Quetzalvogel
Nebiga

Was ein Obsidianspiegel vermag

Quetzalcoatl ist einer der mächtigsten Götter im Götteruniversum Mexikos. Er befiehlt sowohl der  Klapperschlange wie auch dem Quetzalvogel; vereint Wind, Himmel und Erde in sich. Warum also sollte er nicht außergewöhnlich sein? Leben nicht die Götter wie auch Mensch und Tier von seiner Weisheit und Macht? Viele verehrten ihn und sonnten sich in seiner Gunst! Ihm stand wahrhaft die Aufmerksamkeit aller zu.

Nun…

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Der bösen Schwiegermutter das Wort
Nebiga
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Aphrodite: Der „bösen Schwiegermutter“ das Wort

„Böse“, schimpfen sie mich. Ich sei das Urbild der missgünstigen Schwiegermutter. Eifersüchtig auf die Jugend, neidisch auf die Schönheit einer Sterblichen.

ICH? Weil ein Mädchen namens Psyche den Menschen als betörend galt; diese es als neue Göttin ausriefen. Die Männer natürlich. Es hatte angeblich sogar welche gegeben, die Psyches Reinheit verherrlichten; ihr Blumen vor die Haustür streuten. Was wissen Menschen denn? [Weiterlesen]

Granatapfel
Nebiga

Hades: Verliebt in der Unterwelt

Was bisher geschah: Hades. der Herr der Unterwelt überredete die junge Göttin Persephone, ihn  in sein Reich zu begleiten. Sein Trick? Er versprach ihr Wissen über die Schatten und die Dunkelheit. Außerdem versicherte er, sie würde zum Abendbrot zurück sein, vorausgesetzt natürlich sie würde in seinem Reich nichts essen. Was er verschwieg? Die Unterwelt kannte weder Tag noch Nacht – Zeit ist im Dunkeln ein dehnbares Gut.

Aber was machte das schon? Unter Göttern spielt es doch keine Rolle, ob man zum Abendbrot desselben Tages oder Monate später zurück kam. Was würde Persephone schon verpassen? Sie schien außerdem nicht an die Oberwelt zu denken. Die junge Göttin hielt mit ihm Schritt; ließ sich nur von ihm helfen, wenn sie sich an einem schmalen Grat entlang hanteln mussten, und fragte. Fragte viel.

Alles schien sie zu begeistern – und Hades erklärte es ihr: Dunkelheit und Schatten, Erdschichten und woran sie Granat-, Gold- und Diamantadern erkennen konnte; zeigte ihr unterirdische Seen und  Tropfsteinhöhlen. Er stellte ihr sogar Charon – den Fährmann – vor – griesgrämig wie er war. Die Göttin Charon, Fährmann der Unterwelt der Jugend brachte selbst diesen zum Lächeln. Sie verbreitete Freude, wo immer sie auftauchte. Auch wenn die Schatten diese nicht spüren konnten – Hades erfüllte sie.

Das unterirdische Reich wuchs dem Gott noch stärker ans Herz – und er genoß Persephones Nähe. Sobald Hades bemerkte, dass seine Angebetete im Dunkeln fror, legte er den Arm um ihre Schultern. Sie aber tauchte unter diesem durch, lief vor und deutet auf eine Gesteinsader:

  • Granat nicht?

fragte sie. Ein anderes Mal forderte sie Hades heraus: Kletterte über schroffe Felsen, zwängte sich durch Tunnel und rief, er solle schneller machen. Dann wieder schmiegte sie sich an – schlüpfte jedoch weg, sobald sie etwas entdeckte, das sie noch nicht kannte.

Der Gott wusste nie, was kam. Es machte ihn… wahnsinnig!

Hades braucht Rat.

Den Fährmann um Rat zu fragen, wäre Hades früher niemals in den Sinn gekommen, aber  jetzt musste er sich eingestehen: Er brauchte Rat und es gab in der Unterwelt niemanden sonst, dem er sich anvertrauen wollte. So rief der Gott Charon in einem ruhigen Augenblick zu sich.

  • Sag mir, was fühlt Persephone für mich?

fragte er – geradeheraus wie er es seinen Leuten gegenüber gewohnt war. Charon schaute verdutzt und brummte:

  • Herr, wie soll ich das Herz einer Göttin kennen?
  • Wie kann ich es herausfinden? Was kann ich tun?
  • Fragt sie. Nur Persephone selbst weiß, ob sie Euch mag, Herr!

Einen solchen Rat zu befolgen, kostet Überwindung – besonders einem Gott. Hades erwog das Für und Wieder – mehrmals und länger als üblich! Schließlich machte er sich auf, seiner Angebeteten seine Gefühle zu offenbaren. Es war an der Zeit, fand er.

Ein Baum in der Unterwelt

Er entdeckte Persephone vor einer Felswand. Sie zeichnete mit einem Stück Kohle, folgte der Struktur einer Granatader und zeichnete Äste, Blätter, Früchte. Die Göttin war so vertieft, dass sie nicht bemerkte, wie Hades näher trat. Er räusperte sich.

  • Siehst du, welch schöne Äpfel diese Granate wären,

sagte Persephone, ohne sich umzudrehen. Hades kämpfte mit sich: Wie sollte er sich einem Rücken erklären? Die Göttin deutete auf ihr Wandbild:

  • Hier sind die Blätter; Schatten lassen sie leben… Dort die Früchte! Es wird ein Baum, denke ich.

Endlich wandte sie sich um – und Hades blieb der Atem weg. Ihre Augen leuchteten, wie er es noch nie zuvor gesehen hatte. Feuer brannte in ihnen, Leidenschaft. Sie hatte gemalt, funkelte  vor Leben. Wie konnte er dagegen an?

Wie sollte er sich erklären?

GranatapfelDoch Götter haben Ideen, auf die Sterblichen nie und nimmer kommen würden. Dem Herrn der Unterwelt kostete es einen Wink – und aus der Felswand brach ein Baum. Die Zeichnung erwachte zum Leben: Stamm, Äste und Zweige entstanden aus den Kohlestrichen, Früchte aus dem Granat:

  • Hast du ihn dir so vorgestellt?

fragte er. Persephone blickte ihn bewundernd an.

  • Dass du das kannst!

rief sie. Für diesen Blick würde er die Unterwelt in einen Garten verwandeln! Aber er sah ihren Augen an, dass es nicht nötig war. Persephone hatte verstanden. Das Schweigen wurde ihm lang:

  • Und?

bohrte er. Die Maid betrachtete ihre Hände, wischte die Kohle an ihrem Kleid ab.

  • Wie hast du dir das gedacht?

sagte sie plötzlich.

  • Wie soll der Baum hier unten überleben? Er braucht Wasser, Erde – Sonnenlicht.

Advent, Advent – ein Lichtlein brennt! Erst eins, dann zwei, dann drei…

Geduld! Wie’s weiter geht, erfährst du am am vierten Adventsonntag!

Schau‘ dann wieder rein! Ich freu‘ mich auf dich 🙂

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Was auf der Suche nach Herberge niemand erwähnt

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Gott Hades und sein Reich
Nebiga

Wie Gott Hades die Frau fürs Leben raubt

Was bisher geschah: Der griechische Gott Hades, der Herr der Unterwelt, hatte hin und wieder seine hellen Augenblicke; in ihnen vermisste er so einiges: Licht zum Beispiel, Farben, Freude…  Nach einem solchen machte er sich normalerweise auf, eine Frau zu suchen. Lange Zeit vergeblich. Als er schließlich doch eine Göttin fand, die ihm gefiel, griff er zu – und brachte damit die Götterwelt durcheinander.

Denn bald schon – an einem Morgen im Olymp – erfuhr sein Bruder, der Göttervater höchstpersönlich, von Hades‘ Tat. Eigentlich hatte Zeus ja Anderes im Kopf: Seine Frau war auf Reisen und würde eine Weile unterwegs sein und auch die Kinder gingen ihren eigenen Geschäften nach. Er überlegte, wie er diese Gelegenheit am besten nutzen konnte. Mit einem Ausflug zu den Sterblichen vielleicht? Oder sollte er zuhause bleiben? Die Stille genießen?

Zeus nahm den ersten Schluck Ambrosia des Tages:

Ahhh…

Fehlten nur noch die Nachrichten, dachte er und rief:

Götterbote!

Doch dieser erschien nicht. Stattdessen stand plötzlich Demeter vor ihm.

Demeter, Göttin der Fruchtbarkeit und Hüterin des Ackerbaus

Sie kümmerte sich um alles, was auf Erden wächst und gedeiht. Eine Göttin also, deren Tag ausgefüllt sein sollte. Was wollte sie hier? Um diese Zeit? Ihre Fäuste hielt sie auf die Hüften gestemmt, die Stirne war gerunzelt und ihre Augen funkelten.

  • Du musst etwas tun! Sofort! 
  • Oooch, Demeter! Was ist denn nun schon wieder?
  • Meine Tochter wurde entführt!
  • Entführt?

Der Göttervater hob eine Augenbraue, überlegte… Schließlich sagte er:

  • Red‘ keinen Unsinn! Wer würde es wagen, eine Göttin zu entführen? Wahrscheinlich ist sie kurz weggegangen. Alt genug dazu ist sie ja…
  • Kurz? Überall  habe ich gesucht. Persephone ist nirgends zu finden. Bleibt nur ein einziger Ort und den kann ich nicht uneingeladen betreten. Ich sage dir: Sie muss in der Unterwelt sein!
  • Bei Hades?

Zeus strich sich drei, vier Mal den Bart. Er beobachtete, wie Demeter von einem Fuß auf den anderen trat, lehnte sich zurück:

  • Ja dann… was regst du dich auf?  
  • Willst du ihm das etwa durchgehen lassen?

fragte die Göttin.

  • Hades ist der Herr der Toten, König eines großen Reiches. Er ist mit all seinen Bodenschätzen sogar der reichste Gott überhaupt UND so wie ich ihn kenne, ist er an etwas Ernstem interessiert. Besser kann es Persephone gar nicht treffen.

Demeter stampfte auf.

  • Hol sie zurück!

Doch Zeus schüttelte den Kopf.

  • Du weißt doch: Ist der Schicksalfaden erst gesponnen,  kann niemand es ändern, selbst ich nicht.

Er hielt ihrem Blick stand, seufzte aber erleichtert, als Demeter herumwirbelte und verschwand. Er beschloss, ihr

  • DAS werden wir noch sehen!

nicht gehört zu haben. Lieber trank er noch einen Schluck. Wo er nur blieb, der Götterbote?

Gott Hades, Persephone und die Schatten

Gott Hades wäre überrascht gewesen, hätte er gewusst, welche Aufregung sein Handeln verursacht hatte. Gut, er zog Persephone tatsächlich etwas stürmisch, um sie vor dem Donnerwetter in die Sicherheit der Höhle zu bringen. Sie wog weniger, als er dachte und landete daher an seiner Brust. Er umarmte sie, atmete ihren Duft ein – ahhh… Hyazinthe, Erde, Gras. Doch nur ganz kurz!

  • Tschuldigung,

murmelte er sofort und ließ sie los. Er wurde – du glaubst es nicht – rot.

Persephone dagegen lächelte flüchtig, drückte ihm ihr Bild in die Hand.

  • Halt mal, bitte!

sagte sie, beugte sich vor und wrang ihr Haar über Kopf aus.

Als Gott war Hades es nicht gewohnt, Aufträge entgegen zu nehmen. Verblüfft hielt er das Blatt, wobei er die Maid aus den Augenwinkeln beobachtete.

  • Ist es ruiniert?

fragte Persephone, drehte den Kopf und sah ihn an. Jetzt erst schaute Gott Hades auf das Bild:

  • An den Rändern verwischt, vielleicht…
  • Wirklich? Zeig!

Sie trat näher, betrachtete ihr Werk – weit kritischer als er.

  • Es lebt einfach nicht. Nie kriege ich das hin…

murmelte sie. Das klang entäuscht, was Hades veranlasste, genauer hinzusehen: Das Abbild einer Lilie, der Blütenkelch leuchtete in Rottönen. Persephone hatte allerdings recht. Der Kelch prangte flach auf dem Blatt. Gott Hades dachte nach – das dauerte eine Weile, doch dann sagte er:

  • Kein Wunder, es fehlen die Schatten…

Dieser eine Satz war es! Mit ihm hatte er ihre volle Aufmerksamkeit. Persephone fragte nach, ließ den Herrn  der Dunkelheit erzählen: wie Licht und Schatten zusammen gehören, von der Tiefe, seinem Reich – und was Persephone dort alles lernen könnte. Gott Hades nutzte die Gelegenheit wohl. Er würde ihr alles zeigen, sagte er und dass ein Besuch ja nicht schaden könne.

  • Kann ich zum Abendbrot zurück sein?
  • Wenn du während deines Aufenthalts nichts isst – jederzeit!

Besuch in der Unterwelt

Damit gelang es dem Herrn der Unterwelt zum allerersten Mal, eine heiratsfähige Göttin in sein Reich zu bekommen. Gott Hades nahm sich fest vor, alles zu tun, damit Persephone nicht mehr in die Oberwelt zurück wollte. Er würde werben, wie noch nie zuvor! Was hatte er nicht alles zu bieten! Er würde sie mit Aufmerksamkeiten überaschen, ihr jeden Winkel seines Reiches zeigen und den Aufenthalt so angenehm, wie nur möglich machen. Sie sollte sich wünschen, ewig bleiben zu können.

Zeit dazu würde er genug haben: In seinem Reich verschwimmen die Stunden, keiner weiß, welche es geschlagen hat. In der Unterwelt kannte niemand Tag und Nacht. Nein, der Gott hatte Persephone nicht angelogen!

Er hatte ihr nur etwas verschwiegen.

Advent, Advent – ein Lichtlein brennt! Erst eins, dann zwei…

Geduld! Wie’s weiter geht, erfährst du am dritten Adventsonntag 😉

Schau‘ dann wieder rein! Ich freu‘ mich auf dich 🙂

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Hades am Eingang seines Reiches
Nebiga

Gott Hades sucht die Frau fürs Leben

Zeus, der Göttervater der Griechen, teilte die Welt unter sich und seinen Brüdern auf. Damit es gerecht zugehe, ließ er das Los entscheiden, welchen Teil wer bekommen sollte. Sein ältester Bruder, Hades, zog die Unterwelt. Andere wären mit diesem Los unglücklich gewesen. Sie hätten sich sogar beschwert, Gott Hades aber war zufrieden. Ihm sollte nun ein gigantischen Reich gehören – ein unterirdisches zwar, jedoch eines von besonderer Schönheit, durchschimmert vom Zauber der Dunkelheit.

Der Gott zog sich sofort auf seine neuen Ländereien zurück; machte sich mit ihnen, ihren Grenzen und den Bewohnern vertraut und regierte. Er nahm seine Pflichten ernst: Den Seelen der Verstorbenen ein Zuhause zu geben, war eine davon. Streit zu schlichten, eine andere. Außerdem galt es, die Schätze der Erde zu beschützen und über die wenigen Zugänge in sein Reich zu wachen. Nicht jeder durfte in die Gefilde der unteren Welt: Nur Seelenschatten und Träume. Über sie herrschte er:

Gerecht, sagten die Griechen, nannten den Gott aber auch den Unbeugsamen, den Furchtbaren.

Wenn es seine Pflichten erlaubten, streifte Hades durch die Lande; an den Felsufern der Seen entlang; zwängte sich durch Kalk-Passagen, über Schluchten in Tropfsteinhöhlen, die wie Paläste hochragten. Wände schimmerten, durchzogen von Granat-, Kohle- oder Gneisadern; Diamanten funkelten. Es gab so viel zu entdecken! In den Gewölben der Höhlen hielt der Gott an, atmete tief ein; ließ den Geruch durch seine Nase strömen – den nach Moder, Erde und Stein. Er genoß die Weite; lauschte in die Ruhe seines Reiches.

Doch manchmal sang diese in seinem Kopf – und er erinnerte sich: An die Freude… das Licht und die Farben der Oberwelt. In einem solchen Augenblick wünschte sich Hades eine Frau.

Eine Göttin sollte es sein

Dann wusste er, es war an der Zeit, seinen Bruder zu besuchen. Vom Himmel aus ließen sich die Frauen der Welt besser begutachten und Zeus war nie abgeneigt, einen Blick zu riskieren: Die Brüder lugten dann auf die Erde hinunter.

Vom Himmel herab

  • Was sagst du zu der?
  • Zu blond.
  • Und die?
  • Was soll ich mit einer Nymphe?
  • Hmmm, aber die. Die wär‘ doch was? Sieh‘ dir bloß diesen Hintern an! Was meinst?
  • Eine Sterbliche? ZEUS, sie soll meine Königin werden!
  • Na, wenn du nicht… Ich wäre nicht ab… ohh… sie bückt sich…

Wenn er bloß einmal bei der Sache bleiben könnte! Hades fuhr seinem Bruder an:

  • Zeig‘ mir nur die Göttinnen, die noch keinen Gatten haben!

Doch so einfach, wie der Gott es sich vorgestellt hatte, war es nicht: Selbst als er eine fand, die ihm gefiel und die sich nicht vor einem näheren Kennenlernen sträubte, gab es eine Hürde, die keine nahm: Keine wollte mit ihm in die Unterwelt, geschweige denn dort bleiben.

Hades kehrte allein zurück in sein Reich; machte weiter wie bisher: Herrschte, schlichtete, wachte, streifte umher – und lauschte der Stille.

Bis eines Tages… Lachen seine Ruhe störte. Es perlte an sein Ohr und riss ihn aus den Gedanken. Nach dem Lachen hörte er eine Stimme:

  • Lasst mich! Ich klettere da jetzt hoch! Da oben war ich noch nie!
  • Ach was, ihr redet ja wie Mutter…
  •  Ohhh – dieser Blick – und erst das Licht! Wartet nicht auf mich, hier male ich!

Natürlich musste Hades nachsehen, was los war. Jemand befand sich an der Grenze SEINES Reiches – und es dürfte sich um keine Seele handeln. Genau dort, wo das Dunkel der Unterwelt auf das Licht der Oberwelt traf, spähte er aus der Höhle nach draußen. Er blinzelte; es dauerte eine Weile bis sich seine Augen an das Licht gewöhnten.

Da sah er sie zum ersten Mal: Persephone, die göttliche Maid.

Und was Hades sah!

Persephone war die Jugend, die Frische selbst. Sie war der Wind, der zart durch die Haare streift oder das Morgenrot, das die Dämmerung vertreibt. Alle Menschen, ja sogar die Götter, waren in sie verliebt; ein bisschen jedenfalls: so ähnlich wie in den Anfang eines Abenteuers; wie in den Funken einer Idee.

Dieses göttliche Wesen saß nun vor ihm auf einem Felsen, ein Blatt auf dem Schoß und malte. Er konnte sich nicht satt sehen. Alles war ein Fest für seine Augen: Die Farbkleckse auf ihrem Kleid genauso wie ihr zerwuscheltes Haar und die bloßen Füße.

Diese Göttin war für ihn gemacht. Endlich hatte er sie gefunden!

Er musste handeln, aber wusste so schnell nicht, wie. Glücklicherweise kommt auch Göttern hin und wieder der Zufall zu Hilfe: Diesmal in Form von Donnergrollen.

Persephone war so vertieft in ihre Malerei, dass sie es nicht zu bemerken schien. Es blitzte. Ihre Begleiterinnen riefen von fern. Doch erst als der Regen auf das Blatt tropfte, sah Hades sie aufspringen. Das Blatt an ihre Brust gepresst blickte sie sich um; näherte sich dem Busch vor der  Felsspalte, hinter der  er lauerte. Ihr Ellenbogen berührte den Strauch.

Da griff Gott Hades zu.

Advent, Advent – ein Lichtlein brennt! Erst eins…

Geduld! Wie’s weiter geht, erfährst du am zweiten Adventsonntag 😉

Schaut rein! Ich freu‘ mich auf euch 🙂

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