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Rezept: Der einzig wahre, der echteste aller Apfelstrudel

Der einzig wahre Apfelstrudel

Was in der kaiserlich, königlichen (k. und k.) Monarchie der Habsburger wirklich jeder wusste, heute aber gern verdrängt wird: Der Apfelstrudel kommt eigentlich nicht aus dem heutigen Österreich. Wie viele der als typisch österreichisch angesehenen Mehlspeisen! Der Apfelstrudel kommt von ganz woanders:

Damals, als Tschechien noch zur Habsburger Monarchie gehörte und die Amtssprache Deutsch war, zogen viele böhmische Frauen nach Wien, mit ihren Männern oder allein, um in der Hauptstadt Österreichs zu arbeiten. Sie verdingten sich dort als Köchinnen, Dienstmägde, Hausmädchen oder in den zahlreichen Fabriken der Stadt.

Das Erbe, das diese tüchtigen Frauen den Wienern hinterlassen haben, sind die zahlreichen Mehlspeisrezepte, für die die österreichischen Küche heute so berühmt ist.

Dazu gehört neben der Palatschinke auch der heute allseits bekannte – der Altwiener

Apfelstrudel aller Apfelstrudel

Auf eure Frage hin habe ich mich hingesetzt und notiert, was in Wien jeder weiß: Das Rezept des Altwiener Apfelstrudel für 6-8 Portionen. Damit ihr in Zukunft einen wahren, ja den echtesten aller Apfelstrudel klar erkennt. Probiert und genießt!

Zutaten für den selbstgezogenen Strudelteig

  • 200 g Mehl, glatt (Type 480)
  • 1/8 l Wasser, lauwarm
  • EL Öl
  • eventuell 1 Ei
  • Prise Salz
  • Mehl zum Stauben
  • Butter zum Bestreichen
  • Öl zum Bestreichen

Mehl kegelartig auf Arbeitsfläche häufen, oben einen Krater bilden.

Salz, Öl, (Ei) und nach und nach Wasser beigeben.

Alle Zutaten zu einem glatten Teig kneten. Teig dünn mit Öl bestreichen und zugedeckt ca. eine halbe Stunde rasten lassen.

Ein Tuch mit Mehl stauben, Teig ebenfalls mit Mehl anstauben und mit dem Nudelholz gleichmäßig ausrollen. Mit flüssiger Butter bestreichen, zugedeckt einige Minuten rasten lassen.

Den Teig mit dem Handrücken hauchdünn und gleichmäßig ausziehen, dabei beide Hände verwenden.

Zutaten für die Fülle

  • 1,5 kg säuerliche Äpfel z. B. Boskop (geschält und entkernt)
  • 20 g Sauerrahm (oder geschlagene Sahne)
  • 80 g gehackte Walnüsse
  • 150 g Kristallzucker
  • 150 g Semmelbrösel (Paniermehl)
  • 80 g Butter
  • 1 KL Zimt
  • 1 EL Vanillezucker
  • 2 EL Rum

Äpfel vierteln, in 3 mm dicke Scheiben schneiden.

Butter in Pfanne erhitzen, Semmelbrösel beigegeben, goldbraun rösten, kalt stellen.

Äpfel mit Kristall und Vanillezucker sowie Zimt, Rom und Rosinen vermengen.

Strudelteig anrollen, mit flüssiger Butter bestreichen, dünn auf bemehlten Tuch ausziehen, Ränder abschneiden. Strudelteig mit Bröselgemisch bestreuen, Äpfel darauf gruppieren, Walnüsse darüber streuen und mit Sauerrahm (Sahne) einstreichen.

Zum Schluss straff einrollen und die Enden schließen.

Auf ein gebuttertes des Backblech legen, nochmals kräftig mit flüssiger Butter bestreichen, im vorgeheizten Backofen braun backen (Backrohr Temperatur: 220 °C, Backdauer: ca. 40 min)

Mit Staubzucker bestreut, warm oder kalt servieren.

Tipp zum Ausziehen des Teigs:

1, 2, 3  – keine Hexerei: Am leichtesten lässt sich Strudelteig ausziehen, indem man ihn

  1. auf ein bemehltes Tuch mittels Nudelholz fingerdick  ausrollt,
  2. 5 min zugedeckt rasten lässt
  3. mit flüssiger Butter kräftig bestreicht

Anschließend lässt sich der Teig wunderbar ziehen.

Statt Äpfel lassen sich auch andere Obstsorten, zum Beispiel ihre Zwetschken, Trauben oder Birnen  verarbeiten. Ein Rhabarber-Strudel ist übrigens auch etwas ganz Besonderes. Ach – das Schlagobers, das sollte nicht fehlen!

Hinweis für Freunde der Vanillesoß‘: Fußbad kriegt der Strudel keins!!! 😉

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