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27 Gründe, warum man Reisende nicht aufhalten soll

Reisende soll man nicht aufhalten

„Reisende soll man nicht aufhalten!“ Wie oft habe ich diesen Spruch schon gehört? Das erste Mal rief ihn meine Großmutter resigniert aus, als sie meine Mutter nicht daran hindern konnte, nach Wien zu ziehen. Ich war damals noch in der Grundschule. Ich fragte sofort: „Warum nicht?“ Ich wollte meine Freunde nicht verlassen, mein Zimmer behalten und das Baumhaus im großelterlichen Garten. Geantwortet hat mir damals niemand – aber die Frage ist geblieben.

Heute zähle ich nicht einmal mehr, wie oft ich selbst den Satz zu hören bekomme. In jedem Fall sagt ihn irgendeiner meiner Freunde, wenn  ich ihm erzähle, dass ich wieder aufbreche. In ein neues Land, Portugal vielleicht, Island oder Kuba. Kaum ist der Satz heraußen, denke ich: „Das könntest du auch nicht!“

Stimmt. Er könnte es nicht. Aber warum nicht?

Warum Reisende sich nicht aufhalten lassen

Und man es, wie der Spruch schon sagt, gar nicht erst versuchen sollte. 27 Gründe – 27 Freiheiten, die hinter einem Leben stecken, das neugierig angelegt ist. Ein Leben, das andere Kulturen näher erkundet. 27 Freiheiten, die du dir herausnehmen musst, wenn du dich gern viel und über lange Zeiträume auf den Weg machst.  Es ist die Freiheit,

  1. nichts zu tun.
  2. viel zu lachen.
  3. eigene Prioritäten zu setzen.
  4. sich an Gegebenheiten anzupassen oder weiter zu wandern.
  5. dorthin zu gehen, wohin du willst.
  6. die Freunde zu wählen, die du magst.
  7. sich auf dein Gegenüber zu konzentrieren.
  8. dein Smartphone auszuschalten.
  9. zu sein, wie du bist.
  10. Zahlen, Statistiken, Algorithmen nicht zu trauen.
  11. nur zuzuhören und nicht sofort zu entscheiden.
  12. den Rat deiner Freunde zu suchen.
  13. dem eigenen Rhythmus zu folgen.
  14. interessant zu finden, was du möchtest und nicht, was die anderen für „richtig“ halten.
  15. Weisheit nicht von Alter, Bildung oder Religion abhängig zu machen.
  16. nicht alles zu glauben, was die anderen behaupten.
  17. deine Beziehungen selbst zu gestalten.
  18. zu reden, mit wem du willst.
  19. abzulehnen und anzunehmen.
  20. sich von den Reaktionen anderer weitgehend unabhängig zu machen.
  21. Bewährtem genauso zu misstrauen wie allzu Vertrautem.
  22. zu lieben, obwohl die Mehrheit denkt, dass genau diese Liebe der Konvention nicht entspricht.
  23. sich von Dingen unabhängig zu machen.
  24. den eigenen Reaktionen zu misstrauen.
  25. sich selbst zu vertrauen.
  26. in der Zeit eine Verbündete zu sehen.
  27. sich noch viel mehr Freiheiten herauszunehmen.

Ganz gleich, ob sie Monate oder Jahre unterwegs ist…

Jede Reisende lernt, sich ihre Freiheiten zu nehmen. Ist sie wieder zuhause, finden Freunde anfangs, sie sei „so anders“ – „unabhängiger“, loben die einen begeistert. „Reisende sind Egomanen“, kritisieren die anderen.

Was Reisende tatsächlich gelernt haben: Die Stille zu suchen, mit sich zu sein, zu schweigen und darüber nachzudenken, wie es weiter geht. Und wenn sie sich entschieden haben… zu handeln. Es bleibt ihnen meistens auch gar nichts anderes übrig.

Zuhause irritiert dieses Verhalten die Zurückgebliebenen! Aber… ehrlich:

was soll’s?

@SCommIntercultural