Muse unterwegs
Leo Nerdette

Leben heute: Was macht denn eine Muse so?

Künstler*innen ohne Muse sind arm dran, heißt es. Aber ehrlich – wozu lässt sich heutzutage eine Muse überhaupt gebrauchen? Was macht die so?

Naja, das kommt darauf an: Am besten ich erzähle euch einmal von Finn…

Finn trägt einen abgetragenen Hut von Tom Waits und ist wie der Sänger „leptosom“: Ein Spargelzacken mit dem Gesicht eines Rauhaardackels.

Er fährt Rad und mit ihm seinen Regenschirm spazieren. Ich stelle mir gern vor, wie er den Schirm zusammenrollt und mit einem Klettverschluss am Oberrohr befestigt; über das er mit einer fließenden Bewegung sein rechtes Bein schwingt und ins Pedal tritt, um los zu fahren.

Beobachtet habe ich ihn dabei noch nie, denn Finn fährt Rad wie andere Porsche – rasend: Er taucht unerwartet auf und genauso verschwindet er wieder. Sein Gefährt röhrt nur nicht. Ihn zu halten ist unmöglich; ihn dazu zu kriegen zurückzukehren, wahrscheinlicher. Launisch ist er, fordert Aufmerksamkeit und zappelt herum, wenn er mich küsst.

Aber wie er riecht! Einmal an ihm geschnuppert und schon begrüßt mich ein Augustmorgen im Wald. Was so gar nicht zu ihm passt, weil Finn ein Stadtgott ist – durch und durch: Röhrenjeans, Sakko und Fliege inbegriffen. Es grenzt an ein Wunder, dass er mich auf dem Land so oft besucht.

Er genieße die Ruhe, sagt er. Welche Ruhe? Wenn ER da ist, habe ICH keine. Finn ist nämlich meine Muse, ein Musiker seines Fachs.

Was es bedeutet, wenn die Muse ein Mann ist

  • Das kann nicht sein!
Musen-Sarkophag

„Musensarkophags“ (2. Jahrhundert n. Chr.), gefunden an der Via Ostense, heute: Louvre, Paris

rief ich mit zwölf aus, als er mir erklärte, wer er war.

In griechischer Mythologie machte mir damals niemand etwas vor.

  • und das weißt du, weil…?

fragte er.

  • Ich hab‘ Bilder gesehen. Alle haben Kleider an und so…
  • Natürlich. Du hast auch drunter geschaut…

So wurde es besiegelt: Meine Muse küsst mich. Hin und wieder;  manchmal mehr, manchmal weniger – immer von mir selbst misstrauisch beäugt: Dichten ist – wie ihr wisst – eine Kunst. Eine brotlose vor allem – und so murmle ich jedes Mal vor mich hin:

Was schreibst du denn da? Das bringt doch nichts! Schreib lieber…

Sätze, die Finn ignoriert. Er ist eben ein Mann und folgt seinem eigenen Kopf. Was es nicht gerade fördert, das Musen-Sein: Finn  küsst dann, wann er will. Er denkt nicht daran aufzutauchen, wenn ich Abstrakte schreibe, Gliederungen, ein Konzept; wenn ich  Abgabetermine einhalten oder  Präsentationen produzieren muss.

  • Da hätt ich mal ein paar Ideen brauchen können!

maule ich, ernte aber nur einen erstaunten Blick.

  • Ich habe schließlich noch anderes zu tun!

Vom rechten Augenblick

UhrenWehe aber, ich stehe mit dem Kind auf dem Arm vor dem Supermarkt und packe mit einer Hand den Einkauf in den Kofferraum. Eine Frau fragt, ob ich ihr Auto kenne. Sie suche das, schon den ganzen Vormittag. Ich bedaure; das Kind brüllt. In einer halben Stunde habe ich einen Interviewtermin, muss vorher noch  Kind abliefern, Laptop holen – mir läuft die Zeit davon. Ob ich sie nicht fahren könne, fragt die Frau.

Da… fühle ich den Kuss auf der Stirn.

  • Nicht jetzt, Finn!

Beleidigt radelt er davon und lässt sich nicht mehr blicken – wochenlang. Um morgens um vier aufzukreuzen: Küsst mich versöhnlich auf die Schulter.

  • Das meinst du nicht ernst, oder?

murmle ich.

  • Nutze die Stunde der Inspiration!

Klar werfe ich das Kopfkissen; ins Leere zwar, doch ich grunze zufrieden, falle ins Bett zurück: Ahhh… Timing ist Finns Sache nicht.

Und dann noch seine Eifersucht! Nein – der Gott hat nichts gegen Männer an sich. Bloß gegen solche, die mit mir zusammen wohnen und das gilt auch für meinen Sohn. Eine Muse putzt, wäscht, kocht, arbeitet und erzieht nicht; hält sich überhaupt fern von weltlichem Tun.

Kein Kuss, kein Gruß. Funkstille.

Ghosting nennt man das heute wohl.

Schutzgott meiner Kunst

Schutzgott mit Porky PieWarum nur tu ich mir das an?

Weil…

Sobald mich ein Sommergewitter überrascht, überholt Finn mit seinem Rad. Bleibt stehen, steigt ab, spannt seinen Regenschirm  und hält ihn über mich. Ich rieche  Sonnenlicht auf Tannennadeln, lehne mich an ihn. Konfetti rieselt auf mein Haar.

Und weil…

Finn mir die Holzscheite einzeln reicht, mit denen ich das Feuer meiner Wut schüre. Den Hut, den abgetragenen von Tom Waits, aber dreht er demütig in der anderen Hand; sein Rauhaardackelgesicht lächelt verschmitzt.

  • Wie sollen wir diesen hier nennen? Neid? Selbstmitleid? Oder allein dir zugefügtes Unrecht?

Das hält niemand lange durch; ich jedenfalls nicht.

Besonders aber, weil…

Er mich in jenen Momenten am liebsten küsst, in denen alle um mich herum genau wissen, was Sache ist; ihr Meinungskorsett fest geschnürt ist – die Taille geformt, der Busen gehoben und der Bauch schön flach.

  • Sieh nur, wie alles passt!

staune ich – voll der Bewunderung.

  • Papperlapapp,

knurrt Finn,

  • viel zu geformt und steif. Wo sind die Pölsterchen, die Kanten, die losen Fäden?

Finns Kuss schärft meinen Verstand, spitzt die Krallen und meine Zunge dazu. Als Muse, findet er, hat er nur ein Ziel – mich  und meine Kunst am Atmen zu halten. Dichten muss ich können. Sonst nichts.

  • Ähhh… also leben doch wohl auch…
  • Red‘ keinen Unsinn!

sagt er.

Das sei Teil der Kunst.

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Hades und Persephone
Nebiga

Persephone: Eine Göttin setzt sich durch

Was bisher geschah: Hades offenbarte Persephone seine Gefühle auf die ihm eigene Weise. Die Göttin der Jugend und Frische reagierte anders, als der Gott es erhofft hatte. Ihr, so sagte sie, fehle das Sonnenlicht! Damit verbannte sie Hades in das gräuliche Zwischenreich der Verliebten: Er liebte und wollte seine Angebetete bei sich haben; gleichzeitig wusste er, dass er seiner Göttin diesen Wunsch nicht erfüllen konnte. Pendelte zwischen „Himmelhoch jauchzend“ und „zu Tode betrübt“; zwischen Festhalten und Verlieren.

Oben in der Welt lief die Zeit hurtig weiter: Persephones Mutter Demeter – Göttin der Fruchtbarkeit und des Ackerbaus – war in ihren Garten zurückgekehrt. Die mütterliche Verzweiflung war unermesslich. Demeter trauerte, sorgte sich, wie es ihrem Kind im Totenreich erging; wütete, weil die Götter ihr nicht halfen, Persephone zürückzuholen. Diesen Gefühlen waren die Felder der Menschen ausgeliefert:  Es gab Tage, da ertranken die Triebe in Demeters Tränen. An anderen versengte die Hitze ihrer Wut die Saat.

Hunger breitete sich aus. Die Menschen opferten, flehten die Göttin an. Demeter aber hatte kein Erbarmen. Schließlich pilgerten die Menschen zu Zeus, um seine Hilfe zu erbitten.

Hoher Besuch in der Unterwelt

Der Göttervater seufzte. Ihm blieb nichts anderes mehr übrig: Er musste seinen Bruder Hades in der Unterwelt besuchen und Persephone zurückfordern. Der Herr der Unterwelt war jedoch ganz und gar nicht in der Stimmung, Befehle entgegenzunehmen. Schon gar nicht von seinem Bruder!

  • Sie bleibt!

knurrte er.

  • Persephone ist meine Königin!

Zeus widersprach, verwies auf seine Macht. Die Brüder verhandelten – hart, so hart, wie es eben nur Brüder können. Wenn Götter aber streiten, brodelt die Lava unter den Seen und der Boden bebt. Die Erschütterung breitete sich in Wellen aus, erreichte den Granatapfelbaum. Persephone pflückte gerade einen Apfel, als sie das Beben unter ihren Füßen spürte. Natürlich lief sie los. Sie wollte nachsehen, wer den Hades dermaßen erschütterte. Kurz bevor sie die Brüder erreichte, hörte sie ihn schon – grollend, resigniert:

  • Na gut, du bekommst sie zurück:  Sie vermisst das Sonnenlicht. Gib mir eine Weile, mich zu verabschieden! Das kannst du nicht verwehren…
  • Lass dir nicht zu lange Zeit! Ich schicke den Götterboten, sie zu holen.

Persephone entscheidet sich

Eilig verließ Zeus die unwirtliche Stätte, ließ Hades einfach stehen. Ihn, dem erst nach und nach aufging, was er versprochen  hatte – und was es bedeutete: Er würde Persephone verlieren; sie nie wieder sehen. Ihr Lachen nicht mehr hören… die Dunkelheit seines Reiches breitete sich jetzt schon in ihm aus; Schatten umfingen sein Herz.

Er lauschte in die Stille. Diesmal genoß er sie nicht; sie drohte ihm…

Wie sollte er sie aushalten?

Persephones Stimme zerriß der Stille dunklen Schleier:

  • Du, ich…

Diesmal noch. Hades wandte sich der Geliebten zu.

  • Zeus war hier.

seufzte er.

  • Ich weiß!

sagte Persephone. Sie brach den Granatapfel in ihren Händen auseinander und trat näher. Mit jedem Schritt steckte sie einen Kern in den Mund. Vier Schritte machte sie, dann war sie bei ihm.

  • Du darfst doch in meinem Reich nichts essen!

Persephone legte einen Finger an Hades Lippen.

  • Schschsch

Was blieb ihm anderes? Er schloß sie in die Arme.

So kam es, dass Persephone die Götter zwang, ihr Licht und Schatten zu gönnen. Denn selbst Zeus musste die Gesetze der Welt achten – und so bestimmt er:

  • Kehre jedes Jahr für vier Monde in Hades Reich zurück!

Die erste Fernbeziehung begann…

Wie’s in Familien aber so geht, nimmt Demeter dieses Arrangement bis heute übel. Jedes Mal, wenn Persephone zu ihrem „rücksichtslosen Gatten“ in die Unterwelt geht, schmollt sie. Eine tote Zeit kriecht über die Erde. Sobald die Göttin der Frische aber wieder zu ihr zurückkehrt, ist alles vergessen – auf den Feldern beginnt’s wieder zu blühen und gedeihen.

SO – und nur so, das sag ich euch, kamen die Jahreszeiten auf die Welt!

Advent, Advent – ein Lichtlein brennt! Erst eins, dann zwei, dann drei,

jetzt vier!

Frohes Fest!!! 🙂

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Diätplan für erfüllte Tage
Leo Nerdette

Ultimativer Diätplan für ein erfülltes Leben

Für euch, die ihr genug habt! Die ihr befürchtet, Social Media süchtig zu werden – oder seid ihr es gar schon? Also für jene, die in den nächsten Wochen alles zu tun gedenken, damit sie wieder los werden, was sie in den letzten Wochen, Monaten, Jahren in sich hineingestopft haben. Ja, für die, die ein erfülltes Leben suchen –  jenseits von Social Media, eher so im Hier und Jetzt.  Genau für dich also haben wir diesen Diätplan erstellt.

Den einzig wahren – den ULTIMATIVEN Diätplan!

Unsere erkärte Mission: Wir wollen Menschen helfen, sich von unnötigem Ballast zu befreien. Auf dass sie sich wieder freier bewegen, klarer denken und öfter freuen können!

Diätplan für schlaue Köpfe

Eines schicken wir jedoch noch voraus: Wie alle Diäten ist auch diese kein Honigschlecken! Du musst hart arbeiten und einige Durststrecken überstehen. Daher solltest du gut überlegen, ob du dich unserem Plan anschließt.

Grundsätzliche Fakten

gemeinsam begleiten

  • Dauer: Sechs Wochen. Sie reichen völlig aus, nachhaltig zu entschlacken.
  • 112prozentige Erfolgsgarantie – vorausgesetzt du hältst den Diätplan tatsächlich durch.
  • Ein klarer Diätfahrplan pro Woche, von dir selbst erstellt
  • Punktesystem für Sport, kreative Aktivitäten, Treffen mit Freunden, Real life time
  • 30-50 Prozent Steigerung des Glücksquotienten sind garantiert.

Zuerst einmal die Bestandsaufnahme

Am Beginn eines Diätplans steht eine umfassende Analyse des Ist-Zustands. Daher gilt es zunächst zu sammeln,

  1. Wie viele Stunden deiner Freizeit verbringst du online?
  2. Gliedere diese Stunden in Geräte: Smartphone, PC, Tablet, TV…?
  3. Analysiere, wie lange du welche Social Media Kanäle nutzt: Dein Hauptaugenmerk liegt auf Snapchat, Instagram, Facebook, Twitter, Pinterest, You Tube, flickr…
  4. Mache dir eine exakte Liste dazu
  5. Dieser stellst du eine andere Liste gegenüber: In ihr hältst du fest, wie viel Zeit du mit Freunden, der Familie, Sport, in der Natur, auf Reisen verbringst – ohne Fotos davon sofort zu teilen.

Hast du die Bestandsaufnahme beendet, formulierst du dein Ziel: Die Stundenanzahl, die es für dich ermöglicht, entspannt deine Freizeit zu genießen. Doch sei dir bewusst: Alles, was höher als 1-2 Stunden täglich liegt, gefährdet die Zufriedenheit eines jeden Menschen.

Was gibt es zu tun?

  1. Du folgst deinem detaillierten Wochenplan.
  2. In ihm hast du Aktivitäten mit Punkten zwischen 1-5 vorgesehen – je höher die Punktezahl, desto lieber die Tätigkeit.
  3. In einem Kalender notierst du in Stichworten, was du bewältigt hast, woran du gescheitert bist.
  4. Du zeichnest dazu, wie du dich fühlst: 🙂 oder 🙁 oder 😉
  5. Jede Woche fasst du zusammen, was du anders gemacht, was du Neues kennengelernt hast und was dir daran Freude macht.
  6. Dabei verzeichnest du, um wieviel leichter du dich fühlst.

 Woche eins – Die Umstellungsphase

ErfrischenWie bei jeder guten Diät, muss sich dein Körper erst darauf einstellen, dass der Entzug von Gewohntem droht. Daher gibt es am ersten Tag nur Gemüse ohne Fett… In unserem Fall

  • darfst du durch zwei Netzwerke scrollen, aber nicht interagieren: Kein Gefällt mir, kein Teilen, keine Kommentare. Kurz, nur schauen bzw. hören!
  • gibt es NOCH kein Zeitlimit!

Am zweiten Tag gibt es

  • nur noch Netflix, ein Computerspiel oder deinen Blog/Lieblingsblog oder Ähnliches.
  • Keine sozialen Netze!
  • Zeitlimit: 3 Stunden.

Die folgenden Tage darfst du nur noch in soziale Netze,

  1. um deinen Freunden mitzuteilen, dass du eine Diät machst und sie auf dich verzichten müssen – online zumindest. Tipp: Nutze die Gelegenheit, um gleich Termine für echte Treffen auszumachen.
  2. sie um Hilfe bittest, weil du Zuspruch brauchst.

Das Zeitlimit für alle Online-Tätigkeiten gemeinsam: Maximal 1,5 Stunden.

Aufgabe der Woche: Organisiere dich! Aus diesem Grund sind noch keine Aktivitäten geplant. Doch wir haben Beispiele, wie du dich in der plötzlich frei gewordenen Zeit beschäftigen kannst:

  • Gestalte deine Wochenpläne besonders schön.
  • Überlege detailliert, was du mit der neu gewonnenen Freizeit tun könntest. Male es dir aus!
  • Schreibe eine Liste von jenen Aktivitäten, die du immer schon machen wolltest, wozu du aber nie gekommen bist. Vergiß die Punkte nicht!
  • Telefoniere viel mit Freunden,
  • Schreib‘ Briefe – keine Mails 😉
  • Lies ein Buch oder auch zwei
  • Wenn lesen nicht so deine Sache ist: Gibt es Erzähler*innen in deiner Region? Zuhören geht immer!
  • Lausche den Geschichten deiner Familie, deines Partners, deiner Freunde!

Wenn du den Drang nach einem Blick auf dein Smartphone verspürst: Lass den Moment vorüber gehen, ohne eine Aktion gesetzt zu haben. Genieße die Stille – und widme dich deiner unmittelbaren Umgebung besonders aufmerksam.

Woche zwei bis fünf: Schrittweises entschlacken

Das Zeitlimit geht Schritt für Schritt auf 0 Minuten hinunter. Das klingt schlimmer als es ist! Du arbeitest dich ja langsam vor.

Wie du es schaffst?

Zunächst einmal ist es wichtig, konsequent zu sein: Ausreden gelten nicht – auch wenn du dir plötzlich einbildest, unbedingt noch ein Dokument in der Freizeit abarbeiten zu müssen!

Arbeit bleibt im Büro, Studium auf der Uni! Zuhause online zu arbeiten, gibt es nicht. Genauso wenig wie es erlaubt ist, länger in der Arbeit zu bleiben, nur weil du deine Online-Zeit vermisst. Die Freunde triffst du persönlich oder eben nicht!

Es gab übrigens eine Zeit vor Google Maps, SnapChat oder Facebook. Wenn du gar nicht mehr weiter weißt, frag‘ deine Eltern.

Fotoalbum Nostalgie

  • Wie haben sie in der Präcomputerzeit überlebt? Haben sie überhaupt gelebt?
  • Wie konnten sie Lokale finden, wenn ihnen Google nicht den Weg wies.
  • Woher bekamen sie ihre Bücher, als es Amazon noch nicht gab?
  • Wie beantworteten sie ihre Fragen – so ganz ohne Suchmaschine?

Überlebensnotwendig ist es jedoch für dich, Balance zu halten! Für jede Viertelstunde weniger Zeit in den den Social Media Kanälen, gibt es eine Aktivität aus deiner in der ersten Woche erstellten Liste. Du tust, was du eigentlich immer schon einmal machen wolltest!

0 Minuten. Das musst du dir vorstellen: Du kommst nach vier Wochen runter auf 0 Minuten…

Ein großes, fast rundes 0…

Die letzte Woche: So fühlt es sich an zu leben

Mit Null endet der Diätplan jedoch noch nicht.

Null ist eine Leistung, eine großartige – ja!

GitarristNur – der nächste Schritt führt dich noch weiter. Er führt weg von der Aktivität hin zur Stille. Die Seele baumeln lassen – das ist deine Aufgabe in dieser Woche, 7 Tage lang…

Nein: Du musst deine Wohnung nicht putzen. Deine Mutter besuchen? Das geht doch nächste Woche noch! Regale, Papiere, Schränke ordnen… Sorry! Nein, Das einzige, was erlaubt ist:

Ruhe, Stille, Nachdenken. Kreativ sein.

Das ist es.

Du wirst sehen: Voller kriegst du deine Tage nie mehr wieder!

Tipp: Ein Beispiel, wie es noch geht

Den kalten Entzug hat Jan Rein durchgezogen. Seit einem halben Jahr lebt er Social Media frei. Wie er damit lebt und was es ihm bis jetzt gebracht hat, lest oder hört ihr am besten selbst!

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Carrie Mae Weems Küchentisch-Serien
Tipp

Küchentisch-Serien: Carrie Mae Weems‘ Blick ins Alltägliche

Carrie Mae Weems, Fotografin und Videokünstlerin – verewigt in der Blockbuster-Filmgeschichte:

Catwoman (Halle Berry)Was hat Carrie Mae Weems mit Catwoman zu tun? weiß nicht, wie sie mit den unzähligen Möglichkeiten eines Lebens umgehen soll.

Was werde ich mit meinem Leben anfangen? fragt sie eine Freundin.

Du kannst immer noch eine Künstlerin werden wie Carrie Mae Weems.

Eine Zeile nur in einem Dialog: Sie ist Ermutigung für Frauen, vor allem für kreative Frauen. Für diejenigen, die wie Carrie Mae Weems durchs Leben gehen, herrscht nämlich kein Mangel mehr an Ideen; sie haben die eigene Stimme gefunden, suchen im Alltäglichen das Besondere.

Was ein Küchentisch erzählt

Die Stärke von Carrie Mae Weems ist ihr Blick.

Er verwandelt das, was jede Frau kennt; etwas, das „gewöhnlich“, Teil ihres Alltags ist, bekommt eine eigene Geschichte, eine Existenz.

Wie oft sitzen wir am Küchentisch? Täglich, zwei, dreimal – mindestens. Wir sitzen oft und meistens auch gern in der Küche, dem gemütlichsten Platz unseres Zuhauses.

Wie oft aber denken wir tatsächlich an ihn, den Tisch? Überlegen wir uns jemals, was er im Laufe der Jahre erlebt? Welche Geschichten könnte er erzählen?

In den Küchentisch-Serien  (Kitchen Tables Series) lässt Carrie Mae Weems den Tisch erzählen, was Zusammenleben mit den Jahren bedeutet. Die Künstlerin fotografiert, was täglich vorgeht, was auf ihm und um ihn herum geschieht. Dadurch sagt sie auch ohne Worte viel.

Die Kitchen Tables Series seien Resultat eines Umzugs in eine Kleinstadt.

Carrie Mae Weems: Ich habe damals viel darüber nachgedacht, was es bedeutet, eine eigene Stimme zu entwickeln.

Ihre Fotografien waren eine Art Antwort darauf, was sie sich selbst fragte. Sie sollen zeigen, was ihrer Meinung nach eine eigene Stimme ausmacht. Was braucht es, um sie als eigene zu erkennen?

Sie muss allgemeingültig sein,

… darf nicht bloß eine Stimme für afroamerikanische Frauen sein

Deshalb schaut Weems bis heute allen Frauen ins Leben.

Warum Frauen die eigene Stimme vergessen

Mit acht Jahren ist den meisten Mädchen klar, dass ihre Stimme zählt. Sie haben ein Wörtchen mitzureden, wenn es um sie selbst geht. Sie wissen also um ihre Pläne, ihre Vorlieben, ihre Zukunft – vertrauen ihrem Ausdruck, vertreten ihre Überzeugungen.

Leider vergessen die meisten Mädchen diese Stimme im Laufe der Pubertät – andere, vermeintlich wichtigere Fragen verdrängen sie.

  • Was denken die Andere von mir?
  • Was kommt bei Jungs an?
  • Bin ich zu dick?
  • Esse ich das Richtige?
  • Mag mich die Gruppe?

Die eigene Stimme verschwindet oft mit all diesen Fragen. Um sie wieder zu finden, brauchen Frauen brauchen oft viel Zeit.

Carrie Mae Weems zeigt ihnen, wie sie sich selbst schneller wiederfinden: Mit einem Blick auf das Besondere im Alltäglichen.

Dafür muss eine Frau nicht einmal weit gehen. Es reicht der Weg zum Küchentisch.

Mehr von Carrie Mae Weems im Internet:

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Kunde vom Goldmund Erzählfest

Märchen trifft auf Philosophie

Die unterirdische Stadt von Buchhain

Beitragsbild von www.gratisography.com

Märchen trifft auf Philosophie und Wahrheit
Tipp

Märchen trifft auf Philosophie und Wahrheit

Trifft das Märchen auf Philosophie, kommen Fragen auf – die richtig großen Fragen für besinnliche Abende.

Für jene Abende also, an denen du mit Freunden über Gott und die Welt und das Leben diskutierst. An Adventabenden, vor Glühweinständen und am Weihnachtsmarkt.

Oder du kuschelst dich in deine Flauschdecke am Sofa. Ist sowieso zu kalt, zu nass und zu dunkel draußen.

Leg dein Smartphone zur Seite. Heute lesen wir ein Buch!

Märchen trifft auf Philosophie

Wer in den deutschsprachigen Landen Sagen und Märchen liebt, weiß um den Schriftsteller Michael Köhlmeier. Er ist DER Erzähler, auf den du dich beziehen kannst, wenn du etwas zu griechische Götter, Halbgötter und dem Olymp wissen willst.

Die Gründe:

In diesem Sagen- und Märchenumfeld bewegt sich dieser österreichische Autor und Erzähler. Gut.

Was hat Konrad Paul Lissmann dort verloren?

Der Villacher ist Universitätsprofessor für „Methoden der Vermittlung von Philosophie und Ethik“ an der Universität Wien.

2014 hat er sich aufgemacht, die Praxis der Unbildung näher zu beleuchten. Da der streitbare Essayist auf einen ironischen Verstand baut, ist diese Streitschrift polemisch, klar und durchdacht. Er spricht aus, was er vom Bologner Prozess hält und bringt es auf den Punkt. Realität pur.

Mythen und Märchen, Magie, Götter… das alles kann man sich bei ihm eigentlich nicht vorstellen.

Wenn sich zwei treffen, freut sich der Dritte

Trotzdem haben sich die beiden zu einem gemütlichen Abend zusammen gefunden: Der Dialog zwischen ihnen ist zu einem Buch geworden: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist, Adam? Mythologisch-philosophische Verführungen nennen die Autoren es.

Eigentlich ist es aber ein Spaziergang. Wir flanieren mit Köhlmeier und Lissmann einen Abend lang durch die Themen eines Menschenlebens: Arbeit, Macht, Lust, Schönheit, Meisterschaft…

Köhlmeier erzählt, Lissmann interpretiert

„Märchen sind alte Geschichten, bestenfall tauglich für Kinder“, mögen die einen sagen, „unrealistisch, nur zur Unterhaltung da.“

Wir hören vielleicht an einem verschneiten Samstag Nachmittag zu, weil eine gut erzählte Geschichte eben „eine gute Geschichte“ ist.

Wenn sich allerdings die Philosophie der Geschichten, der Märchen und Sagen annimmt und zeigt, was noch alles  in ihnen steckt – ja dann…

dann…

erfahren wir, was Märchen eigentlich sind:

  • Vorlagen zum Denken
  • Antwort auf Lebensfragen
  • Lebensfreude
  • Bewährte Erinnerungen
  • Ausdruck eines kollektiven Gedächtnisses
  • Interpretationsspielraum
  • Ein Eckchen Weisheit

Und wenn du jetzt ein klein wenig die Nase rümpfst, weil – so richtig ernst nehmen, kannst du das alles nicht –  und wenn das alles für dich bloß weihnachtlicher Zeitvertreib und eigentlich Unsinn ist:

Macht nix, du hörst ja trotzdem zu! 🙂

Denise Weyermann: Als das Märchen die Wahrheit trifft:

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7. Fenster: Großmutter erzählt, nachts in der Stube

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