Nebiga

Wer ist sie, die Hexe Baba Jaga?

Die Hexe Baba Jaga

Baba Jaga wäre eine Hexe, behaupten die Leute; also eine Frau, die Schadenszauber ausübt. Eine Hexe? Mitnichten. Baba Jaga ist anders als alle anderen Hexen. Das fängt damit an, dass sie keinen Besen fliegt. Besen sind zum Fegen da. Und damit basta.

Wenn sie sich schon fortbewegen muss, dann bitte bequem in einem Mörser sitzend, nicht auf einem Holzstab, der zwischen den Beinen zwickt. Ihr Fluggefährt dirigiert sie mit dem Stößel; sie braucht ein Ruder – Mörser fliegen einfach drauflos oder trudeln im Kreis, wenn niemand ihnen sagt, wo es lang geht.

Die Hexe und ihre Hütte: Wo es richtig gemütlich ist

Die Hütte der Baba Jaga Sie verlässt ihre Hütte mitten im Wald nicht gern. Wozu auch?

Einmal steht ihr Hüttchen auf Hühnerbeinen. Damit kann sie so weit fort gehen, wie sie will. Nur will sie meistens nicht. Ihr gefällt der dichte Wald schon ganz gut, wenn er auch mehr und mehr mit diesen Menschen (*Naserümpf*) bevölkert ist. Überall sind sie und riechen verlockend. So gerne würde Baba Jaga diese Tiere auf zwei Beinen fressen. Aber mittlerweile gibt es viel mehr als sie verdauen könnte.

Vasilia im Garten der Baba Jaga

In ihrem Garten hat Baba Jaga ihre ganz besonderen  „Rosenkugeln“ gesteckt. Statt einer Kugel an der Spitze hat sie Totenschädel angebracht: Trophäen aus einer alten Zeit. Der Zeit, als sie noch als weise Gottheit galt und nicht als Hexe. Die Augenhöhlen der Toten glühen jedoch noch immer, geben Feuer, Licht und versetzen Hasenherzen in Angst.

Am schlimmsten findet Baba Jaga die Priester, diejenigen, die den alten Glauben zunichte gemacht haben. Vor allem den Glauben an sie. Diese Priester haben an allen Ecken und Enden ihre Klöster, ihre Kirchen, ihre Ideen gebaut; sie immer mehr in den Wald gedrängt.

Die Hexe Baba Jaga und die slawischen Märchen

Sie ist das, was sie immer war: eine schillernde Figur. Eine mit vielen; eine mit besonders häßlichen Gesichtern: Ihre Lippen hängen bis zum Kinn. Die Nase wächst lang und krumm, dicke, schwarze Warzen verunstalten ihre Wangen. Eisernen Zähne blitzen.

In diesen Märchen treibt sie ihr „Unwesen“:

Wen ihr Anblick nicht schreckt, den inspiriert Baba Jaga. Den Slawen war sie Wolke, Mond, Tod, Winter, Schlange, Vogel, Pelikan oder eben Göttin der Erde… eine Heidin, eine von den ganz alten.

Ist sie böse? Ist sie gut?

In den Geschichten, die über sie in Umlauf sind, zeigt Baba Jaga, dass sie beides kann. Wer zu ihr kommt, muss arbeiten können, muss loyal und ehrlich sein. Auf keinen Fall aber unterwürfig!

Nichts haßt sie so sehr wie Menschen, die sich selbst nicht vertreten können.

der Ritt der Baba Jaga

Wer macht von so einer Schreckschraube schon ein Porträt? Ein Mann, der schon vor langer Zeit ausgezog, um das Fürchten zu lernen. Ein Mann wie Iwan Jakowlewitsch Bilibin. Der Illustrator wurde am 16. August 1876 geboren und starb 1942. Er hatte Baba Jagas Welt gemalt. Gelungen sind ihm die schönsten Märchenbücher der Jahrhundertwende.

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