Winterlandschaft
Leo Nerdette

Warum schneit es so wenig, Frau Holle?

Der Pfad zu Frau Holle erfordert Überwindung. Auch ich musste springen – vom Brunnenrand in unbekannte, schwarze Tiefe. Sie erklärte es mir: Wenn ich mich weigere, könne ich das Interview vergessen. Ihr Zuhause sei eben unten! Sie käme selten nach oben und wenn, dann hätte sie Besseres zu tun als mit Journalistinnen zu sprechen. Besonders im Winter. In den Rauhnächten weiß ich sowieso nicht, wo mir der Kopf steht. sagte sie. Mir blieb also nichts Anderes übrig: Ich bin ins […]

Afrikanische Wildkatze liegend
Nebiga

Als die Wildkatze Gesellschaft suchte

Im Norden von Simbabwe lebte einmal eine Wildkatze. Nachts schlich sie durchs Gehölz und jagte Mäuse und für untertags hatte sie ein bevorzugtes Sonnenplätzchen. Auf einem Stein neben einem Mahagonibaum sonnte sie sich und träumte, bis es wieder Zeit zu jagen war. Sie lebte also so wie Wildkatzen eben leben. Eines Tages aber, als sie wieder ihren Pelz in der Sonne wärmte, merkte sie, dass sie sich allein fühlte.

Quetzalvogel
Nebiga

Was ein Obsidianspiegel vermag

Quetzalcoatl ist einer der mächtigsten Götter im Götteruniversum Mexikos. Er befiehlt sowohl der  Klapperschlange wie auch dem Quetzalvogel; vereint Wind, Himmel und Erde in sich. Warum also sollte er nicht außergewöhnlich sein? Leben nicht die Götter wie auch Mensch und Tier von seiner Weisheit und Macht? Viele verehrten ihn und sonnten sich in seiner Gunst! Ihm stand wahrhaft die Aufmerksamkeit aller zu. Nun…

Feuer
Nebiga

Die Hexen sind im Dorf

Niemand wusste, wann es angefangen hatte, aber alle waren sich einig: Die Töchter vom Ammer-Hof hatten kein gutes Wort füreinander. Wie Hexen bespukten sie sich mit Gift und Galle. Das war schon so, als sie Kinder waren, behaupteten die Tabernakelschwalben. Jene drei Frauen, die jeden Tag zum Beten in die Kirche kamen und nachher schwatzten:

Frida Kahlo
Leo Nerdette

Frida Kahlo: Träume? Ich male meine Wirklichkeit

Frida Kahlo sei eine von ihnen. Das behauptete André Breton, Gründervater der surrealistischen Bewegung in Frankreich. Diese Strömung in der Malerei beschäftigte sich seit 1921 mit Unbewusstem, Fantastischem, Geträumten. Frida, davon war Breton überzeugt, male Träume. Seitdem haftet Frida Kahlo das von einem Europäer vergebene Etikett  an: Kaum eine Surrealistinnen-Ausstellung, die sie nicht als Zugpferd benutzt.

Die Hexe Baba Jaga
Nebiga

Wer ist sie, die Hexe Baba Jaga?

Baba Jaga sei eine Hexe, behaupten die Leute – eine Frau, die anderen durch Zauber schade. Stimmt nicht ganz. Baba Jaga ist anders als alle anderen Hexen. Das fängt damit an, dass sie keinen Besen fliegt. Besen sind zum Fegen da. Und damit basta.

Nebiga

Baba Jaga heute: Warum sie Albträume hat

Gut, dass Baba Jaga heute so zurückgezogen lebt! Schon vor langem ihr Hüttchen auf Hühnerbeinen noch tiefer zwischen die Bäume hineingetrieben hat. Dorthin, wo der Wald so dicht und dunkel ist, dass man die Hand vor den Augen und die Füße auf dem Weg nicht sieht. Hätte sie nicht so früh Maߟnahmen ergriffen, müsste sich Baba Jaga jetzt gegen Anhänger wehren.Gegen „Fäns“ oder „Followers“, die in Bussen zu ihr pilgern; sie zwecks tiefsinniger Prophezeiungen löchern und Heilsalben von ihr fordern. […]

Hades und Persephone
Nebiga

Persephone: Eine Göttin setzt sich durch

Was bisher geschah: Hades offenbarte Persephone seine Gefühle auf die ihm eigene Weise. Die Göttin der Jugend und Frische reagierte anders, als der Gott es erhofft hatte. Ihr, so sagte sie, fehle das Sonnenlicht! Damit verbannte sie Hades in das gräuliche Zwischenreich der Verliebten:

Granatapfel
Nebiga

Hades: Verliebt in der Unterwelt

Was bisher geschah: Hades. der Herr der Unterwelt überredete die junge Göttin Persephone, ihn  in sein Reich zu begleiten. Sein Trick? Er versprach ihr Wissen über die Schatten und die Dunkelheit. Außerdem versicherte er, sie würde zum Abendbrot zurück sein, vorausgesetzt natürlich sie würde in seinem Reich nichts essen. Was er verschwieg? Die Unterwelt kannte weder Tag noch Nacht – Zeit ist im Dunkeln ein dehnbares Gut. Aber was machte das schon? Unter Göttern spielt es doch keine Rolle, ob […]