Diätplan für erfüllte Tage
Leo Nerdette

Ultimativer Diätplan für ein erfülltes Leben

Für euch, die ihr genug habt! Die ihr befürchtet, Social Media süchtig zu werden – oder seid ihr es gar schon? Also für jene, die in den nächsten Wochen alles zu tun gedenken, damit sie wieder los werden, was sie in den letzten Wochen, Monaten, Jahren in sich hineingestopft haben. Ja, für die, die ein erfülltes Leben suchen –  jenseits von Social Media, eher so im Hier und Jetzt.  Genau für dich also haben wir diesen Diätplan erstellt.

Den einzig wahren – den ULTIMATIVEN Diätplan!

Unsere erkärte Mission: Wir wollen Menschen helfen, sich von unnötigem Ballast zu befreien. Auf dass sie sich wieder freier bewegen, klarer denken und öfter freuen können!

Diätplan für schlaue Köpfe

Eines schicken wir jedoch noch voraus: Wie alle Diäten ist auch diese kein Honigschlecken! Du musst hart arbeiten und einige Durststrecken überstehen. Daher solltest du gut überlegen, ob du dich unserem Plan anschließt.

Grundsätzliche Fakten

gemeinsam begleiten

  • Dauer: Sechs Wochen. Sie reichen völlig aus, nachhaltig zu entschlacken.
  • 112prozentige Erfolgsgarantie – vorausgesetzt du hältst den Diätplan tatsächlich durch.
  • Ein klarer Diätfahrplan pro Woche, von dir selbst erstellt
  • Punktesystem für Sport, kreative Aktivitäten, Treffen mit Freunden, Real life time
  • 30-50 Prozent Steigerung des Glücksquotienten sind garantiert.

Zuerst einmal die Bestandsaufnahme

Am Beginn eines Diätplans steht eine umfassende Analyse des Ist-Zustands. Daher gilt es zunächst zu sammeln,

  1. Wie viele Stunden deiner Freizeit verbringst du online?
  2. Gliedere diese Stunden in Geräte: Smartphone, PC, Tablet, TV…?
  3. Analysiere, wie lange du welche Social Media Kanäle nutzt: Dein Hauptaugenmerk liegt auf Snapchat, Instagram, Facebook, Twitter, Pinterest, You Tube, flickr…
  4. Mache dir eine exakte Liste dazu
  5. Dieser stellst du eine andere Liste gegenüber: In ihr hältst du fest, wie viel Zeit du mit Freunden, der Familie, Sport, in der Natur, auf Reisen verbringst – ohne Fotos davon sofort zu teilen.

Hast du die Bestandsaufnahme beendet, formulierst du dein Ziel: Die Stundenanzahl, die es für dich ermöglicht, entspannt deine Freizeit zu genießen. Doch sei dir bewusst: Alles, was höher als 1-2 Stunden täglich liegt, gefährdet die Zufriedenheit eines jeden Menschen.

Was gibt es zu tun?

  1. Du folgst deinem detaillierten Wochenplan.
  2. In ihm hast du Aktivitäten mit Punkten zwischen 1-5 vorgesehen – je höher die Punktezahl, desto lieber die Tätigkeit.
  3. In einem Kalender notierst du in Stichworten, was du bewältigt hast, woran du gescheitert bist.
  4. Du zeichnest dazu, wie du dich fühlst: 🙂 oder 🙁 oder 😉
  5. Jede Woche fasst du zusammen, was du anders gemacht, was du Neues kennengelernt hast und was dir daran Freude macht.
  6. Dabei verzeichnest du, um wieviel leichter du dich fühlst.

 Woche eins – Die Umstellungsphase

ErfrischenWie bei jeder guten Diät, muss sich dein Körper erst darauf einstellen, dass der Entzug von Gewohntem droht. Daher gibt es am ersten Tag nur Gemüse ohne Fett… In unserem Fall

  • darfst du durch zwei Netzwerke scrollen, aber nicht interagieren: Kein Gefällt mir, kein Teilen, keine Kommentare. Kurz, nur schauen bzw. hören!
  • gibt es NOCH kein Zeitlimit!

Am zweiten Tag gibt es

  • nur noch Netflix, ein Computerspiel oder deinen Blog/Lieblingsblog oder Ähnliches.
  • Keine sozialen Netze!
  • Zeitlimit: 3 Stunden.

Die folgenden Tage darfst du nur noch in soziale Netze,

  1. um deinen Freunden mitzuteilen, dass du eine Diät machst und sie auf dich verzichten müssen – online zumindest. Tipp: Nutze die Gelegenheit, um gleich Termine für echte Treffen auszumachen.
  2. sie um Hilfe bittest, weil du Zuspruch brauchst.

Das Zeitlimit für alle Online-Tätigkeiten gemeinsam: Maximal 1,5 Stunden.

Aufgabe der Woche: Organisiere dich! Aus diesem Grund sind noch keine Aktivitäten geplant. Doch wir haben Beispiele, wie du dich in der plötzlich frei gewordenen Zeit beschäftigen kannst:

  • Gestalte deine Wochenpläne besonders schön.
  • Überlege detailliert, was du mit der neu gewonnenen Freizeit tun könntest. Male es dir aus!
  • Schreibe eine Liste von jenen Aktivitäten, die du immer schon machen wolltest, wozu du aber nie gekommen bist. Vergiß die Punkte nicht!
  • Telefoniere viel mit Freunden,
  • Schreib‘ Briefe – keine Mails 😉
  • Lies ein Buch oder auch zwei
  • Wenn lesen nicht so deine Sache ist: Gibt es Erzähler*innen in deiner Region? Zuhören geht immer!
  • Lausche den Geschichten deiner Familie, deines Partners, deiner Freunde!

Wenn du den Drang nach einem Blick auf dein Smartphone verspürst: Lass den Moment vorüber gehen, ohne eine Aktion gesetzt zu haben. Genieße die Stille – und widme dich deiner unmittelbaren Umgebung besonders aufmerksam.

Woche zwei bis fünf: Schrittweises entschlacken

Das Zeitlimit geht Schritt für Schritt auf 0 Minuten hinunter. Das klingt schlimmer als es ist! Du arbeitest dich ja langsam vor.

Wie du es schaffst?

Zunächst einmal ist es wichtig, konsequent zu sein: Ausreden gelten nicht – auch wenn du dir plötzlich einbildest, unbedingt noch ein Dokument in der Freizeit abarbeiten zu müssen!

Arbeit bleibt im Büro, Studium auf der Uni! Zuhause online zu arbeiten, gibt es nicht. Genauso wenig wie es erlaubt ist, länger in der Arbeit zu bleiben, nur weil du deine Online-Zeit vermisst. Die Freunde triffst du persönlich oder eben nicht!

Es gab übrigens eine Zeit vor Google Maps, SnapChat oder Facebook. Wenn du gar nicht mehr weiter weißt, frag‘ deine Eltern.

Fotoalbum Nostalgie

  • Wie haben sie in der Präcomputerzeit überlebt? Haben sie überhaupt gelebt?
  • Wie konnten sie Lokale finden, wenn ihnen Google nicht den Weg wies.
  • Woher bekamen sie ihre Bücher, als es Amazon noch nicht gab?
  • Wie beantworteten sie ihre Fragen – so ganz ohne Suchmaschine?

Überlebensnotwendig ist es jedoch für dich, Balance zu halten! Für jede Viertelstunde weniger Zeit in den den Social Media Kanälen, gibt es eine Aktivität aus deiner in der ersten Woche erstellten Liste. Du tust, was du eigentlich immer schon einmal machen wolltest!

0 Minuten. Das musst du dir vorstellen: Du kommst nach vier Wochen runter auf 0 Minuten…

Ein großes, fast rundes 0…

Die letzte Woche: So fühlt es sich an zu leben

Mit Null endet der Diätplan jedoch noch nicht.

Null ist eine Leistung, eine großartige – ja!

GitarristNur – der nächste Schritt führt dich noch weiter. Er führt weg von der Aktivität hin zur Stille. Die Seele baumeln lassen – das ist deine Aufgabe in dieser Woche, 7 Tage lang…

Nein: Du musst deine Wohnung nicht putzen. Deine Mutter besuchen? Das geht doch nächste Woche noch! Regale, Papiere, Schränke ordnen… Sorry! Nein, Das einzige, was erlaubt ist:

Ruhe, Stille, Nachdenken. Kreativ sein.

Das ist es.

Du wirst sehen: Voller kriegst du deine Tage nie mehr wieder!

Tipp: Ein Beispiel, wie es noch geht

Den kalten Entzug hat Jan Rein durchgezogen. Seit einem halben Jahr lebt er Social Media frei. Wie er damit lebt und was es ihm bis jetzt gebracht hat, lest oder hört ihr am besten selbst!

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Europäische Wildkatze 2018
Tipp

Was tun in den Ferien? Die Wildkatze 2018 kennenlernen!

Nein, sie ist kein „Tigerchen“ – eine von allen geliebte, geherzte, grau-braun-gestreifte Hauskatze. Dazu ist sie zu kräftig und vor allem zu wild. Die Wildkatze 2018 zum Wildtier des Jahres gekürt, nennt einen buschigen Schwanz mit dunklen Ringen und stumpfem, schwarzen Ende ihr eigen. Dieser bleibt buschig bis zur Schwanzspitze, anders als bei der Hauskatze. Ihr Fell wirkt verwaschen, so als wollte sich das Tier optimal seiner Umgebung anpassen, damit niemand es entdeckt.

Die Unterschiede im Aussehen der beiden sind schwer auszumachen. Viele würden sie nicht erkennen, auch wenn sie der Wildkatze  2018 über den Weg laufen. Im Zweifelsfall ist es nämlich sowieso die Hauskatze, eben das „Tigerchen“. Besonders wenn man das Tier untertags schleichen sieht.

Wildkatzen sind 1. scheu und 2. nur nachts unterwegs.

Selbst Fachleute haben Schwierigkeiten eine im Gehölz zu entdecken – selbst wenn sie wissen, wo ihr Revier ist.

Wo ist die Europäische Wildkatze zuhause?

Die Wildkatze braucht dichte Wälder für den Rückzug; liebt aber auch lichte Streuobstwiesen, feuchte Senken und Felder, in denen Schermäuse, Feldmäuse und all die anderen Mäusearten leben. 15 bis 20 Mäuse erlegt die Katze täglich – und sie frißt, was die Hauskatze verschmäht: Wühlmäuse!

Ohne Mäuse gibt es keine Wildkatze; ohne Vielfalt in Wald und Wiese gibt es keine Mäuse.

Wildkatze in Brehms TierlebenAls die klassischen Lebensräume der Wildkatzen in Deutschland gelten der Harz und Thüringer Wald, Eifel, Taunus und Hunsrück. Zusammengefasst: Die Mittelgebirge mit Mischwäldern aus Buchen, Eichen, Tannen und Kiefern, in denen auch mal ein gestürzter Baum liegen bleibt und so das abwechslungsreiche Habitat schafft, in dem die Wildkatze leben und sich vermehren kann.

Da die Wildkatze zu den gefährdeten Tierarten gehört, widmet sich das Naturschutz-Projekt Rettungsnetz Wildkatze des BUND der Aufgabe, die Wälder Deutschlands mit Korridoren und Grünbrücken wieder miteinander zu verbinden. 20.000 km sind in Deutschland vorgesehen, damit die wilden Katzen wieder wandern,  sich in noch mehr Gebieten ansiedeln können und ein genetischer Austausch stattfindet.

Unterstützung für ein so ehrgeiziges Projekt bekommt allerdings nur, wer das Tier auch sichtbar machen kann. Verständnis für die Wildkatze muss sich nämlich entwickeln können.

Dafür gibt es jetzt das Wildkatzendorf in Hütscheroda.

Wo die Wildkatze 2018 sich über Besuch freut

Mitten im Nationalpark Hainich wurde im April 2012 das Dorf für die scheuen Tiere eröffnet. Es besteht aus

  • der Wildkatzenscheune: einer alten Fachwerkscheune, die heute als modernes Informationszentrum fungiert
  • der Wildkatzenlichtung: einem naturnah gestalteten Gehege
  • dem Wildkatzenpfad: einem sieben Kilometer langen Rundwanderweg  mit dem Aussichtsturm Hainichblick.
  • dem Wildkatzenschleichpfad: ein eineinhalb Kilometer langer Rundweg durch den Wildkatzenwald mit Spielmöglichkeiten.

Nirgendwo sonst in Deutschland ist so viel Wissen über die Wildkatze versammelt.

Was aber besonders schön ist: Vier der Tiere leben dort: Carlo, Toco, Franz und Oskar 

Endlich könnt ihr sehen, wie ein Wildkatze tatsächlich aussieht, erfahren, was ein Kuder ist… und auch sonst noch allerlei lernen – über Gewohnheiten und Eigenarten dieser schönen Tiere.

Damit ihr sie nie wieder mit dem Tigerchen verwechselt!

Veranstaltungstipp: Wildkatzentag im August

Einen Familienausflug ist dieses Wildkatzendorf allemal wert – zum Beispiel nächste Woche: Da ist Tag der Katze im Wildkatzendorf. Nämlich am Mittwoch, 08.08.2018, 9 – 18 Uhr.

Ein bunter Familientag mit Kinderschminken, Aktionen und geführten Wanderungen. Oder aber ihr genießt einen abendlichen Rundgang durch die Wildkatzenscheune mit Schaufütterung bei Sonnenuntergang.

Weitere Attraktionen für die Wildkatze 2018 findet ihr hier.

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Piet Grobler: Der Zauber Baum
Tipp

Piet Grobler: Vom Zauber im Baum

Mitten in Afrika steht ein Baum. Kein gewöhnlicher Baum, einer mit Früchten so groß wie Melonen, so saftig wie Granatäpfel und so samtig weich wie Mangos. Sie duften nach Himbeeren und ihr Saft schmeckt so glockenklar, dass deine Zunge ihn nie mehr vergisst. Woher ich das weiß? Schaut ihn euch doch an: Einer der bedeutendsten Illustratoren Südafrikas – Piet Grobler – hat ihn für uns im Bilderbuch Bojabi, der Zauberbaum: Eine afrikanische Fabel von Dianne Hofmeyr gemalt. Weit über die Savanne ragt dieser Baum hinaus, schon von weitem zu sehen.

Als nun einmal eine Zeit der Dürre über das Land kam, fanden die Tiere des Dschungels in der näheren Umgebung nichts mehr zu fressen. Daher beschlossen sie aufzubrechen und anderswo etwas zum Essen zu suchen. Nur der Satteste von ihnen, ihr König – der Löwe – blieb zurück und bewachte sein Revier. Die anderen Tiere aber wanderten Tag und Nacht und Nacht und Tag bis sie die Früchte unseres Baumes am Horizont in der Sonne leuchten sahen.

Macht schon! Dort gibt es etwas! Beeilt euch!

Die Gazelle, der Elefant und das Zebra freuten sich und liefen so schnell ihre Beine trugen; jeder wollte als erster beim Baum sein und sich wieder einmal richtig satt fressen. Doch nicht alle Tiere konnten mithalten: Die kleine Schildkröte zum Beispiel, die plagte sich und kam trotzdem nur langsam voran. Als sie endlich den Baum erreichte, fand sie alle Tiere schon versammelt davor. Niemand aber hatte die Früchte angerührt, denn eine riesige Python lag um den Stamm gewickelt. Der Elefant war der einzige, der keine Angst hatte.

  • Ich bin zu groß, als dass sie mich fressen kann!

So näherte er sich, fragte nach einer Frucht, aber die Python zischte:

  • Weißt du den Namen des Baumes?
  • Äh… Wunder…baum, vielleicht?
  • Ssszzzzt… du weißt ihn nicht! Sssszzzzt… nur wer den Namen weiß, darf von den Früchten kosten.

Piet Grobler: Der Zauberbaum mit Python Er versuchte es mit mehreren Namen und scheiterte. So hungerten alle Tiere weiter. Nur, dass jetzt diese Früchte über ihren Köpfen lockten. Verzweifelt überlegten die Tiere: Wie könnte dieser Zauberbaum nur heißen?

Da meldete sich die kleine Schildkröte plötzlich zu Wort.

Afrika erobert das Kinderzimmer im Nu

Wie es weiter geht? Schau es dir selbst an! Aber Vorsicht! Wer das Buch öffnet, der verwandelt das vertraute Kinderzimmer in einen anderen Ort: Python, Elefant, Zebra, Gazelle, Igel, Affe, verschiedene Vögel und die klitzekleine Schildkröte schlängeln, trampeln, kriechen, krabbeln, springen auf den Tisch, aus dem Regal und in die Kuschelecke. Afrika kommt dann nämlich zu Besuch.

Wie der Illustrator Piet Grobler diese Lebendigkeit hinkriegt? Der Künstler erinnert sich, wenn er zeichnet. Er kennt die Fauna Südafrikas von Kindheit an, denn er kommt von einer Farm in Limpopo… jener Provinz im Norden Südafrikas, wo der Krüger-Nationalpark liegt , das größte Wildschutzgebiet des Landes. Wenn jemand dort aufgewachsen ist, steckt es einem in den Knochen. Grobler:

  • Afrika – es ist mein Mutterland. Wie ich handle, alles, was ich tue, wie ich entscheide, wird diesen Kontinent spiegeln. Die Tiere, das Wetter, die Sonne, all das ist in meiner Arbeit präsent.

Ja, aber dPiet Grobler: Löwe und Zebraas ist nicht alles. Sein Geheimnis liegt tiefer, darin, wie er mit einem Bilderbuch-Auftrag umgeht.

  • Ich erzähle einfach Geschichten mit meinen Illustrationen.

Allerdings hat er dabei nicht im Kopf, für Kinder zu zeichnen. Grobler schafft Bilder für den Text, zeichnet das, was dieser verlangt. Wie er das macht?

  • Wenn ich den Text bekomme, lese ich ihn etliche Male, trage ihn einige Monate mit mir herum, lasse ihn sinken und drehe und wende ihn in meinem Kopf. Ich frage: Wie möchte dieser Text ausschauen?

Manchmal will der sich offenbar in Schale schmeißen: wie ein Löwe mit goldenem Sonnenkranz als Mähne. Als das Zebra im Buch bei dem König der Tiere auftaucht und ihn beim Dösen stört, riskiert der Löwe bloß ein müdes Auge. Die kleine Schildkröte muss später einen wesentlich wütenderen Herrscher aushalten.

Verrate ich zu viel? Eines noch:

Ausdauer ist das Thema des Buches, Wiederholen, Dranbleiben… Eigenschaften, die helfen, dass man gut in dem wird, das einen begeistert. Bojabi, der Zauberbaum ist  Buch, das Mut zum Lernen macht – und eines, das dich zum Lachen bringt.

Was alles in einem Baum steckt…

Aber das Buch steht in diesem Blogbeitrag ja eigentlich nicht im Mittelpunkt. Der Baum ist’s, der Zauberbaum mit seinen Früchten…

Grobler hat ihn schon sehr früh entdeckt und war ihm treu geblieben, hegt und pflegt ihn:

  • Seit ich mich erinnern kann, zeichne ich Bilder. In Afrika gab es nicht so viele Zeichenbücher, deshalb benutzten wir Umschläge von Vaters Post. Wir rissen sie auf und zeichneten innen.

Man kann sich vorstellen, dass da alles Mögliche entstand – in den über 80 Büchern, die der Bilderbuch-Künstler mittlerweile in der ganzen Welt illustriert hat, geht es um Tiere, Monster, um Engel, Menschen und Pflanzen. Die Motive gehen dem Vielarbeiter nie aus.

Wenn er draußen in der freien Natur keine Inspiration findet, entstehen sie in seinem Kopf: Das Vogel-ABC zum Beispiel oder Ballade vom Tod, ein Buch, das im Verlag Gerstenberg erschienen ist.

Letzteres scheint dem heiteren Wesen von Groblers Zeichnungen entgegen zu stehen.

  • Ich möchte, dass die Leute fröhlich sind, glücklich. Das heißt aber nicht, dass ich nicht auch Arbeit schätze, die leicht melancholisch ist oder ernster.

Leicht melancholisch? Was gibt es Ernsteres als ein Buch über den Tod? Trotzdem schafft Grobler den Spagat – sein humoristisch-heiterer Blick auf die Welt hilft ihm dabei.

Ein Blick, den der Illustrator auch einsetzt, wenn er für Erwachsene zeichnet. Das tut er nämlich ebenso wie er auf der Univeristät von Worcester, England, unterrichtet. Professor Piet Grobler bildet zukünftige Illustratoren aus – und reist dafür kreuz und quer durch die Welt.

Groblers Baum der Fantasie könnt ihr nun schon von weitem sehen, von Europa genauso wie von Lateinamerika. Seine Krone verzweigt sich auch mehr und mehr: Es treiben ständig neue Äste, Blätter, Früchte…

Die Webseite des Illustrators findet ihr hier!

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Küchentisch Serien: Carrie Mae Weems‘ Blick ins Alltägliche

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Der einzig wahre Apfelstrudel
Tipp

Rezept: Der einzig wahre, der echteste aller Apfelstrudel

Was in der kaiserlich, königlichen (k. und k.) Monarchie der Habsburger wirklich jeder wusste, heute aber gern verdrängt wird: Der Apfelstrudel kommt eigentlich nicht aus dem heutigen Österreich. Wie viele der als typisch österreichisch angesehenen Mehlspeisen! Der Apfelstrudel kommt von ganz woanders:

Damals, als Tschechien noch zur Habsburger Monarchie gehörte und die Amtssprache Deutsch war, zogen viele böhmische Frauen nach Wien, mit ihren Männern oder allein, um in der Hauptstadt Österreichs zu arbeiten. Sie verdingten sich dort als Köchinnen, Dienstmägde, Hausmädchen oder in den zahlreichen Fabriken der Stadt.

Das Erbe, das diese tüchtigen Frauen den Wienern hinterlassen haben, sind die zahlreichen Mehlspeisrezepte, für die die österreichischen Küche heute so berühmt ist.

Dazu gehört neben der Palatschinke auch der heute allseits bekannte – der Altwiener

Apfelstrudel aller Apfelstrudel

Auf eure Frage hin habe ich mich hingesetzt und notiert, was in Wien jeder weiß: Das Rezept des Altwiener Apfelstrudel für 6-8 Portionen. Damit ihr in Zukunft einen wahren, ja den echtesten aller Apfelstrudel klar erkennt. Probiert und genießt!

Zutaten für den selbstgezogenen Strudelteig

  • 200 g Mehl, glatt (Type 480)
  • 1/8 l Wasser, lauwarm
  • EL Öl
  • eventuell 1 Ei
  • Prise Salz
  • Mehl zum Stauben
  • Butter zum Bestreichen
  • Öl zum Bestreichen

Mehl kegelartig auf Arbeitsfläche häufen, oben einen Krater bilden.

Salz, Öl, (Ei) und nach und nach Wasser beigeben.

Alle Zutaten zu einem glatten Teig kneten. Teig dünn mit Öl bestreichen und zugedeckt ca. eine halbe Stunde rasten lassen.

Ein Tuch mit Mehl stauben, Teig ebenfalls mit Mehl anstauben und mit dem Nudelholz gleichmäßig ausrollen. Mit flüssiger Butter bestreichen, zugedeckt einige Minuten rasten lassen.

Den Teig mit dem Handrücken hauchdünn und gleichmäßig ausziehen, dabei beide Hände verwenden.

Zutaten für die Fülle

  • 1,5 kg säuerliche Äpfel z. B. Boskop (geschält und entkernt)
  • 20 g Sauerrahm (oder geschlagene Sahne)
  • 80 g gehackte Walnüsse
  • 150 g Kristallzucker
  • 150 g Semmelbrösel (Paniermehl)
  • 80 g Butter
  • 1 KL Zimt
  • 1 EL Vanillezucker
  • 2 EL Rum

Äpfel vierteln, in 3 mm dicke Scheiben schneiden.

Butter in Pfanne erhitzen, Semmelbrösel beigegeben, goldbraun rösten, kalt stellen.

Äpfel mit Kristall und Vanillezucker sowie Zimt, Rom und Rosinen vermengen.

Strudelteig anrollen, mit flüssiger Butter bestreichen, dünn auf bemehlten Tuch ausziehen, Ränder abschneiden. Strudelteig mit Bröselgemisch bestreuen, Äpfel darauf gruppieren, Walnüsse darüber streuen und mit Sauerrahm (Sahne) einstreichen.

Zum Schluss straff einrollen und die Enden schließen.

Auf ein gebuttertes des Backblech legen, nochmals kräftig mit flüssiger Butter bestreichen, im vorgeheizten Backofen braun backen (Backrohr Temperatur: 220 °C, Backdauer: ca. 40 min)

Mit Staubzucker bestreut, warm oder kalt servieren.

Tipp zum Ausziehen des Teigs:

1, 2, 3  – keine Hexerei: Am leichtesten lässt sich Strudelteig ausziehen, indem man ihn

  1. auf ein bemehltes Tuch mittels Nudelholz fingerdick  ausrollt,
  2. 5 min zugedeckt rasten lässt
  3. mit flüssiger Butter kräftig bestreicht

Anschließend lässt sich der Teig wunderbar ziehen.

Statt Äpfel lassen sich auch andere Obstsorten, zum Beispiel ihre Zwetschken, Trauben oder Birnen  verarbeiten. Ein Rhabarber-Strudel ist übrigens auch etwas ganz Besonderes. Ach – das Schlagobers, das sollte nicht fehlen!

Hinweis für Freunde der Vanillesoß‘: Fußbad kriegt der Strudel keins!!! 😉

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Carrie Mae Weems Küchentisch-Serien
Tipp

Küchentisch-Serien: Carrie Mae Weems‘ Blick ins Alltägliche

Carrie Mae Weems, Fotografin und Videokünstlerin – verewigt in der Blockbuster-Filmgeschichte:

Catwoman (Halle Berry)Was hat Carrie Mae Weems mit Catwoman zu tun? weiß nicht, wie sie mit den unzähligen Möglichkeiten eines Lebens umgehen soll.

Was werde ich mit meinem Leben anfangen? fragt sie eine Freundin.

Du kannst immer noch eine Künstlerin werden wie Carrie Mae Weems.

Eine Zeile nur in einem Dialog: Sie ist Ermutigung für Frauen, vor allem für kreative Frauen. Für diejenigen, die wie Carrie Mae Weems durchs Leben gehen, herrscht nämlich kein Mangel mehr an Ideen; sie haben die eigene Stimme gefunden, suchen im Alltäglichen das Besondere.

Was ein Küchentisch erzählt

Die Stärke von Carrie Mae Weems ist ihr Blick.

Er verwandelt das, was jede Frau kennt; etwas, das „gewöhnlich“, Teil ihres Alltags ist, bekommt eine eigene Geschichte, eine Existenz.

Wie oft sitzen wir am Küchentisch? Täglich, zwei, dreimal – mindestens. Wir sitzen oft und meistens auch gern in der Küche, dem gemütlichsten Platz unseres Zuhauses.

Wie oft aber denken wir tatsächlich an ihn, den Tisch? Überlegen wir uns jemals, was er im Laufe der Jahre erlebt? Welche Geschichten könnte er erzählen?

In den Küchentisch-Serien  (Kitchen Tables Series) lässt Carrie Mae Weems den Tisch erzählen, was Zusammenleben mit den Jahren bedeutet. Die Künstlerin fotografiert, was täglich vorgeht, was auf ihm und um ihn herum geschieht. Dadurch sagt sie auch ohne Worte viel.

Die Kitchen Tables Series seien Resultat eines Umzugs in eine Kleinstadt.

Carrie Mae Weems: Ich habe damals viel darüber nachgedacht, was es bedeutet, eine eigene Stimme zu entwickeln.

Ihre Fotografien waren eine Art Antwort darauf, was sie sich selbst fragte. Sie sollen zeigen, was ihrer Meinung nach eine eigene Stimme ausmacht. Was braucht es, um sie als eigene zu erkennen?

Sie muss allgemeingültig sein,

… darf nicht bloß eine Stimme für afroamerikanische Frauen sein

Deshalb schaut Weems bis heute allen Frauen ins Leben.

Warum Frauen die eigene Stimme vergessen

Mit acht Jahren ist den meisten Mädchen klar, dass ihre Stimme zählt. Sie haben ein Wörtchen mitzureden, wenn es um sie selbst geht. Sie wissen also um ihre Pläne, ihre Vorlieben, ihre Zukunft – vertrauen ihrem Ausdruck, vertreten ihre Überzeugungen.

Leider vergessen die meisten Mädchen diese Stimme im Laufe der Pubertät – andere, vermeintlich wichtigere Fragen verdrängen sie.

  • Was denken die Andere von mir?
  • Was kommt bei Jungs an?
  • Bin ich zu dick?
  • Esse ich das Richtige?
  • Mag mich die Gruppe?

Die eigene Stimme verschwindet oft mit all diesen Fragen. Um sie wieder zu finden, brauchen Frauen brauchen oft viel Zeit.

Carrie Mae Weems zeigt ihnen, wie sie sich selbst schneller wiederfinden: Mit einem Blick auf das Besondere im Alltäglichen.

Dafür muss eine Frau nicht einmal weit gehen. Es reicht der Weg zum Küchentisch.

Mehr von Carrie Mae Weems im Internet:

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Märchen trifft auf Philosophie

Die unterirdische Stadt von Buchhain

Beitragsbild von www.gratisography.com

Märchen trifft auf Philosophie und Wahrheit
Tipp

Märchen trifft auf Philosophie und Wahrheit

Trifft das Märchen auf Philosophie, kommen Fragen auf – die richtig großen Fragen für besinnliche Abende.

Für jene Abende also, an denen du mit Freunden über Gott und die Welt und das Leben diskutierst. An Adventabenden, vor Glühweinständen und am Weihnachtsmarkt.

Oder du kuschelst dich in deine Flauschdecke am Sofa. Ist sowieso zu kalt, zu nass und zu dunkel draußen.

Leg dein Smartphone zur Seite. Heute lesen wir ein Buch!

Märchen trifft auf Philosophie

Wer in den deutschsprachigen Landen Sagen und Märchen liebt, weiß um den Schriftsteller Michael Köhlmeier. Er ist DER Erzähler, auf den du dich beziehen kannst, wenn du etwas zu griechische Götter, Halbgötter und dem Olymp wissen willst.

Die Gründe:

In diesem Sagen- und Märchenumfeld bewegt sich dieser österreichische Autor und Erzähler. Gut.

Was hat Konrad Paul Lissmann dort verloren?

Der Villacher ist Universitätsprofessor für „Methoden der Vermittlung von Philosophie und Ethik“ an der Universität Wien.

2014 hat er sich aufgemacht, die Praxis der Unbildung näher zu beleuchten. Da der streitbare Essayist auf einen ironischen Verstand baut, ist diese Streitschrift polemisch, klar und durchdacht. Er spricht aus, was er vom Bologner Prozess hält und bringt es auf den Punkt. Realität pur.

Mythen und Märchen, Magie, Götter… das alles kann man sich bei ihm eigentlich nicht vorstellen.

Wenn sich zwei treffen, freut sich der Dritte

Trotzdem haben sich die beiden zu einem gemütlichen Abend zusammen gefunden: Der Dialog zwischen ihnen ist zu einem Buch geworden: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist, Adam? Mythologisch-philosophische Verführungen nennen die Autoren es.

Eigentlich ist es aber ein Spaziergang. Wir flanieren mit Köhlmeier und Lissmann einen Abend lang durch die Themen eines Menschenlebens: Arbeit, Macht, Lust, Schönheit, Meisterschaft…

Köhlmeier erzählt, Lissmann interpretiert

„Märchen sind alte Geschichten, bestenfall tauglich für Kinder“, mögen die einen sagen, „unrealistisch, nur zur Unterhaltung da.“

Wir hören vielleicht an einem verschneiten Samstag Nachmittag zu, weil eine gut erzählte Geschichte eben „eine gute Geschichte“ ist.

Wenn sich allerdings die Philosophie der Geschichten, der Märchen und Sagen annimmt und zeigt, was noch alles  in ihnen steckt – ja dann…

dann…

erfahren wir, was Märchen eigentlich sind:

  • Vorlagen zum Denken
  • Antwort auf Lebensfragen
  • Lebensfreude
  • Bewährte Erinnerungen
  • Ausdruck eines kollektiven Gedächtnisses
  • Interpretationsspielraum
  • Ein Eckchen Weisheit

Und wenn du jetzt ein klein wenig die Nase rümpfst, weil – so richtig ernst nehmen, kannst du das alles nicht –  und wenn das alles für dich bloß weihnachtlicher Zeitvertreib und eigentlich Unsinn ist:

Macht nix, du hörst ja trotzdem zu! 🙂

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Unterirdische Stadt Buchhaim
Tipp

Die unterirdische Stadt von Buchhaim

Menschen leben oberhalb der Erde, sie bauen seit Generationen höher und höher. Es ist, als würden Luft und Ausblick uns nach oben treiben, als könnten wir gar nicht hoch genug kommen und weit genug sehen. Das Oben einer Stadt gibt ein Gefühl von Freiheit: Danach sehnen wir uns. Das Unterhalb ist weniger verlockend: Von den Leitungen, der Kanalisation, den Katakomben, Schächten und U-Bahn-Röhren sprechen wir kaum. Die unterirdische Stadt existiert, aber eher als Gegenspieler von jener da oben.

Wir dulden sie, wissen aber kaum etwas über sie. Unterirdische Städte bleiben oft unerwähnt, viele sogar unerforscht. Deutlich wird das, wenn wir mit ihnen konfrontiert sind.

Die Leser zum Beispiel, die das im November erschienene „Comic-Buch“ von Walter Moers erstanden haben – den ersten Teil seiner zweiteiligen Graphic Novel „Die Stadt der Träumenden Bücher“.

In ihm spielt die unterirdische Stadt von Buchhaim die Hauptrolle; der Teil der berühmten Bücher-Stadt, der für Bücherjäger und Dichter am ergiebigsten ist.

Im Januar erscheint dann Teil 2 des Comics. Ideal also für Geschenkejäger und  all diejenigen, denen normalerweise an den letzten Tagen vor Weihnachten immer noch ein Präsent fehlt:

  • Teil 1 eignet sich als handfestes Geschenk für Heiligabend,
  • die Vorbestellung von Teil 2 lässt sich gleich miterledigen – als Geschenksverlängerung.

Auf diese Weise hält die Freude beim Beschenkten länger an ?.

Farbenfroh: Hildegunst und seine Abenteuer

Stadt der träumenden BücherMit seinem Roman „Die Stadt der träumenden Bücher hatte Moers, der Comiczeichner und Erfinder von „Käpt’n Blaubär“ und dem „Kleinen Arschloch“, einen Riesenerfolg. Er schuf eine eigenwillige Welt – eine, in der Saurier leben, die der Kultur des Dichtens frönen. Man sagt, Moers erklärte mit diesem Buch seine Liebe an das Lesen.

Im Roman steigt der Protagonist, Dichtersaurier Hildegunst von Mythenmetz, also in die unterirdische Stadt von Buchhaim – in die Katakomben, Kammern, Kathedralen-Räume. Er erkundet die Schattenwelt und findet Buch- und Dichtkunst.

Vom Dunkel, das nicht mehr los lässt

Bücherliebhaber und Leseratten fallen dieser Unterwelt zum Opfer: Sie verschwinden für Tage oder Wochen, ganz egal wie schön die Sonne oben auch scheint – und nicht alle kommen blinzelnd hervorgekrochen, wenn es zu essen gibt.

Sie verirren sich mit Hildegunst von Mythenmetz in den Labyrinthen, suchen Gänge, Räume und Bücher… und genauso wie der Erzähler verlieren sie sich in der Geschichte von Schutz, Flucht und Wissen. Die unterirdische Stadt birgt fast mehr Leben als die oben.

Genau diese unterirdische Stadt hat Moers über mehrere Jahre hinweg gemeinsam mit dem Illustrator und Comiczeichner Florian Biege jetzt in eine Graphic Novel übertragen. In Farbe und mit Perspektive. Fachlich gesprochen – „mit Tiefe“. Wer den Roman kennt, ist verblüfft, wie Orte, Räume und Figuren sich dadurch verändern.

Hildegunst in der Oberstadt

Eine unterirdische Stadt im Teamwork geschaffen

Um die besondere Lebhaftigkeit zu erreichen, die selbst eingefleischte Comicgegner zu einem vorsichtigen „Schon gut gemacht!“ verführt, war Teamarbeit nötig. Manchmal arbeiteten nur Moers und Biege an der Umwandlung, manchmal aber auch noch mehr Leute.

Vor jedem ausgearbeiteten Bild gab es das Szenario von Moers – er arbeitete den Text um und erstellte für jede Seite eine Skizze mit Bleistift, die schon direkt mit Sprechblasen versehen war.

Danach folgte Biege. Er schuf eine Computerskizze, um den groben Aufbau des Bildes zu klären. Von diesem Entwurf ausgehend, besprachen die beiden jeden Schritt einzeln. Auf diese Weise koordinierten sich die beiden und gelangten schließlich zum fertigen Bild.

Das dauert. Zahlt sich aber aus!

Tipp für den 6. Dezember

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Goldmund Erzählfest
Tipp

Kunde vom Goldmund Erzählfest

Die Zutaten sind denkbar einfach: Sechs Erzähler, sieben Geschichten, ein Publikum. Etwas Musik kommt noch dazu und eine kahle Bühne mit einem grün-weichem Teppich. Einem, der nachgibt, wenn man darauf steht, geht und erzählt. Ach ja, bevor ich die Gewürze vergesse: und viele, viele Schlüssel. Daraus rührt die Goldmund Erzählakademie ihr Goldmund Erzählfest.

Goldmund Erzählfest

Wenn einer was erzählen kann… dann hören wir ihm zu. Sind still, lauschen, staunen, zweifeln, zaudern, lachen, weinen, schämen und fürchten uns mit der Geschichte. Wir schippern in der Nordsee, versuchen eine goldene Schraube loszuwerden, verstecken einen Silberlöffel im losen Brett des Bodens, lieben Emma und Fritz soooo sehr. Wir wundern uns, wer den besten Platz im Himmel bekommt und fragen, wo die eine, bestimmte Eiche steht. Wir leben mit – mit den Geschichten, die uns einer erzählt. Manche Geschichten öffnen Herzen…

Bei Erwachsenen ist das nicht anders als bei Kindern. Nur bei Kindern lächeln wir, wie still es plötzlich wird, wenn die Kindergärtnerin im Erzählkreis eine Geschichte erzählt. Wie Kinder, die sonst eher zurückgezogen sind, mitmachen und nachfragen oder solche, die gewöhnlich herumtoben, darauf warten, wie es weiter geht. Doch die Erwachsenen warten auch: auf die Pointe, auf die nächste Wendung, den verblüffenden Ausgang.

Das macht das Goldmund Erzählfest zum Fest! Es ist ein Reigen für unsere Sinne, jede Geschichte ein Tanz, jeder Erzähler ein Freund oder eben jemand, dem wir gerne lauschen.

Aber auch ein Erzählwettstreit

Erzählwettbewerb deshalb, weil die Geschichten um die Gunst des Publikums werben.  Unter PoetrySlams schlich sich das schon in der Antike bekannte Format in die heutige Gedicht- und Liederszene. Das zweimal im Jahr stattfindende Goldmund Erzählfest wirft wie damals aber keine Gedichte in die Menge, sondern eben in Bilder gemalte Geschichten.

Wer das Goldmund Erzählfest besucht, erhält zwei kleine Schlüsselchen. Die Schlüsselchen zu ihrem/seinen Herzen. Die beiden Erzähler, die sie/ihn mit ihren Geschichten am meisten berührt haben, bekommen diese dann in der Pause. Wer am meisten Schlüsselchen erhält, erzählt die Gute-Nacht-Geschichte!

Gestern im Stemmerhof

Das dieswinterliche Goldmund Erzählfest läutete gestern ganz pünktlich den Advent ein:  Jetzt ist ja traditionell die Zeit für Geschichten- und Märchen. Aber ganz ehrlich…

Wie sehr spielt das Erzählen von Geschichten heute noch eine Rolle?

Am besten du fragst das gestrige Publikum! Warte – wart“… kommst du nicht zu Wort?

Tja… nichts ist so anregend, wie auf dem Nachhauseweg zu erzählen, was so berührend, so beeindruckend, befremdlich oder aufregend war. An diesen Geschichten.

Welchen?

Na also, da war einmal…

Tipps für den 2. Dezember

Der Erzählwettstreit – hausgemacht: Heute lade spontan Freunde ein! Sicherlich gibt es bei dir irgendwo ein Märchenbuch: Grimms Kinder- und Hausmärchen zum Beispiel oder die Kunstmärchen von Hans Christian Andersen. Wenn nicht, weil die Bücher in deinem Haus gerade erst im Kaffee ertrunken oder gar ausgewandert sind, bediene dich hier. Such dir eines aus und gib allen davon eine Kopie. Jede/r bekommt zehn Minuten, dann erzählt ihr es reihum. Vorgabe: Nicht länger als 7 Minuten stehen dafür zur Verfügung. Wenn alle durch sind, prämiert ihr den Erzähler, der euer Herz erwärmt hat. Dazu gibt es Kekse und Glühwein- und viel Gesprächsstoff!

  1. Variante: Lege Papier, Stifte und Malutensilien bereit. Du erzählst bzw. liest ein noch nicht so bekanntes Märchen vor. Jede/r wählt danach eine Szene, eine Figur aus und malt sie in maximal 15 Minuten. Danach präsentiert sie/er sein Bild und begründet, warum sie/er gerade diese Szene, diese Figur ausgesucht hat. Auch hier wählt ihr den Schlüssel zu eurem Herzen. Zum Malen vergiss die Musik nicht!
  2. Variante: Spielt Scharade! Die Vorgabe: Die Wörter dürfen nur aus der Märchenwelt stammen. Sind nur Erwachsene in der Runde und kennen sie ihre Märchen, gilt es, nicht nur die Wörter zu erraten, sondern auch das Märchen, aus dem es stammt.
Jan Blake erzählt
Nebiga

Frau vs Mann: Wie Jan Blake erzählt

Jan Blake erzählt traditionelle Geschichten: Märchen, Sagen, Legenden. Ihre Geschichten rollen wie Lawinen über den Hang. Sie beginnen mit einem Schneeball, mit einem ganz kleinen: Zuerst schubst Blake ein Wort ins Publikum: „crick“ ruft sie und sie verlangt ein „crack“ zurück.

CRICK – crack… Nein, sie ist nicht überzeugt. Crack sagt ihr nämlich, ob und wie sehr wir die Geschichte tatsächlich hören wollen. Wir müssen den Schneeball weiter schubsen, sonst tut sich nichts…

CRICK – crack – CRICK! – CRACK!

Es war einmal…, beginnt Blake. Der Schneeball kommt doch noch ins Rollen…

Blake erzählt von der Leopardenfrau

Wenn Frauen mit ihren Männern durch die Savanne ziehen, sind die Rollen in unserer Vorstellung oft noch immer  klar verteilt: Das Baby liegt an IHRER Brust, ER geht jagen. Die Frau kocht, was er ihr bringt. Sonst aber tut sie, was er sagt. Er sorgt ja für ihre Sicherheit.

Doch Blake erzählt, wie’s ist, wenn der Mann meint, es sich mit seiner Leopardenfrau bequem zu machen.

Geschichten über Gestaltwandler sind beliebt – Tiere, die sich in Menschen verwandeln; Füchse, Wölfe, Tiger. Natürlich auch in Westafrika, in der Karibik und im arabischen Raum. Oft sind es dort die Frauen, die sich verwandeln. Aus diesen Regionen kommen die Märchen und Legenden, die Blake erzählt. Viele handeln von Frauen, die anders sind; von ihrer Stärke und dem Mut, den sie in sich tragen.

Die Leopardenfrau darf da nicht fehlen.

Wie kommt man zum Erzählen?

Eigentlich, erzählt Blake, eigentlich begann es vor dreißig Jahren. Ich war bankrott und brauchte Geld. So begann ich Geschichten zu erzählen.

Dahinter steckt ein bisschen mehr. Ihr Talent, ihre Freude und eine Neugier auf die Kultur ihrer Ahnen. Die Britin ist ein Migrantenkind – in 2. Generation, wie es so schön heißt. Die Geschichten, die sie als Kind gehört hatte, kamen aus Jamaika, aus Ghana, aus Togo… Geschichten, die mit den Sklaven über Jahrhunderte weiter gewandert waren und die schließlich ihre Eltern nach Großbritannien mitgebracht haben.

Für das Kind blieb aber unverständlich, warum die Märchen aus Ghana vertrauter waren, als die, die  englische Lehrer und Schulkameraden erzählten. Jan Blakes Entscheidung für den Beruf der Märchenerzählerin gab ihr die Möglichkeit, Wurzeln zu erforschen; über Märchen und Legenden eine fremde und doch vertraute Welt zu betreten.

In den dreißig Jahren, so erzählt Blake, wandelten sich ihre Geschichten. Suchte sie anfangs hauptsächlich, was unterhielt, erzählt sie heute Geschichten, um etwas weiter zu geben: Erkenntnis vielleicht, Lebensweisheit, Wissen… die Essenz.

Von Geben, Nehmen und dem Dialog

Geschichtenerzähler sind keine Schauspieler. Sie leben aber mit ihrem Publikum genau wie diese; das Publikum trägt sie beim Erzählen weiter. Seine Aufmerksamkeit fordert ihre Fantasie, ihr Können, ihre Stimme, ihre Fabulierkunst und ihr Körperspiel. Das Publikum gibt Stichworte, reimt mit, singt.

Wer auf seinem Stuhl sitzen bleibt, wenn Jan Blake erzählt, hat nicht verstanden. Er spürt nicht, dass er dazugehört, ein Teil ist – aktiver Teil der Geschichte. Nur mit Hilfe der Zuschauer entwickelt sie sich.

Nur gemeinsam mit dem Publikum rollt der Schneeball weiter und weiter…. auf die Herzen der Zuhörer zu; dorthin, wo die Lawine  letzendlich zerstäubt und in der Wärme schmilzt.

Das Glitzern aber bleibt zurück. Das Glitzern der Leopardenaugen!

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Lesereise nach Bulgarien
Tipp

Buchtipp: Lesereise nach Bulgarien

Manchmal genügt eine Lesereise und du glaubst, mit den Menschen in einem Land völlig vertraut zu sein. Wem das passiert, ist an einen Autor geraten, der das Land und seine Leute liebt. Bulgarien hat zwei wunderbare Fürsprecher in der deutschsprachigen Autorenzunft. Einer davon ist Thomas Magosch. Er schickt uns auf eine Lesereise, die den alltäglichen Absurditäten Bulgariens Stimme und Gesicht verleiht.

Wenigstens eine Lesereise nach Bulgarien

Ganz am Rand Europas gelegen, war es immer schon ein Reiseland. Das hat sich nicht geändert. Nach Bulgarien im Sommer an das Schwarze Meer zu fahren, heißt sich mit tausenden Touristen den Strand zu teilen. Party, Bier und Liebeständeleien auch. Russisch, Deutsch und Englisch – alles sprudelt durcheinander. Bulgarisch bekommt man an den Goldstränden weniger zu hören. Braucht es ja auch nicht – mit der Schrift hat der ein bis zwei Wochen bleibende Tourist eh genug zu tun. Wer kann schon kyrillisch entziffern?

Wem es zuzuhören lohnt

Thomas Magosch aber hat im Herzland des Balkan ein paar Jahre verbracht. Mit seiner Familie und allein bereiste er Bulgarien, fuhr nicht nur an den Goldstrand, sondern auch nach Targowischte, Kowatschewitza, Melnik, Sofia und Verniko Tarnowo. Auf seinen Reisen sprach er mit Musikern, Taxifahrern, Mönchen, Hausmeistern und Wahrsagern; mit Menschen, die etwas Geschichten, Legenden zu erzählen und auch sonst einiges zu sagen haben. Magosch porträtiert, fragt nach, hört zu und zeichnet das Miteinander.

Lesen, lauschen, kennenlernen

Drei Frauen läuten die Glocken der Nemski-Kathedrale in Sofia, hoch oben im Turm. Unter ihnen die wahrscheinlich älteste Glöcknerin der Welt. Ihr Blick ist einer von vielen. Einer, der nichts beschönigt, nichts verheimlicht und nichts mehr allzu wichtig nimmt. Nur eines…

Alles beginnt und endet mit den Glocken!

sagt sie, und trotzdem trägt sie keine Uhr. Auf eine Minute mehr oder weniger kommt es nicht an.

Mein Tipp: Thomas Magosch: Bulgarien: Das gebrauchte Zepter am goldenen Sandstrand  

 

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