen: La Loba – die Wolfsfrau. In Mexiko kennt sie jedes Kind. Es heißt, dass sie in einer Berghöhle zwischen den Steilhängen des Tarahumara-Indianerreservats haust, andere behaupten, sie am Rande des Highway bei El Paso gesehen zu haben, und wieder andere, sie sei in einem verbeulten Lastwagen mit zerschossenem Rückfenster in der Nähe von Oaxaca Richtung Süden gefahren.

Tatsächlich hatte sie das Brachland um La Ciudad de Juarez und die Grenzgebiete schon länger nicht mehr verlassen. Tagsüber kriecht sie tief gebückt durch die arroyos, die ausgetrockneten Flussbetten, sucht unter jedem Strauch und Stein nach Knochen, stopft sie in die Plastiksäcke, die sie aus den Supermärkten stiehlt. Sie trägt Skelette zusammen, eine bunte Mischung aus den verblichenen Knochen, die im Brachland auftauchten: Zarte von jungen Frauen genauso wie von Wölfen.

Wenn sie denkt, sie hat genug Gebeine zusammen, wandert sie zu den rosa Kreuzen am Rande der Stadt. Vor sie legt die Alte die Knochen zu Skeletten zusammen, Wolfs- und Menschenskelette. Und, wenn sich auch der letzte Rückenwirbel am rechten Platz befindet und das Gerippe schön säuberlich geordnet vor ihr im harten Wüstensand liegt, dann lässt sie ihre faltigen Hände darüber schweben und singt. Mit erhobenen Armen steht sie über dem Gebein, singt das Lied, das ihr für diese Kreatur, ganz allein für diese eine, eingegeben wird.

Und dann dauert es nicht mehr lange, bis eine Spur von Fleisch über den Knochen sichtbar wird, bis eine Spur von Haut und Fell das Fleisch überzieht. La Loba singt, und die Kreatur unter ihr nimmt Gestalt an. Jetzt beginnt der Schwanz zu zucken, und nun wird er buschig und peitscht den Sand schon vor Ungeduld. La Loba singt weiter, mit vollem Herzen weiter, bis die Wölfin zu atmen beginnt.

Lauter und tiefer singt La Loba, so tief, dass der Boden unter ihren Füßen zittert, und während sie noch singt, öffnet die Wölfin ihre bernsteinfarbenen Augen, springt auf und rast durch die Wüste davon. Auf und davon. Nur wer Augen hat, die das Geschöpf bis zum fernen Horizont verfolgen können, sieht, dass das Tier sich von einem Moment zum anderen wieder verwandelt und die Gestalt einer Frau annimmt – einer Frau, die sich laut auflachend schüttelt und hinter dem Horizont verschwindet.die wölfin frisst

Endlich daheim

Als Jimena schließlich in die steinige Gasse einbog, in der das einstöckige Gemäuer stand, wo sie und der Patron lebten, waren nur wenige Fenster beleuchtet. Die Gasse lag nahezu im Dunkeln. Aber gegenüber ihrer Unterkunft brannte in einem kleinen Blechofen Feuer aus Spannholz. Um diesen herum hockten die Männer der Straße, selbstgebrannter Tequila wanderte herum. Das Mädchen erkannte sofort, dass sie schon betrunken waren, allen voran der Patron.

Sie parkte den Wagen vor dem Eingang. Widerwillig stieg sie aus, ging zu den Männern und reichte dem Patron Schlüssel und Wochenlohn – letzteren im Umschlag, wie sie selbst ihn erhalten hatte. Natürlich zählte er nach, nickte. Er murmelte noch: „Du bist spät.“ und „Darüber sprechen wir noch!“ Jimena schwieg. Sie wollte ihn nicht reizen, schon gar nicht vor seinen Freunden. Einer der Männer forderte sie auf, sich zu setzen, doch der Patron winkte sie weg. Damit war sie entlassen.

Zwei tortillas mit Salz und Zitrone – den Maisfladen zu ihrem Abendessen – und eine Tasse Kaffee später, zog sie sich in den abgetrennten Raum zurück, der als ihr Zimmer galt. Die Luft war stickig und schal; die Fensteröffnung mit Pappkarton geschlossen. Sie mochte das nicht, nicht in ihrem Zuhause. Deshalb schob sie den Karton zur Seite, atmete die trockene und staubige Luft tief ein. Da hörte sie es.

Wie alle Frauen in La Ciudad de Juarez.

Eine Wölfin heult

Die Wölfinnen finden immer wieder zurück, ausnahmslos. Wenn sie ihre Freiheit genossen, wo immer sie ihre neue Heimat gefunden haben… Sie laufen tagelang, bis sie sich eines Nachts im Brachland vor den rosa Kreuzen zusammen rotten. In ihrer Mitte La Loba, die sie begrüßt, willkommen heißt – solange, bis eine Wölfin heult. Die anderen stimmen ein.

Dieses Geheul begleitet nachts die Frauen der Stadt.

Man sagt, dass Frauen auch Glück haben können: Wenn sie allein in der Wüste herumlaufen, sich verloren vorkommen und todmüde sind. Vielleicht treffen sie eine alte indígena, die ihnen etwas vom Leben der Seele zeigt.

©SComm Intercultural

 

Prokne und Philomele: Töchter Attikas
Nebiga

Prokne und Philomele: Töchter Attikas

Philomele webt Bilder, um ihre Schwester Prokne wissen zu lassen, dass der Schwager sie geschändet hat. Ihr Stoff zeigt, was sie nicht erzählen kann, und ihre Schwester Prokne versteht, kaum dass sie die Webstücke sieht. An Geschichten über Vergewaltigungen mangelt es der griechischen Mythologie wahrlich nicht. Diese aber ist eine der wenigen, die das Opfer in ihrem Elend nicht allein lässt.

Philomele befreit sich, indem sie einen Weg findet, ihre Umwelt wissen zu lassen, dass ihr großes Unrecht widerfahren ist. Sie ist damit das antike Vorbild für jeden Menschen, der eine traumatischen Erfahrung durchleben musste. Heute weiß man: Reden hilft nur dann, wenn auch die emotionalen und körperlichen Reaktionen integriert werden, sagt die Psychotherapeutin Christa Diegelmann. Dies gelingt, wenn nichtsprachliche therapeutische Techniken einbezogen werden: das Malen von inneren Bildern und Symbolen zum Beispiel oder das Trauma aus der Perspektive eines Beobachters zu betrachten. Obwohl Tereus, Vergewaltiger und Thrakerkönig, die schöne Tochter Attikas mundtot machte, indem er ihr die Zunge herausschnitt, findet diese eine andere Form des Ausdrucks.

Indem Philomele ihr Schweigen bricht, gibt sie dem Menschen, der ihr am nächsten steht, die Möglichkeit ihr beizustehen. Zunächst befreit Prokne die Schwester aus ihrem Gefängnis. Im zweiten Schritt rächen sich die beiden Schwestern grausam an jenem Mann, der Philomele vergewaltigte und Prokne unglücklich machte. Die beiden gehen so perfide vor, dass selbst der kriegserfahrene Tereus, Sohn des Ares, zutiefst erschüttert wird. Sie nehmen ihm das Wertvollste, das er hat: den Fortbestand seines Geschlechts.

Philomele wird zurSchwalbeDie Vorgangsweise der Töchter Attikas erscheint manchem heute etwas krass. Doch als Vorbild können sie hier ebenfalls gelten: Sie bleiben nicht passiv, kehren das Ende der Geschichte um und ändern das Schicksal selbst. Im therapeutischen Geschwurbel, dem Fachjargon der Branche, heißt das heute: „posttraumatic growth“, was soviel heißt wie „Was uns nicht umbringt, macht uns erfahrener.“ Gelingt es, schwerwiegende Lebensereignisse zu verarbeiten, kann man gestärkt und gereift daraus hervorgehen. Menschen mit Trauma-Erfahrung haben gelernt: „Schlimmes kann jederzeit passieren, aber ich kann es auch bewältigen.“ – und schließlich doch noch davon fliegen.

©SComm Intercultural
Bayrischer Rundfunk: Mythen - Michael Köhlmeier erzählt Sagen des klassischen Altertums: Prokne und Philomele