Home Office
Leo Nerdette

Home Office 2020: Ein Dramolett in Doppelhaushälfte

Ich war schon im „Home Office“ als es noch „eigenes Arbeitszimmer„ und „Was? Du willst von zuhause aus arbeiten?“ hieß. Ein Privileg, um das mich meine Kolleg*innen beneideten. Sie hätten’s SO gern auch SO gut!!! Nun, Corona macht es möglich. Wenn Wünsche allerdings mal in Erfüllung gehen, kommt es meist knüppeldick: 21. März 2020, 17.08 Uhr

Der bösen Schwiegermutter das Wort
Nebiga

Aphrodite: Der „bösen Schwiegermutter“ das Wort

„Böse“, schimpfen sie mich. Ich sei das Urbild der missgünstigen Schwiegermutter. Eifersüchtig auf die Jugend, neidisch auf die Schönheit einer Sterblichen. ICH? Weil ein Mädchen namens Psyche den Menschen als betörend galt; diese es als neue Göttin ausriefen. Die Männer natürlich. Es hatte angeblich sogar welche gegeben, die Psyches Reinheit verherrlichten; ihr Blumen vor die Haustür streuten. Was wissen Menschen denn?

Frida Kahlo
Leo Nerdette

Frida Kahlo: Träume? Ich male meine Wirklichkeit

Frida Kahlo sei eine von ihnen. Das behauptete André Breton, Gründervater der surrealistischen Bewegung in Frankreich. Diese Strömung in der Malerei beschäftigte sich seit 1921 mit Unbewusstem, Fantastischem, Geträumten. Frida, davon war Breton überzeugt, male Träume. Seitdem haftet Frida Kahlo das von einem Europäer vergebene Etikett  an: Kaum eine Surrealistinnen-Ausstellung, die sie nicht als Zugpferd benutzt.

Die Hexe Baba Jaga
Nebiga

Wer ist sie, die Hexe Baba Jaga?

Baba Jaga sei eine Hexe, behaupten die Leute – eine Frau, die anderen durch Zauber schade. Stimmt nicht ganz. Baba Jaga ist anders als alle anderen Hexen. Das fängt damit an, dass sie keinen Besen fliegt. Besen sind zum Fegen da. Und damit basta.

Nebiga

Baba Jaga heute: Warum sie Albträume hat

Gut, dass Baba Jaga heute so zurückgezogen lebt! Schon vor langem ihr Hüttchen auf Hühnerbeinen noch tiefer zwischen die Bäume hineingetrieben hat. Dorthin, wo der Wald so dicht und dunkel ist, dass man die Hand vor den Augen und die Füße auf dem Weg nicht sieht. Hätte sie nicht so früh Maߟnahmen ergriffen, müsste sich Baba Jaga jetzt gegen Anhänger wehren.   Gegen „Fäns“ oder „Followers“, die in Bussen zu ihr pilgern; sie zwecks tiefsinniger Prophezeiungen löchern und Heilsalben von […]

Hades und Persephone
Nebiga

Persephone: Eine Göttin setzt sich durch

Was bisher geschah: Hades offenbarte Persephone seine Gefühle auf die ihm eigene Weise. Die Göttin der Jugend und Frische reagierte anders, als der Gott es erhofft hatte. Ihr, so sagte sie, fehle das Sonnenlicht! Damit verbannte sie Hades in das gräuliche Zwischenreich der Verliebten: Er wollte seine Angebetete bei sich haben; gleichzeitig wusste er, dass er seiner Göttin Licht nicht bieten konnte. Hades pendelte zwischen „Himmelhoch jauchzend“ und „zu Tode betrübt“; zwischen Festhalten und Verlieren. Oben in der Welt lief […]

Frau Holle lässt es schneien
Leo Nerdette

Warum schneit es so wenig, Frau Holle?

Der Pfad zu Frau Holle erfordert Überwindung. Auch ich musste springen – vom Brunnenrand in unbekannte, schwarze Tiefe. Die alte Dame erklärte es mir: Würde ich mich weigern, könne ich das Interview vergessen. Ihr Zuhause sei eben unten! Sie käme selten nach oben und wenn, dann hätte sie Besseres zu tun als mit Journalist*innen zu sprechen. Besonders im Winter. Die Rauhnächte kommen bald und ich weiß sowieso nicht, wo mir der Kopf steht. Mir blieb also nichts Anderes übrig: Ich […]

Granatapfel
Nebiga

Hades: Verliebt in der Unterwelt

Was bisher geschah: Hades. der Herr der Unterwelt überredete die junge Göttin Persephone, ihn  in sein Reich zu begleiten. Sein Trick? Er versprach ihr Wissen über die Schatten und die Dunkelheit. Außerdem versicherte er, sie würde zum Abendbrot zurück sein, vorausgesetzt natürlich sie würde in seinem Reich nichts essen. Was er verschwieg? Die Unterwelt kannte weder Tag noch Nacht – Zeit ist im Dunkeln ein dehnbares Gut. Aber was machte das schon? Unter Göttern spielt es doch keine Rolle, ob […]

Auf der Suche nach der Herberge
Nebiga

Was auf der Suche nach Herberge niemand erwähnt

Die Gasse lag im Dunkeln. Zwischen der dritten und der fünften Sur in Cholula, Mexiko, duckte sich das Haus der Nonnen hinter einer hohen, mit Glasscherben besetzten Mauer. Herberge sollte es sein für diesen Tag. Ein einziges Fenster leuchtete. Das Tor zum Haus war jedoch festlich geschmückt. Ein Weihnachtsstern prangte in der Mitte eines Kranzes aus Reisig, in dem Orangenscheiben, Zimtstangen, Anis und goldene Bänder steckten. Auf der gegenüber liegenden Straßenseite wartete Pepe. Er lauschte dem Krachen der Feuerwerkskörper, die […]