Nebiga

Papa, wie lange noch?

EinAugenblickFreiheit_09_2014Lale und Hassan nehmen mit ihrem Sohn Kian den beschwerlichen Weg über die Berge in die Türkei. Ali und sein Freund Merdad riskieren ihr Leben, um Alis Nichte Azy und seinen Neffen Arman aus dem Iran in den Westen zu schmuggeln. Sie wollen nach Wien, wo die Eltern der beiden Kinder bereits politisches Asyl gefunden haben. Nach ihrer Flucht quer durch den Iran und der Wanderung über die schneebedeckten Berge an der Westgrenze landen sie endlich in der Türkei. Zusammen mit anderen iranischen Flüchtlingen stranden sie in einem schäbigen Hotel in Ankara. Für einen Augenblick scheint das Wort „Freiheit“ keine leere Hülse mehr zu sein. Doch dann beginnt die Zeit des Wartens…

ein-augenblick-freiheit_6_09_2014Der Willkür der türkischen Behörden ausgeliefert, ständig bedroht durch den iranischen Geheimdienst, konfrontiert mit dem Dahinschmelzen der Ersparnisse, die wegen des Arbeitsverbots nicht aufgefüllt werden können, versammeln sich Flüchtlinge zu Hunderten vor dem UHNCR-Gebäude und warten auf ihre Anerkennung als Asylanten und auf die Weiterreise in ein Aufnahmeland. Wer mit seinem Antrag scheitert wird abgeschoben.

Was Arash T. Riahi in seinem preisgekrönten Film von 2008 zeigt, hat nichts an Brisanz verloren. Ganz im Gegenteil: Der Schritt über die Grenze ist nicht mehr „nur“ eine Frage der Freiheit, er ist heute überlebensnotwendig. Nicht allein wegen der Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und Syrien (Isis), für die Menschen in Syrien gilt es wegen Diktator Assad und des Bürgerkriegs schon fast vier Jahre.

Haltet einmal inne und lest das noch einmal: Vier Jahre! Begonnen hat es tatsächlich im März 2011.

Für diese Menschen ist nichts mehr übrig von dem, was sie einmal „Heim“ nannten. Für sie geht es schlicht um Leben oder Tod.